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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Almen, Hütten

Steiner Alm


Steiner Alm

Beschreibung der Hütte

Zuletzt aktualisiert: 15.05.2024, 17:59 Uhr

Kurzbeschreibung:
Steiner Alm - der frühere Bergbau lässt grüßen. Die alte, traditionsreiche Alm im östlichen Chiemgau steht in einem der schönsten Bergkessel, die es in diesem Gebirgszug gibt. Heute hält sie Jungvieh auf ihren Flächen. Früher war sie neben der Viehhaltung auch noch der wesentlichste Stützpunkt des Bergbaus in den Staufenbergen. Dies dokumentiert sie mit einem vollbepackten Hunt, der heute noch vor dem Almgebäude steht. Die Alm hat den Sommer über für Wanderer zur Einkehr geöffnet und bietet die typische Almverpflegung recht unkompliziert an. Dies gilt aber nur für die Zeit zwischen Anfang Juni und Anfang Oktober, dann aber ohne Ruhetag. Nachdem es nördlich der Staufenberge kaum noch andere Einkehrmöglichkeiten gibt (nur noch das Forsthaus Adlgaß), kann sie mit gutem Besuch rechnen. Aus Osten (ab Piding) ist sie über einen Versorgungsweg gut zu erreichen, den nicht nur immer wieder aufstrebende Kinderwagenpiloten zu einer Trainingsfahrt nutzen. Die Wanderer kommen aber auch aus Westen vom nahen Frillensee oder sogar von hoch oben vom Hochstaufen über das bayerische Stiegl. Im Bild: Blick auf das sehr alte Gebäude, das untypischerweise in Form eines Winkelbaus erstellt wurde. Aufgrund der Vergangenheit als Stützpunkt für Bergleute muss man von besonderen, zweckdienlichen Bauformen ausgehen. Aktuelle Renovierungen am Dach und an den Wänden sind ein Zeichen dafür, dass der Eigentümer diese Alm auch weiterhin erhalten will (Erstbesuch: Juli 2020)
Gebirge, Berg, Lage, Tal
Chiemgauer Alpen, Untergruppe östliche Chiemgauer Berge, namentlich Staufener Berge. Wanderkarten für diese Alm: 1. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D; "Chiemgauer Alpen Ost". 2. Kompass Nr. 14 (1:50000), "Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen". 3. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro, bzw. TOPO Deutschland V7 Pro. AV-Digital und die Kompasskarte weisen die Steineralm als bewirtete Alm aus. Google Maps führt sie als Gasthaus/Pension, wobei letzteres im Sinne von Übernachtungen natürlich nicht zutrifft. Auch von der Amtlichen Topografischen Karte gibt es seit 2019 ein Blatt: ATK25-Q17 "Bad Reichenhall", ISBN = 978-3-89933-725-9 (ich selbst habe die Karte noch nicht benutzt, aber sie ist ganz bestimmt sehr gut). ; die Steineralm liegt nördlich des Hochstaufens am tiefsten Punkt in dem nach Osten offenen Bergkessel, der sich an der Nordseite der Staufenberge zu den nördlichen Vorbergen (Aufhamer Wald) bildet. Der westliche Abschluss ist das Bayerische Stiegl, ein Sattel, der dort den Abstieg vom Hohenstaufen beendet. Aus dem Kessel heraus beginnt das Tal des Leitengrabens, das nach Piding offen ist und von dort seinen Versorgungszugang hat. Der Kessel entwässert über den Leitengraben und die Stoißer Ache letztlich in die Saalach.
Hüttentyp, Höhe, Öffentl. Zufahrt
Die Steiner Alm ist eine klassische Brotzeitalm, sie liegt auf 1027 m Höhe, eine öffentliche Zufahrt ist nicht möglich. Auf dem Versorgungsweg ab Piding ist aber die Nutzung von Kinderwägen möglich. Adresse (unpräzise): Am Hochstaufen, D-8451 Piding. Koordinaten: N = 47.767810, E = 12.842524; Geographische Daten: N = 47°46'04.1'', E = 12°50'33.1''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 338344, N = 5292747; Gauß-Krüger: R-E = 4563261.192, H-N = 5292512.531. An Wanderrouten sind in der Hauptsache drei Richtungen zu erwähnen. Aus Osten führt der Versorgungsweg zur Alm hoch, das ist wohl der einfachste Weg, um zur Alm zu kommen. Aus Süden bzw. aus Westen kommt der Abstieg vom Hochstaufen zum Bayerischen Stiegel in Betracht. Dort kommt auch die Strecke an, die am Frillensee beginnt. Beide Wanderstrecken gehen dann durchaus anspruchsvoll in den Kessel zur Alm. Aus Norden gibt es den Endabstieg auf einem Bergpfad zur Alm. Vorher aber ist ein Netz an Forstwegen angeschlossen, das in den Hauptrichtungen aus Adlgaß, Anger oder Aufham kommt. Sofern jemand auf der Autobahn anreist, kommt eigentlich nur die Ausfahrt 115 (Bad Reichenhall) in Frage.
Parken:
Parkmöglichkeiten an der Alm gibt es nicht, da sie keine öffentliche Zufahrt hat. Möglich ist aber, dass es Sonderfahrten für berechtigte Personen gibt. Für Wanderungen sind deshalb die Ausgangspunkte in Piding (am WPP Pidinger Klettersteig) oder am Forsthaus Adelgass anzusteuern. Von beiden Seiten aus sind ordentliche Anmarschwege nötig, bis man zur Hütte kommt.
ÖPNV:
Das Forsthaus Adelgass hat eine Bushaltestelle, wobei aber nicht sicher ist, ob sie nur vom Schulbus angefahren wird. An der östlichen Seite gibt es Haltestellen in Anger und Piding und von dort wird man wohl aufsteigen, wenn man diese Verkehrsmittel nutzt. Egal ob jemand mit diesen Verkehrsmitteln anreist oder mit dem Auto, es macht keinen Unterschied für den noch erforderlichen Weg zu Fuß.
Barrierefreiheit:
Der Verpflegungsbereich vor der Hütte ist barrierefrei erreichbar sofern man den Versorgungsweg aus Osten nutzt. Ab dem Forsthaus Adlgaß kommt man damit nicht über die Berge, denn sie haben auf allen Routen recht deutliche Steige mit Engstellen und Geländestufen. Über den Hochstaufen geht das sowieso nicht. Fraglich ist nur, wie viele Personen sich mit Kinderwägen und/oder Rollstühlen auf den langen Versorgungsweg aufmachen. Technisch wäre es nicht unmöglich.
Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Gastronomie
(ohne Gewähr; es wird dringend empfohlen, Öffnungszeiten bzw. Bewirtschaftung vor der Wanderung aktuell zu erkunden)
Hüttentelefon: +49 8652 4404 (Hütte). Die Alm hat zwar schon länger eine eigene Internetseite, die aber außer einem Foto ohne Inhalt ist. Vermutlich kann sie auch ohne diese Eigenwerbung mit genügend Besuchern rechnen und verzichtet darauf, diese Informationsquelle weiter zu entwickeln. Ansonsten sind genügend weitere Informationen über diverse Touristikportale möglich.; Internet: www.steiner-alm.de
Die Alm hat alljährlich in der Zeit von Anfang Juni bis zum 3. Oktober zur Einkehr für die Wanderer geöffnet. Am Schlusstag findet traditionell noch ein Almfest mit Bergmesse in der St. Ruppertuskapelle direkt neben der Almhütte statt (2020 fällt sie aus), dann ist Schluss. Einen Ruhetag kennt die Sennerin nicht. Es könnte aber sein, dass sie kurzeitig irgendetwas im Gelände zu tun hat und deshalb nicht anzutreffen ist. An Verpflegung ist die übliche Almkost, also Speck- und Käsbrote, sowie warme Würstl, angeboten. Dazu kommen die üblichen Getränke, einschließlich Kaffee. Übernachtungen sind nicht möglich, wiewohl das früher so gewesen sein muss. Wer sich dort nicht verköstigen will, muss weit gehen, bis er eine andere Möglichkeit findet. Die nächste Gelegenheit ist dann erst das Forsthaus Adlgaß am anderen Ende des Gebirgszuges, nicht mehr weit von Inzell entfernt. Auch zum Reichenhaller Haus aufzusteigen, ist keine gute Idee. Kommt also nur noch der Abstieg ins Tal nach Piding und zu den andern Orten in Betracht, das aber auch nur, wenn man ohnehin dorthin will. Die Versorgung ist sehr gut, so dass es also keinen Grund gibt, an eine andere Hütte zu denken.
Gebäude/Umgebung, Almwirtschaftl. Nutzung
Im Baustil ist die Steiner Alm der klassische Holzbau, mit Wohntrakt und einem sehr langen Stall unter einem First in Süd/Nord-Richtung. Zusätzlich ist an der Westseite ein Querbau angebracht. Die Toiletten befinden sich in einem kleinen Häuschen direkt nebenan. Der Eingang in die Hütte befindet sich mittig in der südlichen Giebelseite. Dem vorgelagert ist ein Vouhaagl in Hausbreite unter dem überstehenden Dach, ausgelegt mit Holzbohlen und abgegrenzt mit Holzstangen. Es lässt sich also auch bei nicht sehr gutem Wetter ein gemütliches Plätzchen finden. Die dort aufgestellten Sitzbänke sind aber in CORONA-Zeiten nicht benutzt gewesen. Zusätzlich ist der weitere Hofraum mit den beiden mächtigen Hausbäumen und der relativ jungen Ruppertikapelle zusätzlich abgetrennt. Er bietet genügend Möglichkeiten zu besonderen Anlässen viele weitere Sitzmöglichkeiten für die Besucher zu schaffen. Fernsicht besteht in dem riesigen Kessel allerdings nur nach Süden zu den Staufenbergen. Der große Stall lässt noch erahnen, dass dort ehemals viele Zugtiere für die Transporte des Erzes aus dem Bergbau standen und nicht nur das klassische Almvieh.
Die Steineralm hält auf ihren Flächen jetzt nur noch Jungvieh. Das tägliche Melken ist nicht mehr erforderlich. Dem Augenschein nach standen dort zu Zeiten des Erzbergbaus bestimmt auch Kühe und Zugtiere wie Ochsen und Pferde und die wohl auch sehr geduldigen und leistungsstarken Tragtiere wie Esel und Mulis. Sie alle mussten auf der Alm versorgt werden.
Anmerkungen
Die östlichen Chiemgauer Berge sind für einen ehemals recht bedeutenden Bergbau bekannt. Beispiele dafür sind der Teisenberg, der Rauschberg, der Streicher und eben auch die Staufenberge. Beim Aufstieg zum Streicher fallen - neben der Bergbau-Kapelle - die vielen Abraumhügel auf, die den Berg sehr verändert haben. Gleiches gilt für den Staufenberg, wobei da hinzukommt, dass die Steineralm an diese Vergangenheit ganz besonders erinnert. Spätestens beim Anblick des vollbeladenen Hunts vor der Alm wird man nicht umhin können, das zur Kenntnis zu nehmen und sich vorzustellen, welche Betriebsamkeit die Steineralm einst geprägt haben muss. Hinzu kommt die Salzgewinnung im nahen Bad Reichenhall. Sie hat einerseits die Holzwirtschaft maßgeblich mit der Lieferung von Brennholz für die Sudpfannen geprägt. Andererseits gab es auch die Soleleitung nach Rosenheim, eine technische Meisterleistung, die heute noch ihre Spuren im Gelände hat. Damals wie heute ist Steiner Alm - abgesehen vom Forsthaus Adlgaß - die einzige Einkehrmöglichkeit nördlich der Staufenberge. Das gilt auch für den stark frequentierten Frillensee bei dem einst vorgesehen war, auf ihm besondere Eislaufwettbewerbe auszutragen. Da die Alm zusätzlich auch aus Piding recht gut zu erreichen ist, besetzt sie sozusagen einen wichtigen Kreuzungspunkt an Wanderwegen. Über Besuch braucht sie sich wohl nicht zu beklagen. Dem wird die erfahrene und freundliche Almerin aber allemal gerecht. Ihr Angebot ist keine Speisenkarte einer Gaststätte, aber das ist auch nicht nötig. Die Bestellungen werden sofort erledigt. Wartezeiten habe ich an diesem Tag in der Hauptferienzeit nicht beobachtet. In Sichtweite zu den hohen Bergen kann man seine Brotzeit in aller Ruhe und Stille genießen, nur begleitet von den Kuhglocken der ringsum weidenden Tiere. Einziger Wermutstropfen dieser Idylle ist es, das der Bergkessel rapide zuwächst und dann als "Alm" nicht mehr zu erkennen ist. Wichtig wäre es, dem mit geeigneten Pflegemaßnahmen baldmöglichst entgegenzuwirken.

Wanderungen zur Hütte

Frillensee
Frillensee

 

 

 

 

 

 

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