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Lechnerschneid



Lechnerschneid

Lechnerschneid - Wanderung zum Verbindungssteig auf dem Kamm zwischen Hochsalwand und Rampoldplatte. Der Aufstieg geht von Brannenburg (bzw. St. Margareten) aus über den östlich liegenden Lechnerkessel. Vier Einkehrhütten säumen den Weg mit den schönen Blicken über den Inn hinweg und in die Chiemgauer Alpen. Im Bild: Blick von der Hochsalwand auf den Kamm südlich der Rampoldplatte mit dem dortigen Wanderpfad. In Hintergrund ist der Sulzbergschneid zu erkennen. (Erstwanderung: September 2015; aktualisiert: Mai 2020)

Abstract
Die Verbindungen zwischen Bergen sind entweder ein Sattel oder ein Kamm. Zwischen der Rampoldsplatte und der Hochsalwand im östlichen Mangfallgebirge ist es ein etwas verbogener Kamm, auf dem der Steig entlang geht, der Lechnerschneid. Aus dem östlich liegenden Lechnerkessel führt eine Verbindung hinauf.
Nach dem Aufstieg ab St. Margareten über die Lechneralm lässt sich eine Runde zur Rampoldplatte und Rampoldalm mit Rückweg zur Breitenberghütte daraus machen. Damit hat man dann einen Teil der Gegend nördlich des Wendelsteins gesehen und von dort aus weitere Blicke ins Voralpenland und zum Chiemsee gehabt.
Vier Einkehrmöglichkeiten stehen an der Strecke: Breitenberghütte, Lechneralm, Rampoldalm und am Ausgangspunkt dann noch der Berggasthof Kraxenberger.
Schwierigkeit:36.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:11,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:880 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz St. Margarethen637
Abzw. Breitenberghütte733 0:18
Breitenberghütte991 0:34
Abzw. Steig nach rechts1035 0:12
Abzw. zum Endanstieg zur Alm1160 0:27
Lechneralm1268 0:14
Lechnerschneid1385 0:20
Rampoldplatte1422 0:11
Rampoldalm1258 0:18
Abzw. Steig zur Breitenberghütte990 0:18
Einmü. auf Forststraße1035 0:17
Breitenberghütte991 0:13
Einmü. auf Talstraße733 0:18
Parkplatz St. Margarethen637 0:20
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Wendelstein, nördliches Mangfallgebiet; Berggruppe westlich von Brannenburg;. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 8 (1:50000) Tegernsee-Schliersee-Wendelstein; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
09.09.2015; Tassilo hat mich an diesem Tag begleitet. Durch die beginnende Herbstwanderzeiten waren etliche weitere Personen unterwegs, häufig in Zweiergruppen. Bis auf den Schneid kamen allerdings nur wenige hoch. Es herrschte Hochdruckwetter, allerdings mit etlichen Wolken und teils zähem Hochnebel. Die Temperaturen waren sehr frisch und besserten sich bei sonnigen Abschnitten nur ein wenig. Die Fernsicht konnte man als gut bezeichnen, über das Inntal hinweg in die Chiemgauer Alpen gab es auch einiges zu sehen, aber auch nach Westen in die weiteren Mangfallberge.
Erreichte Gipfel
Als höchster Punkt der Tour und als Gipfelberg wird die Rampoldplatte mit ihren 1422 m erreicht.
Alm(en), Hütt(en):
Lechneralm, Rampoldalm, Berggasthof Kraxenberger, Breitenberghütte, Markantestes Gebäude ist die St. Margarethenkirche direkt am Parkplatz. Zudem liegen in Talnähe einige schöne Bauernhöfe an der Strecke.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz an der Wallfahrtskirche St. Margareten, Brannenburg; Adresse: St. Margareten 12, 83098 Brannenburg. Koordinaten: N = 47.725598, E = 12.084709; Geographische Daten: N = 47°43'32.1'', E = 12°05'05.0''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 281391, N = 5289919; Gauß-Krüger: R-E = 4506461.257, H-N = 5287478.837. Der Parkplatz an der Wallfahrtskirche liegt deutlich außerhalb des Ortes Brannenburg. Die Anreise mit einem öffentlichen Bus ist deshalb nicht möglich. Aufgrund der Pfade durch den Wald und durch steiles Gelände ist die Nutzung von Rollstühlen oder Kinderwägen ebenfalls nicht möglich.
Vom Parkplatz aus ein Stück geradeaus auf der Asphaltstraße weitergehen. Nach einer Rechtskurve beginnt geradeaus weiter eine Schotterstraße, die als geologischer Lehrpfad später entlang der Wendelsteinzahnradbahn zur Mitteralm führt. Nach einem kurzen Stück zweigt der Pfad zur Breitenberghütte auf eine Wiese ab und geht später durch den Wald direkt zur Hütte. An der Hütte erneut geradeaus weiter über die Wiese und kurz darauf auf eine Forststraße einmünden. Auf dieser durch den Wald bleiben bis auf die Almflächen der Lechneralm. An einer Kurve nach geht es links steil über die Wiese bergauf (rote Steinmarkierungen) bis zu einem schmalen Querweg, der direkt an der Alm endet. Hinter dem Stall weiter aufsteigen auf den Kamm, dort nach rechts zum Gipfel der Rampoldplatte gehen. Nach Norden absteigen zur Rampoldalm. Ab der Alm den Versorgungsweg nach Osten wählen und diesen weiter unten nach einer Bachüberquerung nach rechts verlassen. Auf diesem Steig erneut ein Stück aufsteigen, über eine Kuppe gehen und auf die Forststraße zur Lechneralm einmünden. Nunmehr nach links gehen und im Weiteren den Rückweg nutzen wie auf dem Hinweg.
Anmerkungen:
Das riesige Wandergebiet im Dreieck Wendelstein, Brannenburg und Bad Feilnbach (Jenbachtal) bietet eine Vielzahl von Routen mittleren Ausmaßes mit einigen schönen Gipfeln und gelegentlich auch etwas anspruchsvolleren Streckenteilen. Hinzu kommen zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, meist klassische Jausenalmen. Will man die alle erreichen bzw. miteinander verbinden, ist man einige Male unterwegs (siehe auch die Touren; "Rampoldplatte", "Farrenpoint" "Sulzbergschneid" und "Hochsalwand"). Mit der jetzigen Tour ist dann der Ostteil des Gebietes mit den dort anzutreffenden Hütten und Almen fast komplett. Wenn man Teilstrecken schon von früheren Wanderungen kennt, gestaltet sich das alles viel entspannter, auch dort wo man etwas knifflige Stellen in Erinnerung hat. Erleben kann man aber immer etwas Neues. Unvergessen wird die Einkehr in der Lechneralm bleiben. Wären wir nur 20 Minuten später angekommen, so wäre der Almer mit seinem Schlepper bereits auf dem Weg ins Tal gewesen. So konnten wir von ihm über seine und seine Nachbaralmen einiges Neues erfahren. Ähnlich verhielt es sich auf der Rampoldalm: ausgestattet mit dem neuesten Wissen des Nachbarn hatten wir leichtes Spiel im Gespräch mit der jungen, netten Almerin, die aber wohl nächstes Jahr nicht mehr am Berg sein wird. Enttäuschend war lediglich, dass die Breitenberghütte Betriebsferien hatte, was weder im Tal, noch im Internet angekündigt war. Es bleibt also noch ein weiteres Teilziel übrig. Nachtrag: was inzwischen erledigt ist.

Benachbarte Wanderungen

Hochsalwand
Hochsalwand

Wer einmal auf dem Wildalpjoch stand, der kennt diese markante Wand im Norden, östlich des Wendelsteins. Von der Reindleralm aus ist sie sehr einfach zu erreichen, aus Norden ist der Aufstieg vom Lechnerschneid aber durchaus eine Herausforderung. Von dort bietet sich beste Fernsicht auf die weiter nördlich liegenden Berge der Wendelsteingruppe: Ramplodplatte, Farrenpoint, Sulzbergschneid.

Wendelstein
Wendelstein

Der Wendelstein ist zweifelsohne der König des östlichen Mangfallgebirges. Wegen seiner markanten Form ist er auch aus weiter Entfernung im Voralpenland von jedermann zu erkennen. Vielfach wird man zu ihm hoch die Zahnradbahn aus Brannenburg oder die Seilbahn aus Osterhofen (Leitzachtal) benutzen. In jedem Fall muss man noch ein gutes Stück zu Fuß gehen, um zum Gipfel zu kommen. Ein gut gesicherter Rundweg führt dann in luftiger Höhe um den Berg herum, den man nicht auslassen kann.

Sulzbergschneid
Sulzbergschneid

Der Sulzbergschneid ist ein kegelförmiger Berg im östlichen Mangfallgebirge, den man von der Autobahn aus recht gut sehen kann. Er steht am Nordrand der Inntalberge, westlich dieses Flusses. Er eignet sich bestens für eine Rundwanderung mit Aufstieg ab der Schlipfgrubalm über seine Süd- und Westflanke, dem kurzen Gang über den Gipfelsattel und dem Abstieg über die Ost- und Nordflanke zum Berggasthof Schweinsteig.

Wildalpjoch
Wildalpjoch

Der Hauptnachbar des Wildalpjochs ist eigentlich der Wendelstein. Da man aber von vielen Stellen des Sudelfeld aus herrliche Blicke zu diesem Berg hat, sei er als sein Nachbar geführt. Der Aufstieg über Arzmoos muss erst gefunden werden, dann geht es ewig lang einen steilen Hang hinauf, bis man an der Käserwand die Kletterer trifft und ihnen eine Weile zuschaut. Am Gipfel kann es dann eng werden. Der Abstieg über die Schweinsteigeralm und die Jakelbergalm ist dann kein Problem mehr.

Rampoldplatte
Rampoldplatte

Die Rampoldplatte ist nicht - wie aus dem Namen eventuell abzuleiten - ein Berg mit einer breiten Kuppe nördlich des Wendelsteins. Vielmehr hat sie einen recht engen, steilen Gipfel, bei dem am Gipfelkreuz höchstens drei Personen Platz finden. Es ist eine Tour so richtig zum Eingewöhnen, auch für Anfänger. Zunächst der lange Anmarsch auf guten Straßen, dann der zähe Aufstieg über die Almflächen und zuletzt der steile Gipfel. Dafür liegen mehrere Almen und Gasthöfe auf der Strecke, ebenfalls zum eingewöhnen, denn das gehört zusammen.

Farrenpoint
Farrenpoint

Farrenpoint - ein absolutes Muss im nördlichen Wendelsteingebiet. Nach Norden steht dem Blick ins Alpenvorland nichts mehr im Weg. Es ist eine leichte Wanderung, egal ob man über das Jenbachtal oder über das Kirchbachtal (aus Brannenburg) aufsteigt. Oben wartet bereits die Huberalm mit Brotzeiten und Getränken.

Schwarzlack Rundtour
Schwarzlack Rundtour

Schwarzlack - das sind eine Wallfahrtskirche (insbesondere für die Trachtler) und ein Gasthaus mit gleichem Namen. Beides liegt an der Nordseite des Sulzbergschneids, nördlich des Wendelsteins. Das ist ein Ort, um eine Rundtour auf diesen Berg zu machen. Der Aufstieg erfolgt durchaus schweißtreibend an der Ostseite, der Abstieg dann durch die noch steilere Nordflanke. Sobald man unten ist, kann man seinen Begleitern gestehen, dass das eine "schwarze" Route war. So steht es auf einem Schild angeschrieben.

Bilder zur Wanderung

Der Lechnerkessel ist eine klassische Bergformation besonderer Größe. Im Westen ist er begrenzt durch die Hochsalwand/Lechnerkopf und die Rampoldplatte, beide verbunden durch einen Kamm, nämlich den "Lechnerschneid" (links), der dieser Tour seinen Namen gibt

In der Mitte dieses Kessels gibt es einen kleineren Sekundärkessel aus einigen Kuppen, welche die wunderschöne Almhütte der Lechneralm schützen. Links ist der neue Anbau an den Stall zu erkennen.

Rampoldalm nördlich unter der Rampoldpatte. Auch sie ist in einem sehr gepflegten Zustand und hat bestimmt genauso große wirtschaftliche Bedeutung wie ihre Nachbarin für ihren Eigentümer, abgesehen vom berechtigten Stolz über diese Hütte.

Naturfreundehaus Breitenberghütte am Ostaufstieg aus Brannenburg. Leider hatte sie am Wandertag Betriebsferien und war geschlossen. In der Wanderskizze ist sie bereits eingetragen, erfassen kann ich sie aber erst, wenn ich sie erneut - dann aber erfolgreich - besucht habe. Ist zwischenzeitlich geschehen.

Hochsalwand (links) und Lechnerkopf. Beide sind aus großer Entfernung, z.B. von der Autobahn aus wunderschön links des Wendelsteins zu erkennen. Auf die Hochsalwand führt aus Norden eine schwarze Route, die Ostroute und auch den Aufstieg zum Lechnerkopf sollte man besser den Könnern überlassen.

Gipfel der Rampoldplatte. Sich am Kreuz hinsetzen, ins Gipfelbuch eintragen und den Blick rundherum in die herrliche Bergwelt richten, das sind die Momente von denen Werner Schmidbauer sagt, dass "man sie sammeln müsse". Und wenn man damit einmal angefangen hat, geht es dann von selbst so weiter.

Blick vom Aufstieg zum Breitenberg über Brannenburg und das Inntal hinweg zum Samerberg/Dandlberg. Rechts oben ist die Dandlbergalm zu erkennen, auch ein lohnendes Wanderziel.

Blick über das Inntal hinweg in die Chiemgauer Alpen. Dort fragte mich ein anderer Wanderers: "sind das die drei Zinnen?" Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihm darauf zu antworten: "das auch, aber eigentlich sind es die Kindlwand, die Wasserwand, der grüne Heuberg und der Kitzstein".

Blick von der Rampoldplatte nach Norden. Im Vordergrund weiden die Tiere der Rampoldaln. Etwas weiter entfernt steht der Mitterberg und am Horizont dann der Farrenpoint mit der Huberalm.

Margarethenkirche, oberhalb von Brannenburg. Es ist gesichert, dass sie dort seit über 500 Jahren steht. Wahrscheinlich hat sie sogar Vorläuferbauten aus der Zeit der rückkehrenden Kreuzritter, die um 1100 den Margarethenkult mitbrachten.

Aus Süden ist das Ausmaß der Wallfahrtskirche mit ihrem großen Turm erst so richtig zu sehen und damit die Bedeutung zu erahnen. Natürlich gehört zu einem solchen Ort auch ein leistungsfähiges Wirtshaus. Der unmittelbar benachbarte Kraxenberger stellt sich wohl öfter im Jahr auf dortige Wallfahrten ein.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 08.07.2020