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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Erlerberg



Erlerberg

Erlerberg mit Spitzstein - der südwestliche Zipfel der Chiemgauer Alpen liegt in Tirol. Viele prächtige, weit verteile Almen und Bauernhöfe kennzeichnen diese Landschaft. Wälder und Wiesen wechseln sich in rascher Folge ab. Das macht es zu einem Wandergebiet, wie man es sich für einfache Touren nicht besser wünschen könnte. Dazu gehören auch viele Einkehrmöglichkeiten. Im Bild: einer der vielen, schönen Höfe auf einer Kuppe. Ringsum liegen seine Almflächen, teils gemäht, teils beweidet, ein ideales Gebiet für einen ruhigen, erholsamen Urlaub (Erstwanderung: September 2016; aktualisiert: Juni 2020)

Abstract
Der Erlerberg ist eine recht abwechslungsreiche Wandergegend zwischen dem Trockenbachtal (östlich des Inns) und dem Quellgebiet der Prien. Der größte Teil liegt in Tirol, nur im Osten sind ein paar Höfe bayerisch. Mit Ausnahme des Spitzsteins finden sich dort die großen Berge nicht. Das dichte Netz an Wanderwegen ist technisch sehr einfach deshalb auch Anfängern jederzeit zu empfehlen.
Landschaftlich prägend ist die ständige Abwechslung von Wiesen/Weiden und Wald; das macht das Gebiet sehr reizvoll. Dort befinden sich einerseits die Hauptstandorte von Bauernhöfen, aber auch Almen, auf denen die Tiere nur den Sommer über weiden. Mit dazu gehörten auch Berggasthöfe und Einkehralmen. Fünf an der Zahl zählten wir auf dieser Runde.
Aus dem Inntal führt eine öffentliche Straße ins Zentrum dieses Gebietes mit einem Parkplatz nahe der Goglalm. Bei schwierigen Straßenbedingungen ist dieser Standort allerdings nicht immer erreichbar. Ansonsten kann man dortige Touren auch ab Sachrang recht gut starten.
Schwierigkeit:44.0anstrengend (>40)
Tracklänge:14,7 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:30 h*lang (>5 h)
Höhensumme:944 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Sachrang West772
Abzw. zur Mesneralm798 0:211.31
Mesneralm1090 0:501.79
Altkaseralm1275 0:471.63
Gipfel Spitzstein1595 0:531.28
Altkaseralm1275 0:391.20
Goglalm1152 0:171.01
Stoanalam1040 0:120:66
Abzw. Abkürzung1003 0:120:60
Zurück von Abkürzung1003 0:120:75
Dreieck „Poststelle“970 0:110:76
Berggasthof Moosbauer964 0:120:61
Abzw. Pfad937 0:141.00
Parkplatz Sachrang West772 0:302.12
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Hochriesgebiet, Erlerberg östlich von Erl/Tirol; Karten: AV-Wanderkarte BY 17 (1:25000), Hochries-Geigelstein; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
11.09.2016; Tassilo und ich sind diese Tour zusammen gegangen. Außer uns waren noch viele andere Wanderer unterwegs, selbst auf der abseits liegenden Teilstrecke über die Mesneralm. Und die vielen Mountainbiker - manchmal tun sie einem leid, wenn sie ihr Gerät mühsam über holprige Steinstufen schleppen. Leider konnten wir auch viele Berggeher mit völlig ungeeignetem Schuhwerk treffen; offenbar unterschätzen manche Personen die Berge trotz aller Appelle und Warnungen immer noch hoffnungslos. Es herrschte im Grunde ein Hochdruckgebiet, trotzdem kam es immer wieder zur Bildung kräftiger Wolkenstöcke. Es bestand zwar eine latente Gefahr von Gewittern oder Regenschauern, aber es besserte sich immer wieder. Die Temperatur war noch angenehm, leichter Wind sorgte zwischendurch für etwas Abkühlung. Leider war durch diese Konstellation die Sicht nicht sehr gut.
Erreichte Gipfel
Der höchste Punkt dieser Wanderung liegt mit1598 m auf dem Gipfel des Spitzsteins. Wem der Aufstieg dorthin zu schwierig erscheint, der kann jederzeit an der Altkaseralm abkürzen und warten, man kommt ja ohnehin zurück.
Alm(en), Hütt(en):
Moosbauer , Altkaseralm, Spitzsteinhaus, Goglalm, Stoana-Alm, Die Mesneralm (1090 m) ist die wichtigste Hütte an der Ostseite der Tour. Im Gebiet des Erlerberges selbst kommt man an vielen Anwesen direkt vorbei, bzw. passiert sie in geringer Entfernung.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Sachrang West; der Platz liegt westlich außerhalb des Ortes, sogar noch über der dort noch jungen Prien. Adresse: Kirchstraße 43, 83229 Aschau. Koordinaten: N = 47.688462, E = 12.256480; Geographische Daten: N = 47°41'18.5'', E = 12°15'23.3''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 294124, N = 5285321.Gauß-Krüger: R-E = 4519361.174, H-N = 5283378.295. Die Ortsmitte von Sachrang ist mit einem öffentlichen Bus erreichbar. An dieser Stelle kommt man ohnehin vorbei. Man muss in diesem Falle allerdings am Ende der Tour das Stück ab dem Parkplatz noch gehen. Mit Rollstühlen oder Kinderwägen ist die Tour nicht zu bewältigen.
Vom Parkplatz geht es zurück durch den Ort bis zur Kirche, daran links vorbei und in einer großen Kurve bergauf. An der Abzweigung zur Mesneralm geht ein Wanderweg nach rechts von der Straße ab. Später führt er als Steig bergauf zur Mesneralm, daran vorbei und weiter bergauf bis zur Altkaseralm. Anschließend erfolgt der Aufstieg über das breite Band an Steigen zum Gipfel des Spitzsteins und wieder zurück zur Altkaseralm. Am Spitzsteinhaus vorbei geht es auf der Versorgungsstraße zur Goglalm. Dort leitet ein Pfad nach rechts über die Wiese zur Stoanaalm. Auf der Versorgungsstraße geht es weiter bergab, am ersten Wegedreick nach rechts. In einer kleinen Mulde sind wir links abgebogen, haben das aber als "Irrweg" erkannt und sind wieder zurück auf die Straße (es wäre richtig gewesen, wenn wir den Kurs gehalten hätten und weglos weitergegangen wären!). Von dort geht es weiter bergab bis zur "Poststelle" (an einem Wegedreieck stehen etliche Brief- und Zeitungskasten). Es geht weiter nach links leicht bergauf, über die Kuppe und abwärts zum Gasthof Moosbauer. In gleicher Richtung weiter, leicht bergauf an einem Hof vorbei. Dann leicht bergab, am Dreieck nach links und gleich wieder nach rechts auf einen Pfad. Noch einmal eine kleine Straße überqueren, erneut über die Wiese abkürzen und weiter auf der Straße in vielen Kurven bergab. Auf dieser Straße bis zum Parkplatz bleiben. Höhensumme, Gehzeit und Streckenlänge führen insgesamt zur Einstufung als "anstrengende Tour". Von der Sanftheit der Landschaft darf man sich nicht täuschen lassen.
Anmerkungen:
Teile dieser Tour kannte ich schon von einer früheren Wanderung (siehe benachbarte Wanderungen "Spitzstein"). Der Hauptteil bezog sich diesmal eindeutig auf den "Erlerberg", also das Gebiet südlich des Spitzsteins zwischen der Prien und dem Trockenbachtal. Da ich aber auch die Mesneralm sehen wollte, kam der große Bogen nach Osten zustande. Alternativ könnte man vom gleichen Ausgangspunkt an der Prien entlang über Mitterleiten und dann an der Grenze aufsteigen. Der Abstecher von der Altkaseralm zum Gipfel des Spitzsteins ist ein Muss. Das haben sich viele andere auch gedacht und für einige wurde daraus dann ein Kampf mit dem Berg. Anschließend ist es ein einfaches Wandern durch die abwechslungsreiche Gegend mit den vielen Bauernhöfen und auch insgesamt fünf Einkehrmöglichkeiten. Die Beschilderung ist zwar gut, aber man macht keinen Fehler, wenn man sich durch Kartenstudium die Gegend mit ihrem Wegenetz einprägt, bzw. die Karte natürlich dabei hat.

Benachbarte Wanderungen

Pastaukopf
Pastaukopf

Pastaukopf - schon mal gehört? Es ist wirklich ein völlig unbekannter Berg im den westlichen Chiemgauer Alpen, also ein Geheimtipp. Er steht im Dreieck aus Kranzhorn, Heuberg und Spitzstein. Orientierungssinn und gutes Spurenlesen sind unbedingt erforderlich. Dafür wird man mit absoluter Ruhe belohnt, aus der Kraft zu schöpfen ist. Zwei Hütten kann man aber trotzdem aufsuchen: die Schwarzrieshütte und die Hintermoar Alm.

Euzenauer Tal
Euzenauer Tal

Die Euzenau ist ein Hochtal südlich der Hochriesgruppe mit Feichteck und den andern Bergen. Es liegt mit etlichen Almen (ohne Bewirtung) noch in Bayern, ein Grenzübertritt nach Tirol ist aber nicht ausgeschlossen. Der erfolgt im zweiten Teil der einfach zu gehenden Runde mit dem Besuch auf der Schwarzrieshütte. Dann geht es über die Wagneralm wieder zurück zum Ausgangspunkt, dem Waldparkplatz Gammernwald.

Feichteck
Feichteck

Das Feichteck ist das westliche Ende der Hochriesgruppe mit der Hochries und dem Karkopf. Zweifellos ist die Hochries mit der Seilbahn der Chef dieser Gruppe und auch für "Fußlahme" zu erreichen. Dafür ist das Feichteck der "ernsthaftere" Berg, denn es ist ein ordentlicher Aufstieg nötig, um zu seinem Gipfel zu kommen. Üblicherweise geht das über die Wagneralm, auf dem Rückweg kann man dann auch noch die Feichteckalm besuchen.

Heuberg
Heuberg

Der Heuberg ist eigentlich nur ein recht schüchterner Gipfel zwischen zwei schroffen Bergen: dem Kitzstein und dem Kletterfelsen Wasserwand. Aber er hat ein eigenes Gipfelkreuz und ist ein selbständiger Berg. Bekannt ist er wegen zweier Umstande: die an seiner Ostseite so riesige Almfläche mit der Laglerhütte und der Deindlhütte, sowie die jedes Frühjahr flächendeckend auftretende Krokusblüte. Man muss aber den richtigen Zeitpunkt für einen Besuch erwischen.

Spitzstein
Spitzstein

Der Spitzstein wird seinem Namen voll gerecht. Als Grenzberg zwischen Bayern und Tirol steht er am nördlichen Rand des Erlerberges, hat eine nicht ganz so steile Südflanke, aber einen kräftigen Nordabbruch. Das macht ihn zu einem oft gewählten Wanderziel, wobei man den Ausgangspunkt dafür entweder mit einer Anfahrt aus dem Inntal bis zur Goglalm, oder aus Sachrang wählen kann. An seiner Südseite liegen (zusammen mit dem Spitzsteinhaus) vier Einkehrmöglichkeiten.

Kranzhorn
Kranzhorn

Das Kranzhorn ist wegen seiner einmaligen Gipfelform ein unverwechselbarer Grenzberg im Inntal. Blickt man nach Süden, so ist seine gebogene Nase auf der Ostseite des Tales nicht zu übersehen. Oft genug findet man den Berg deshalb in Anschnitten zu Filmen und Fernsehberichten. Auch für Wanderungen ist er ein recht respektabler Berg mit seinen fast 1000 Höhenmetern aus dem Inntal. Glücklicherweise liegt im oberen Teil die Tiroler Kranzhornhütte, an der man sogar zweimal einkehrt; am weiteren Aufstieg und am Abstieg.

Schachenberg
Schachenberg

Der Schachenberg ist ein recht gemütlicher Gipfel im Geigelsteingebiet, mit kurzem Aufstieg aus dem Priental in Höhe Innerwald. Die Rundtour ist ohne jede technische Schwierigkeit, sieht man von dem holprigen Nordabstieg einmal etwas ab. Er ist also bestens geeignet auch für Anfänger und nicht so konditionsstarke Personen. Die dabei möglichen Fernblicke sind erstaunlich gut. Den Berg darf man allerdings nicht mit den bekannten Schachen im Wettersteingebirge verwechseln.

Bilder zur Wanderung

Dieser Blick ist typisch für den Erlerberg: bergige Landschaft im Wechsel von Wiesen und Weiden mit Waldstücken, dazwischen Bachläufe mit Uferbewuchs. Immer wieder einzelne Anwesen und Bauernhöfe, mal etwas kleiner, mal sehr stattlich. Blick nach Nordwesten zum Kranzhorn, links liegt der Kienberg. Derart hohe Berge gibt es nur wenige.

Sehr großer Bauernhof mit zwei Hauptgebäuden. Bauwerke, Gärten und Fluren befinden sich in bestem Pflegezustand. Kennzeichen vieler Gebäude ist ein kleiner Glockenturm uaf dem First. In der Nähe dieses Hofes gibt es eine Kreuzung, die als "Poststelle" dient. An einem kräftigen Pfahl sind fünf Briefkästen befestigt, in die der Postbote seine Post ablegt, die dann von den Adressaten abgeholt wird.

Auch die Goglalm hat ein neu erbautes Wohn- und Wirtschaftsgebäude; im Hintergrund sieht man den Spitzstein. Die alte Almhütte (verdeckt) dient ausschließlich zur Bewirtung der Wanderer. Dort gibt es dann regen Besuch, zumal der öffentliche Parkplatz nicht weit entfernt ist.

Altkaseralm mit Blick über den Erlerberg. Auch diese Alm hat in den letzten Jahren einen großen Entwicklungsschritt nach vorne gemacht. An ihr kommt unweigerlich das Gefühl auf, "ganz oben zu sein", der Blick geht nach Süden über einen großen Teil des Erlerberges hinweg.

Die Mesneralm steht auf bayerischer Seite, nördlich von Sachrang. Das Gebäude ist noch in gutem Zustand, aber die Entwicklung ist stehen geblieben, die umliegende Almfläche ist nicht mehr genutzt. Natürlich kennt keiner die Gründe dafür. Auffallend ist aber durchaus, dass das Leben im nahen Tirol ganz anders aussieht.

Grenzübertritt. Auf der Tour wechselt man mehrmals die Grenze von Bayern nach Tirol und zurück. Am Aufstieg zum Spitzstein markiert ein Weidezaun gleichzeitig die Landesgrenze. Vor dem Zaun ist Bayern, dahinter Tirol.

Gipfel des Grenzberges Spitzstein. Gipfelkreuz und Kapelle sind in Tirol, wie der Grenzstein belegt. Das ist natürlich ein Punkt mit besonders guter Fernsicht nach Norden.

Es gibt viele Gelegenheiten, Berge in allen vier Himmelsrichtungen zu bestaunen. Im Bild: Blick nach Westen zu Kranzhorn, Pastaukopf und Heuberg. Auch diese Berge habe ich mittlerweile alle besucht. Und es ist ein besonderes Gefühl zu wissen: "dort droben war ich auch schon" (siehe benachbarte Wanderungen).

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 07.08.2020