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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Predigtstuhl



Predigtstuhl

Predigtstuhl - das unscheinbare, westliche Ende der Blauberge an der Grenze zu Tirol, dessen Gipfel wir aber nicht erreichten. Deutlich bekannter ist die Blaubergalm, die an seiner Südseite liegt. Das war unser Ziel und das schafften wir auch. Im Bild: Bergkette der Blauberge, über welche die Grenze zu Tirol verläuft. Im Vordergrund sind die offenen Flächen des Predigtstuhls zu sehen, links hinten steht der Halser Spitz, rechts der Guffert (Erstwanderung: September 2017; aktualisiert: Februar 2020)

Abstract
Die Blauberge sind eine Gebirgskette südlich von Kreuth/Tegernsee. Fünf nennenswerte Gipfel machen diese Kette aus. Sie beginnt im Osten mit dem Halserspitz (1862 m) und endet im Westen mit dem Predigtstuhl (1562 m). Über diesen Kamm verläuft die Grenze zu Tirol.
Für Wanderungen auf dem Kamm bedarf es langer Anmarschwege, egal aus welcher Richtung man es angeht. Die Route mit dem Namen "Predigtstuhl" führte uns von Wildbad Kreuth über den Westaufstieg vorbei am Schildenstein zur Blaubergalm. Das war das eigentliche Ziel und das haben wir auch erreicht. Für einen Aufstieg zum Gipfel des Predigtstuhls reichte die Zeit nicht mehr. Sie reichte aber, um auf dem Rückweg einen kleinen Umweg über die Königsalm zu machen.
Schwierigkeit:50.0anstrengend (>40)
Tracklänge:16,1 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:7:13 h*lang (>5 h)
Höhensumme:1073 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Gernbergbrücke Kreuth805
Geißalm1115 1:063.03
Graseck1231 0:311.18
Kante Schildenstein1540 0:501.48
Abzw. Wolfsschlucht1476 0:241.12
Blaubergalm1551 0:190.65
Abzw. Schildenstein1531 0:501.94
Graseck1231 0:381.61
Königsalm1116 0:160.62
Geißalm1115 0:241.44
PP Gernbergbrücke Kreuth805 0:553.03
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Untergruppe Mangfallgebirge West (Tegernseer Berge); Westlicher Rand der Blaubergkette, Grenze Bayern/Tirol. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 182, Isarwinkl - Bad Tölz - Lenggries; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Mangfallgebirge West, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
15.09.2017; Die Tour sind Tassilo und ich zusammen gegangen. Außer uns fanden sich noch etliche andere Wanderer, die sowohl einzeln, als auch in Gruppen eine Überquerung der Alpennordkette von Kreuth nach Achenkirch vorhatten. Am Rückweg fand sich kaum einer, der - wie wir - wieder nach Wildbad Kreuth abstieg. Es war ein herrlicher, herbstlicher Wandertag. Den tiefblauen Himmel trübten - zumindest am Vormittag - nur wenige dünne Schleierwolken. Dadurch gab es beste Fernsicht in alle Himmelsrichtungen, je nach Standort an der Strecke. Es herrschten Temperaturen um 10 °C. Später zogen dann dunkle Wolken auf, die sich aber immer wieder auflösten. So präsentierte sich eine trockene Strecke, die gut zu gehen war. Trotzdem war es erforderlich, aufmerksam zu gehen. Ein Sturz über eine Wurzelstufe erinnerte mich daran recht schmerzlich.
Erreichte Gipfel
Predigtstuhl (1540 m), tatsächlich sind wir aber nur an einem dortigen Gipfelkreuz nahe der Blaubergalm gewesen. Der Gipfel liegt ein paar Meter höher.
Alm(en), Hütt(en):
Blaubergalm, Königsalm, Am Aufstieg kommt man an der Geißalm ("Goaßalm") vorbei. Sie liegt mit 1115 m gleich hoch wie die benachbarte Königsalm, mit der sie auch eine Kooperation in der Weideführung hat.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Gernbergbrücke an der B 307 (gebührenpflichtig, 3 €), Adresse: Gernbergbrücke, 83708 Kreuth. Koordinaten: N = 47.622589, E = 11.734604; Geographische Daten: N = 47°37'21.3'', E = 11°44'04.6''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 705465, N = 5277977; Gauß-Krüger: R-E = 4480157.186, H-N = 5276056.584. Der Ausgangspunkt dieser Wanderung liegt direkt an der B 307. Dort ist auch eine Haltestelle für den öffentlichen Bus. Mit Rollstühlen oder Kinderwägen kann an diese Tour nicht machen.
Vom Parkplatz geht es über die Brücke und etwa 400 m auf der Asphaltstraße nach Süden. Dann zweigt ein Pfad nach rechts ab, der zunächst flach, dann immer steiler werdend ohne weitere Abzweigungen bis zur Geißalm durch den Wald verläuft. Kurz nach der Almhütte zweigt die Route nach links ab und geht weiter durch den Wald bis zum Graseck oberhalb der Königsalm. Nun verläuft der mittelschwere Pfad zunächst entlang des Waldrandes bergauf und im weiteren in mehreren Kurven über etliche Steinstufen und kurze flachere Stücke auf die Hochfläche vor dem Schildenstein. An der Abzweigung zu diesem Aussichtsberg geht es geradeaus, etwas bergab, dann in etlichen bergauf/bergab-Teilen an der Abzweigung zur Wolfsschlucht vorbei, ehe man die Grenze überschreitet und dann von unten zur Blaubergalm kommt. Von der Alm geht es noch ein Stück bergauf zu einem Gipfelkreuz. Dann beginnt der Rückweg auf der Auftiegsstrecke bis zum Graseck. Dort folgt der Abstieg nach links zur Königsalm. Direkt am Stall vorbei führt der weitere Weg zunächst über die Wiesen, überquert den Klammgraben und geht wieder leicht bergauf zur Geißalm. Abschließend geht es auf dem Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Der unscheinbare Predigtstuhl diente nur als Ziel für die Wanderung zur Blaubergalm, um die es eigentlich ging. Von ihr hatte ich schon viel gehört und wollte sie endlich besuchen. Es ist eine Gegend, die von Norden (ab dem Tegernsee) nur in längeren und/oder schweren Strecken zu erreichen ist. Den Durchstieg durch die Wolfsschlucht sollte man ohnehin besser den Profis überlassen. Der Aufstieg über den Halserspitz ist ebenfalls sehr lang und anstrengend. So bleibt nur der Weg über die Geißalm und das Graseck, vorbei am Schildenstein. Dass das auch nicht ganz leicht ist, verkündete uns ein Wegweiser bereits im Tal mit der Angabe von 3 ½ Stunden Wanderzeit bis zur Blaubergalm. So musste der eigentlich noch vorgesehene Aufstieg zum Gipfel oder zum Schildenstein entfallen, auch weil ich dort schon einmal war. Auf dem Rückweg gönnten wir uns aber einen kleinen Umweg über die Königsalm. Der Aufstieg ist eine Strecke, die als schwersten Teil des Fernwanderwegs "Tegernsee-Sterzing" in sieben Etappen die Überquerung der Nordalpen zum Ziel hat. Der größte Teil unserer Route geht stetig bergauf und auch ab dem Schildenstein wird es bis zur Blaubergalm nicht einfacher. So kam insgesamt eine doch recht lange und anstrengende Tour dabei heraus.

Benachbarte Wanderungen

Rauheck
Rauheck

Rauheck - welcher Berg ist denn das? Es ist ein kleiner, fast unbedeutender Nebengipfel des Hirschbergs und gibt eigentlich nur den Namen für einen Aufstieg aus Kreuth über die Skipiste, die letztlich hoch zum Hirschberg oder zum Hirschberghaus geht. Spannend ist die Einkehr in der Rauheckalm, auch wenn es nur kellerkalte Getränke aus der Flasche gibt. Viele wissen das nicht.

Wildbad Kreuther Runde
Wildbad Kreuther Runde

Wildbad Kreuth - wer kennt den Ort nicht. Es ist der traditionsreiche Besitz der Wittelsbacher, an dem viele Jahre die Klausurtagungen der CSU stattfanden. An diesem Platz macht die Weißach (Hauptzufluss des Tegernsees) ein Knie und nimmt mit der Hofbauernweißach und dem Sagenbach zwei weitere Flüsse auf. Die Gaststätte "Altes Bad" und die Fischzucht mit Einkehrmöglichkeit verköstigen die Besucher. Und noch mehr, man kann kurze Wanderungen nach Süden zur Siebenhüttenalm und nach Osten zur Schwaigeralm anschließen.

Buchstein Ost
Buchstein Ost

Der Buchstein und der Roßstein sind ein ganz markanter Doppelberg westlich des Tegernsees. Im Sattel zwischen den beiden Spitzen liegt die Tegernseer Hütte wie ein Adlernest. Zugänglich sind die beiden aus Süden oder aus Norden. Eine Zwischenstation aus Norden ist die Buchsteinhütte, erreichbar über das Schwarzenbachtal. Im März reicht es aber, nur bis zu dieser Hütte aufzusteigen, zudem kann man auch noch die Schwarzentennalm besuchen. Das gibt dann eine passende Tour für den Start in die neue Saison, ihr Name lautet "Buchstein Ost".

Schildenstein
Schildenstein

Der Schildenstein gehört im Grunde noch zu den Blaubergen. Der stolze Gipfel steht aber etwas abseits davon ein Stück weiter westlich. Die py-ramidenförmige Spitze ist nur aus Süden zugänglich. An den Fuß dieses Berges kommt man am einfachsten aus dem Weissachtal entweder über die Königsalm oder über die Geißalm. Die dritte Möglichkeit wäre der Aufstieg über die Wolfsschlucht. Aber das ist eine andere Geschichte. In jedem Fall hat man eine ordentliche Strecke vor sich.

Roßstein
Roßstein

Der Roßstein ist der Zwilling des Buchsteins, jene markante Gruppe westlich des Tegensees. Der Roßstein ist für normale Wanderer zugänglich, der Buchstein erfordert Kletterfähigkeiten. Aber auch der steile Südaufstieg aber Bayerwald ist in der Endphase nicht ohne. Dort staut es sich leicht und es ist hin und wieder nötig, zum Ausweichen den Pfad kurz zu verlassen. Wem das zu haarig ist, der kann auch von Norden in den Sattel bei der Tegernseer Hütte aufsteigen.

Risserkogel
Risserkogel

Der Risserkogel ist zweifelsohne der König der Tegernseer Berg, auch wenn sich andere deutlich sichtbarer zeigen. Er steht mit dem Blankenstein, seinem Kletterfelsen, "in zweiter Reihe" und ist deshalb nicht einfach zu erreichen. Am besten geht das ab der Bergstation der Wallbergbahn über den Setzberg oder daran vorbei und über das Grubereck dann auf dem Westgrat zum Gipfel. Dieses Stück erfordert "Alpine Erfahrung", also Trittsicherheit und Gehen am Sicherungsseil.

Hochplatte (Achensee)
Hochplatte (Achensee)

Hochplatte, mehrere Berge gibt es mit diesem Namen. Wir sind jetzt im Ostkarwendel. Etwas schüchtern steht der Berg neben seinen größeren Nachbarn Juifen, Marbichler Spitze oder Sonntagsspitze. Aber er blickt recht frech nach Osten ins Rofangebirge. Der Aufstieg zu ihm geht vom Achental aus über die altbekannte Falkenmoosalm, aber die seit langem nicht mehr zur Einkehr geöffnet. Also, genügend Verpflegung mitnehmen.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil beginnt mit einem kurzen, ebenen Teilstück, ehe es dann ordentlich zur Sache geht. Erst an der Geißalm ist eine kurze Verschnaufpause möglich. Kurz vor dem Austritt aus dem Wald am Graseck kommen ein paar Hügel. Den größten Teil des Aufstieges hat man dann an der Kante am Schildenstein erreicht. Der weitere Hin/Rückweg zur/von der Blaubergalm geht noch mehrfach bergab und bergab. Auf dem weiteren Rückweg kommt der Abstieg zur Königsalm mit ihrem Wassergraben direkt am Hauptgebäude. Auf dem weiteren Weg zur Geißalm muss noch ein kleiner Anstieg bewältigt werden. Der restliche Weg ist bekannt.

Der Predigtstuhl ist eine unscheinbare Kuppe, die man kaum bemerkt. Aber am etwas tiefer liegenden Kreuz ist es einfach nur schön. Vermutlich ist das das offizielle Gipfelkreuz, auch wenn es nicht an der höchsten Stelle steht. Der Blick geht nach Süden: links entdeckt man die Berge des Rofangebirges, rechts sind die des Ostkarwendels zu sehen, dazwischen das Achental. Im Hintergrund erblickt man die Alpenhauptkette.

Einer der repräsentativsten Berge des Ostkarwendels ist die Seekarspitze (2053 m), westlich direkt aus dem Achensee aufsteigend. Auch diesen Berg habe ich früher schon einmal erwandert, siehe Nachbartouren.

Nach rechts schließt sich das Skigebiet Christlum an. Im Hintergrund sieht man die Berge der Karwendel-Hauptkette.

Weitere Teile des Ostkarwendels sind die Schreckenspitze (2022 m), die Sonntagsspitze (1926 m), die Hochplatte (1813 m) und die Marbichlerspitze (1898 m), die sich von Süd nach Nord aneinander reihen. Die Hochplatte findet sich ebenfalls in meiner Wanderliste (siehe Nachbartouren).

Östlich des Achensees beginnen die Brandenberger Alpen mit dem Rofangebirge. Die nördlichsten Vertreter sind der Hinterunnutz und

und der unverwechselbare Guffert. Ihn sieht man vom Gipfelkreuz des Predigtstuhls aus über die Gebäude der Blaubergalm hinweg. Dort versperrt der Stall den Blick nicht, wie andere Autoren beklagen. Der Guffert- wie auch alle anderen Berge über 1800 m hatten Mitte September bereits etwas Schnee auf ihren Felsen.

Der Schildenstein ist Teil der Bayerischen Voralpen. Auch er ist von unverwechselbarer Form, ein herrlicher Aussichtsberg. Allerdings erfordert der Endanstieg schon etwas Mut.

Landesgrenze Bayern/Tirol, kurz vor der Blaubergalm. Ein Schild am Baum und ein alter Metallstab verkünden, wo man sich befindet.

Unweit der Grenze gibt es das Wegedreieck mit dem Abstieg durch die Wolfsschlucht. Ein Schild weist ausdrücklich darauf hin, dass Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich sind. Und das sollte man ernst nehmen, habe ich mir sagen lassen.

Die gesamte Strecke weist immer wieder heikle Stellen auf mit Stein- und Wurzelstufen, Felskanten und Steinrinnen. Wer diese Strecke geht, sollte sich bewusst sein, dass es kein Spaziergang ist.

Angesichts der anstrengenden Wegestücke ist der Anblick der Geißalm ("Goaßalm") sehr erfreulich. Es ist ein ungewöhnlicher Bau, weil sehr lang und sehr schmal. Zudem ist das Gebäude völlig aus Natursteinen errichtet, für eine Almhütte ebenfalls ungewöhnlich. Der Vouhaagl mit seinem Hanichelzaun fällt besonders auf. Es ist eine Alm, die keinen Versorgungsweg hat. Alles was das Sennpersonal braucht, muss zu Fuß angeschleppt werden. Früher standen wohl auch Kühe auf den Almflächen. Wegen der steigenden hygienischen Anforderungen an die Milchproduktion lohnt sich die Haltung der Milchkühe nicht mehr. Am Wandertag war der Senner gerade dabei, Vorbereitungen für den diesjährigen Abschied zu treffen.

Der Wohn- und Bewirtungstrakt der Blaubergalm ist eigentlich ein recht kleines Gebäude. Aber es ist dank einiger Renovierungsarbeiten recht gut in Schuß. Wesentlich größer sind die Wirtschaftsgebäude. Die Alm hat halt mehrere Standbeine: Almwirtschaft, Tagesgäste, Übernachtungen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 01.07.2020