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Laber



Laber

Laber - eine spannende, weil recht abwechslungsreiche Wanderung nahe Oberammergau über den vielzackigen Schartenkopf zum Laber und Abstieg durch das wildromantische Lainetal mit dem gezähmten Fluss. Ein "echter" Wanderfreund geht natürlich der Seilbahn aus dem Weg und freut sich auf die Einkehr am Gipfel und in der Soila-Alm. Im Bild: Blick aus Oberammergau auf den Bergkamm mit Schartenkopf (rechts) und Laber (links), einschließlich Bergstation der Laberbahn (Erstwanderung: Juli 2013; aktualisiert: Dezember 2020).

Abstract
Der Laber ist ein Bergzug im Osten von Oberammergau in den Ammergauer Alpen westlich der Loisach. Dieses Gebirge ist bekannt für die vielen, recht zackig aus dem Relief herausragenden Felsen. Das trifft ganz besonders für das "Ettaler Manndl" zu, einem Nachbarberg zur Laberkette. Auch der unmittelbar nach Südwesten anschließende Schartenkopf ist mit seinen Zacken dafür recht typisch.
Bezüglich der Wanderungen am Laber ist immer wieder damit zu rechnen, auf Stellen zu kommen, bei denen besonders aufmerksames Gehen nötig wird, um Gefahren zu vermeiden. Am Schartenkopf sind deshalb einige Passagen sogar mit kurzen Seilsicherungen versehen. Der Abstieg vom Laber nach Osten über die Soila-Alm ist dagegen völlig ungefährlich. Im Tal der Laine kann man dann die Zähmung eines wilden Gebirgsbaches sehen.
Ein besonderes Merkmal dieser Tour ist die herrliche Fernsicht vom Laberjochhaus nach Süden in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Dieses Privileg ist nicht nur den konditionsstarken Wanderern vorbehalten. Eine Seilbahn führt ab Oberammergau hinauf und ermöglicht auch anderen Personen dieses Bergerlebnis.
Schwierigkeit:36.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:10,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:15 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:905 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Laberbahn, Oberammergau900
Querung Forststrasse1028 0:18
Abzw. Laberalm1381 0:55
Gipfel Schartenkopf1636 0:57
Bergstation Laberbahn1650 0:26
Soile-See1380 0:33
Soila-Alm1340 0:09
Talsohle Abkürzung1180 0:20
Abzw. ins Lainetal1070 0:19
Laberbahn, Oberammergau900 0:18
Gebirge, Lage, Karte
Ammergauer Alpen, Oberammergau Nord Karten: DAV Wanderkarte BY 7, Ammergebirge Ost-Pürschling-Hörnle. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Ammergebirge Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro, oder TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
10.07.2013; Diese Tour führte ich alleine durch. Auf dem Aufstieg zur Laberalm und dem anschließenden, schwierigeren Labersteig waren in beiden Richtungen nur wenige Personen unterwegs. Auf den übrigen Streckenteilen und in der Nähe der Bergbahn konnte ich etliche Wanderer antreffen. Die Bewirtung -Terrasse auf der Bergstation der Laberbergbahn war gut besetzt, wohl weil viele Personen mit der Bahn hoch kamen. Es herrschte zwar sommerliches Hochdruckwetter, aber man merkte das kaum. Viele Wolken zogen am Himmel dahin und der Wind wehte teilweise sogar frisch. Die Fernsicht war bescheiden - schade drum, auf die Fernblicke in die östlichen Ammergauer Alpen hatte ich mich besonders gefreut.
Erreichte Gipfel
Zwei klassische Gipfel trifft man auf dieser Wanderung: den vielzackigen, garstigen Schartenkopf (1632 m) und den freundlicheren Laber (1686m). Das berühmt/berüchtige Ettaler Manndl grüßt aus respektvoller Entfernung.
Alm(en), Hütt(en):
Soila-Alm , Laberjochhaus, Andere Almen und sonstige Gebäude trifft man kaum. Zu erwähnen ist aber die Laberalm auf 1380 m, die nicht direkt an der Strecke steht.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Laberbahn Oberammergau (Tagesgebühr: 2 €). Adresse: Himmelreich 50, Oberammergau. Koordinaten: N = 47.598767, E = 11.085232; Geographische Daten: N = 47°35'55.6'', E = 11°05'06.8''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 656748, N = 5273813; Gauß-Krüger: R-E = 4431314.391, H-N = 5273779.406. Der Ausgangspunkt an der Talstation der Seilbahn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mit Kinderwägen oder Rollstühlen ist die Strecke nicht zu bewältigen. Ob man damit in der Seilbahn mitfahren kann, weiß ich nicht.
Vom Parkplatz geht es erst einmal nach rechts auf einen gut präparierten Pfad. Nach der Überquerung der Forststrasse wird der Pfad deutlich steiler und holpriger. An der Abzweigung nach rechts bei der Laberalm beginnt der eigentliche "Labersteig", der zunächst recht harmlos den Berg nach oben quert, ehe er im letzten Drittel sehr steil verläuft. Zuweilen braucht man alle Viere, um weiterzukommen. Ähnlich steil bergauf/bergab gestaltet sich der weitere Weg zur Bergbahn, der mehrmals über Kuppen und durch Einschnitte verläuft. Von da ab zum Soila-See und weiter zur Soila-Alm ist der Weg recht sicher. Nur einmal noch muss man über eine längere Treppe aus Holzbohlen. Ab der Soila-Alm beginnt die Versorgungsstraße, wobei mit einem Gang geradeaus weiter dies ein wenig abgekürzt werden kann. Anschließend beginnt eine Abkürzung nach links, die später wieder auf die Fahrstraße einmündet. Nach einem weiteren Stück auf dieser guter Straße geht es nach rechts durch den Wald ins Lainetal. Von dort verläuft die Route am Bach entlang zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Wer in der Umgebung von Oberammergau wandert wird zwei besondere Beobachtungen machen. Zum einen gibt es viele zackige Felsen, die aus dem übrigen Berg herausragen. Das Ettaler Manndl, der Kofel, der Sonnenberggrat, der Teufelstättkopf oder auch der Schartenkopf sind dafür Beispiele. Dort muss man immer wieder in vielen Windungen über Kuppen und durch Einschnitte. Zum anderen gibt es in den engen Tälern reißende Bäche, welche immer wieder Gesteinsabschwemmungen und Muren auslösen. Der Lainegraben ist dafür ein gutes Beispiel. Die Wanderung über den "Labersteig" auf den Schartenkopf und weiter über etliche Felsen zum Laber war recht anspruchsvoll. Der Hinweis, dass der Steig "nur für Geübte" sei, ist durchaus ernst zu nehmen. Besonders erfreulich sind immer wieder die guten Fernblicke, gegen die an diesem Wandertag allerdings das Wetter etwas hatte. Weiterhin ist die Einkehr in der Soila-Alm ein recht erinnerungswürdiger Moment. Getränke gibt es nur aus der originalen Flasche und das Besteck für die Brotzeiten besteht nur aus einem scharfen Messer.

Benachbarte Wanderungen

Aufacker
Aufacker

Der Aufacker ist ein Berggipfel nördlich von Oberammergau. Der Aufstieg beginnt ebenso am Wellenberg, wie auch der zum Laber. Während auf seine Nachbarn Laber und Hörnle Seilbahnen führen, muss man auf den Aufacker zu Fuß gehen. An seiner relativ steilen Südflanke besteht immer wieder die Möglichkeit von Fernblicken auf Oberammergau und die südlich davon liegenden Berge. Oben angekommen kann man nach Westen weitergehen und in Richtung Unterammergau wieder absteigen. Letztlich ist daraus eine Runde über dem Berggasthof Romanshorn zu machen mit einem recht entspannten Rückweg über den "Altherrenweg".

Brunnenkopf
Brunnenkopf

Der Brunnenkopf hoch über Schloss Linderhof ist einer derjenigen Berge, die König Ludwig II. gerne aufgesucht hat. Knapp unter dem Gipfel stehen zwei Hütten, eine für den/die Herrscher und eine für die Bediensteten. Mit einer Kutschenfahrt schaffte er es auf den Berg. Das geht heute nur noch mit dem Jeep für den Hüttenwirt, alle anderen müssen zu Fuß hinauf. Und es kommen viele Wanderer um diesen Ort zu sehen. Ernst wird es aber erst am Schlussanstieg zum Gipfel, da sind es dann schon bedeutend weniger.

Hörnle
Hörnle

Das Hörnle ist eine Berggruppe der Ammergauer Alpen mit drei Gipfeln. Es sind die ersten Erhebungen südlich von Murnau bzw. Bad Kohlgrub. Da der gesamte Bergstock aus Flysch besteht, kommt es immer wieder zu Materialabgängen, deren Spuren man weit ins Voralpenland sehen kann. Sofern man mit einem Aufstieg aus dem Tal alle drei Hörnlegipfel besuchen möchte, kommt eine ganz schöne Höhensumme zusammen. Gut, dass mit der Hörnlhütte und der Hörnlealm zwei willkommene Einkehrmöglichkeiten am Wege liegen.

Königsstand
Königsstand

Königsstand, der Aussichtsberg im Ammergebirge, resp. im östlichen Teil des Kramermassivs, nördlich von Garmisch-Partenkirchen. Er hat einen sehr steilen Abbruch zum Pflegersee, ist aber von Westen recht einfach zu erreichen. Naja, einige Schweißtropfen kostet er schon. Der Blick von dort oben geht ins gesamte Werdenfelser Land und in die anschließenden Gebirge. Wanderrouten westlich der Loisach sind der guten Aussicht wegen alle recht lohnend.

Teufelsstättkopf
Teufelsstättkopf

Teufelsstättkopf, der furchteinflößende Gipfel nahe Oberammergau. Ganz so schlimm wie sein Name ist der Berg aber dann doch nicht. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit braucht man aber schon. Ein kräftiges Stahlseil ist in einem Kamin knapp unterhalb des Gipfel sehr hilfreich. Auch am Gipfelkreuz ist wenig Platz

Bilder zur Wanderung

Ein Gipfelkreuz konnte ich nur am Laber entdecken, auf dem Schartenkopf sah ich keines. Dafür steht an der Bergstation der Bahn ein Berggasthof, der nach der Anstrengung des Gehens sehr willkommen. Leichter und sicherer kommt man natürlich mit der Bahn auf den Berg, aber das wäre ja nicht der Sinn der Sache. Vom Restaurant aus gibt es einen herrlichen Fernblick auf Garmisch-Partenkirchen samt seinen Skischanzen und natürlich in das Wettersteingebirge.

Nach der Laberalm wird es ein ernster Aufstieg. Erst geht es ein gutes Stück quer zum Steilhang, Dann kommt ein sehr steiles Stück direkt bergauf mit vielen kleinen Serpentinen hoch in Richtung "Gipfel" des Schartenkopfes. Stolpern geht hier gar nicht.

Am Schartenkopf selbst kann man den "Gipfel" überhaupt nicht erkennen kann. Es geht mehrfach über und um solche Felsenteile herum. Viele Windungen macht der Pfad, immer wieder bespickt mit Geländestufen. Die Strecke erfordert die ganze Aufmerksamkeit.

Aufstieg zum Schartenkopf im Rückblick. Es hat mehrere steile und ausgesetzte Abschnitte. Ob man den "Gipfel" bereits überschritten hat, ist nicht sicher.

Nachdem ich zuvor einige Personen auf einem Kamm sah, erklärte ich diese Stelle einfach zum Gipfel und machte einen kurzen Abstecher dorthin. Vermutlich war es sogar der höchste Punkt vor dem Laber.

Zwischendurch gibt der Wald immer wieder den Blick frei ins Tal, nach Oberammergau. Die Straße nach Unterammergau ist noch relativ leicht zu erkennen. Bei genauem Hinsehen entdeckt man auch das Zentrum mit der Kirche St. Peter und Paul. Etwas rechts dahinter steht dann das Hauptgebäude der Passionsspiele.

Ein Blick nach Osten zeigt uns das Ettaler Manndl, den berühmten Kletterfelsen. Ja es ist sogar ein weiteres Wahrzeichen von Oberammergau. Es kann zwar ohne Sondersicherungen erklommen werden, ist aber nicht jedermanns Sache. Später traf ich eine Frau, die von dort kam und mir ihre mit Rost verdreckten Hände zeigte, die sie von der Eisenkette am Gipfelaufstieg hatte. Sie habe wegen "Überfüllung" aufgegeben und werde keinen weiteren Versuch machen, auf diesen Gipfel zu kommen.

Später geht es zum Soilasee noch einmal ordentlich bergab. Die steilsten Stellen sind aber sehr gut mit einer Holztreppe gestaltet, also völlig ungefährlich.

Unten erwartete ich dann den Soilasee, aber ich fand ihn nicht; der Karte nach muss er doch hier sein. Der Soilasee ist vollständig verlandet, im unteren Teil wachsen noch Binsen, oben dient er bereits als Weide.

Dann taucht sie auf, die Soila-Alm mit ihren beiden hölzernen Gebäuden in dem schönen Bergkessel. Eines davon ist das Wohngebäude, das andere ist die Scheune. Geradeaus weiter geht die Abkürzung ins Tal, rechts ist der Versorgungsweg zu sehen. Beides kann man auf dem Rückweg gehen.

Bevor wir zur Alm kommen, stehen noch zwei Steinböcke im Weg. Keine Angst, sie tun nichts, denn sie sind fest an den Baumstamm gebunden, auf dem sie stehen.

Der Lainebach hat oberhalb von Oberammergau ein großes Gefälle. Um ihn zu bändigen, mussten zahlreiche Verbauungen angebracht werden, zum Teil sind es Steinmauern, zum Teil Holztreppen.

Muren sind Materialabgänge (Erde, Geröll, Holz mit Wasser durchnässt), die in den Flusstälern oder an steilen Hängen immer wieder auftreten. Meist enden sie harmlos, sie können aber auch enorme Schäden anrichten. Verbauungen sind oft dann nutzlos.

In Oberammergau hat man oberhalb des Ortsrandes ein großes Auffangbecken angelegt, in dem sich das Wasser beruhigen kann und die Fracht sich ablagert. Von Zeit zu Zeit muss hier natürlich ausgebaggert werden.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 01.10.2020