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Almentour Silleck



Almentour Silleck

Almentour Silleck - Rundwanderung um den östlichen Nebengipfel des Hochgerns mit Abstechern zu vier Einkehralmen: Bischofsfellnalm, Hinteralm, Brachtalm und Vorderalm. Im Bild: Blick von der Vorderalm nach Süden zum Hochgern (rechts) und zum Silleck mit dem großen Felsen (Erstwanderung: August 2015; aktualisiert: April 2020)

Abstract
Das Silleck ist ein östlicher Nebengipfel des Hochgerns. Dieser Gipfel ist zwar zugänglich, aber nur den Geübten zu empfehlen. Dazu zählte ich mich nicht und ich wollte das auch nicht versuchen. Mein Ziel war der Besuch auf den vier Brotzeitalmen, die rings um ihn herum erreichbar sind. Der Auf- und auch der Endabstieg erfolgen durch das Weisse-Achen-Tal.
Der technische Anspruch der Teilstrecken ist recht unterschiedlich. Es sind einige steile Stücke dabei (Aufstieg zur Bischofsfellnalm) oder der holprige Quersteig von der Hinteralm zur Vorderalm. Alles Übrige ist sehr einfach zu gehen. An den Spuren der Querverbindung war zu erkennen, dass wohl nicht allzu viele diese Strecke gehen. Das gilt natürlich nicht für den Besuch der Hütten als solches.
Schwierigkeit:41.0anstrengend (>40)
Tracklänge:14,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:20 h*lang (>5 h)
Höhensumme:850 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Kohlstatt/Bergen 727
Abzw. Rückweg810 0:17
Eschelmoos1050 0:56
Abzw. Hinteralm/Bischofsfellnalm1130 0:14
Bischofsfellnalm1381 0:54
Hinteralm1139 0:30
Abzw. Brachtalm1140 1:03
Brachtalm1177 0:21
Vorderalm1153 0:21
Einmü auf Hinweg810 0:33
Parkplatz Kohlstatt/Bergen 727 0:11
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge, das Wandergebiet liegt an der Ostseite des Hochgern; Talort ist Bergen bzw. das weiter westlich in dem engen Tal liegende Kohlstadt. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 10, Chiemsee-Chiemgauer Alpen; AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen Mitte bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
04.08.2015; Alleingang. Dank der Ferienzeit waren viele Wanderer und Biker unterwegs, vornehmlich auf den Hauptrouten und in der Nähe der Almen. An der etwas heiklen Querverbindung von der Hinter- zur Vorderalm habe ich niemand angetroffen. Es herrschte stabiles Hochdruckwetter mit blauem Himmel und guter Fernsicht. Am Nachmittag zogen einige Schleierwolken auf. Die Temperaturen waren hoch, in Waldpassagen aber erträglich.
Erreichte Gipfel
Kein Gipfel erreicht, das war auch nicht vorgesehen. Der höchste Punkt liegt mit 1381 m auf der Bischofsfellnalm.
Alm(en), Hütt(en):
Bischofsfellnalm , Hinteralm (Hochgern) , Brachtalm, Vorderalm (Hochgern), An anderen Hütten sind die Schutzhütte Rotwandlkopf am Aufstiegsweg und die Selbstversorgerhütte auf der Bischofsfellnalm zu nennen. Dort gibt es eine weitere Alm, ebenso nahe der Hinteralm.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Kohlstadt/Bergen. Am Ende der Asphaltstrecke liegen einige langgezogene Parkmöglichkeiten (Gebühr: keine, das gab es wohl früher); Adresse: Sommerau 1, D-83346 Bergen. Koordinaten: N = 47.778035, E = 12.552539; Geographische Daten: N = 47°46'40.9'', E = 12°33'09.1''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 316654, N = 5294531; Gauß-Krüger: R-E = 4541516.154, H-N = 5293453.444. Der Ausgangspunkt der Tour liegt weit drinnen in einem engen Tal. Eine öffentliche Anbindung des Verkehrs gibt es dorthin nicht. Da die Strecke bis zur Hinteralm auf einer guten Versorgungsstraße verläuft, wäre theoretisch auch die Benutzung von Rollstühlen möglich. Auf den anderen Teilen geht das nicht, insbesondere nicht hinauf zur Bischofsfellnalm.
Vom Parkplatz geht es geradeaus weiter; an der Abzweigung zum Hochfelln geht man rechts, später vorbei an der Talstation der Materialseilbahn zum Hochgern. Etwas weiter oben teilt sich der Weg: nach links geht es in Richtung Eschelmoos, Bischofsfellalm und Hinteralm, von rechts kommt man am Ende der Wanderung wieder zurück. Weiter aufwärts entlang der Weißen Ache kommt man am Wasserfall vorbei. Im Folgenden geht es immer auf dem Versorgungsweg bergauf, vorbei an einer Schutzhütte, über eine neue Holzbrücke bis zur offenen Fläche auf der Eschelmoos. Dort geht es erneut geradeaus weiter Richtung Hinteralm. Auf einer Anhöhe zweigt ein Pfad nach links ab, der direkt zur Bischofsfellnalm steil nach oben führt. Rückweg bis in Sichtweite zur Hinteralm, dann links abzweigen und zur Alm absteigen, vorbei an der Alm und Querung des Osthanges des Sillecks; zuletzt leicht aufsteigen bis zur offenen Moorfläche kurz vor der Hinteralm. Dann nach links auf den Holzstegen und durch den Wald bis zur Brachtalm. Rückweg und weiter zur Hinteralm. Von der Hinteralm auf der Forststraße nach Osten, Abstieg in Richtung Bergen. In Talnähe mündet diese Straße auf den Aufstiegsweg ein, zuletzt geht es zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Es ist eine Tour, bei der ich ganz bewusst den Schwerpunkt auf den Besuch der östlich des Hochgern liegenden Almen legte bzw. rund um das Silleck, dessen östlichen Nebengipfel. Über die Art der Bewirtung auf diesen Almen war ich mit nicht ganz klar. Von der Papierform her schien die Strecke nicht allzu anstrengend zu sein. Der Auf-und Abstieg zwischen Hinteralm und Bischofsfellnalm und die Querung des Steilgeländes zwischen Hinteralm und Vorderalm haben es aber ganz schön in sich. Auch die Überquerung des Moorgeländes auf schmalen Holzbohlen war ganz interessant. Für Fußgänger geht das gut, aber die Biker haben ordentlich gekämpft. Der Besuch auf den vier Almen - jeweils als Einkehralm mit Getränken und Brotzeiten - hat aber dafür gesorgt, dass sich Hunger und Durst in Grenzen hielten, gleichwohl erfordert das aber auch Kondition. Überraschend war für mich weiterhin, dass die Brachtalm sogar Übernachtungsmöglichkeiten im Matratzenlager anbietet. Das liegt daran, dass vor einiger Zeit der Fernwanderweg "SalzAlpensteig" eingerichtet wurde, der vom Chiemsee über den Königssee zum Hallstätter See führt. Die Brachtalm ist davon ein Stützpunkt mit einfacher Übernachtung (es gibt aber Halbpension). Bei den entscheidenden Kriterien Höhensumme, Streckenlänge und Wanderzeit kommen jeweils ordentliche Werte zusammen, so dass sich insgesamt die Eingruppierung "anstrengend" ergibt.

Benachbarte Wanderungen

Weisse Achen-Tal
Weisse Achen-Tal

Das "Weisse-Achen-Tal" trennt den Hochgern vom Hochfelln. Durch das steile Tal mit dem wilden Fluss geht der Ostaufstieg zum Hochgern oder in Richtung Eschelmoosalm und im weiteren sogar nach Urschlau oder zur Röthelmoosalm. Knapp unter dem Hochgern liegt die Bischofsfellnalm und ein Stück tiefer die Hinteralm. Beide lassen sich mit einer kleinen Runde verbinden. Ein Gipfel im klassischen Sinne steht nicht auf dieser Tour. Aber das muss ja nicht jedes Mal so sein.

Jochbergalmen-Runde
Jochbergalmen-Runde

Drei Kaser sind es, die zu den Jochbergalmen zählen, allesamt als Brotzeitalmen genutzt: Mesnerkaser, Bachmannkaser und Auerkaser. Östlich von Unterwössen stehen sie in unmittelbarer Nähe zueinander, südlich des Hochgerns. Der einfachste Aufstieg geht durch das Kaltenbachtal, den man zu einer Runde mit Abstieg über die Rechenbergalm ausweiten kann. Sofern noch Bedarf besteht, wartet das "Dampfschiff", ein recht exponierter Felsen, auch noch auf einen Besuch.

Almentour Bründling
Almentour Bründling

Bründling - das ist die mächtige Ostflanke des Hochfellns. Eine Vielzahl von Almen und Einkehrhäusern ist dort angesiedelt, von der Steinbergalm über die Gleichenbergalm bis zum Hochfellnhaus. Man kann nicht alle auf einer Wanderung besuchen. Wenn man den ersten Teil schon in der Wanderung "Hochfelln" erreicht hat, bedarf es für die zweite Wanderung eines anderen Namens. Und der ist dann schnell gefunden: "Almentour Bründling". Denn zur Bründlingalm zählen unmittelbar drei Hütten: Bründlingalm, Öder-Kaser, Bachmann-Kaser.

Almentour Zwölferspitz
Almentour Zwölferspitz

Der Zwölferspitz ist der westliche Nebengipfel des Hochgerns. Recht garstig ist er und lässt nur ungern Wanderer zu sich hinauf. Aber man kann ihn umrunden und daraus eine richtige Almenrunde machen. Es beginnt in Marquartstein und geht über die Schnappenkirche zur Staudacheralm. Nach der Einkehr geht es hoch zum Hochgern und auf seiner Südseite wieder runter. Das Hochgernhaus, das Enzianstüberl, die Moieralm und die Agersgschwendtalm warten dann noch auf Besucher.

Hochgern
Hochgern

Der Hochgern und sein östlicher Nachbar, der Hochfelln, sind unstrittig die Könige der Chiemgauer Berge. Beide sin deutlich über 1700 mhoch und ringsum mit Almen gut bestückt. Eines aber unterscheidet sie ganz besonders: auf den Hochfelln kann man mit der Bahn fahren, Fuß gehen. Der einfachste Aufstieg geht ab Marquartstein über die Agersgschwendtalm und das Hochgernhaus hoch. Eine herrliche Fernsicht ist dann der Lohn für die etwas anstrengende, aber völlig ungefährliche Strecke.

Hochfelln
Hochfelln

Hochfelln und Hochgern, das sind neben der Kampenwand die drei bekanntesten Gipfel der Chiemgauer Berge. Den Hochgern muss man in jedem Falle zu Fuß hochgehen, denn er hat keine Seilbahn, die anderen beiden schon. Wer auf sich hält, der geht auch den Hochfelln hinauf, zumindest ab der Steinbergalm. Unten, unterwegs, und auch oben warten dann Einkehrmöglichkeiten. Fall sich eine Gruppe mit Fußkranken aufgemacht hat, besteht für sie in der Mittelstation die Möglichkeit zum Einsteigen in die Seilbahn. Oben trifft man sich dann wieder.

Bilder zur Wanderung

Obwohl die Tour auf keinen Berggipfel führt, hat die Strecke durchaus alpinen Charakter. Mehrfach geht es steile Stücke rauf und runter, durch Kare und über schmale Geröllfelder. Wenn auch keine große Gefahr eines Absturzes besteht, der Knöchel ist schnell mal verknackst. Konzentriertes Gehen ist also durchaus angesagt, zumal es doch recht lange dauert bis man wieder am Ausgangspunkt ist.

Dabei bieten sich immer wieder Möglichkeiten für schöne Fernblicke, wie z.B. von der Vorderalm aus auf den etwas östlich liegenden Hochfelln. Aus Westen macht dieser Berg einen recht unnahbaren Eindruck. Aus Osten ist das aber ganz anders.

Gleiches gilt von der Eschelmoos aus über die dortige Hochfläche hinweg ebenfalls auf den Hochfelln. Links ist der Hochfelln im Anschnitt zu sehen, rechts der Weißgrabenkopf. Der Hochfelln ist auch aus dieser Seite erreichbar, allerdings mit einem langen Anstieg über den Thoraukopf.

Deutlich überschaubarer ist dagegen der Blick von der Bischofsfellnalm auf die Südflanke des Hochgern. Der weglose Aufstieg ist allerdings nicht zu empfehlen. Man sollte schon den regulären Pfad an der Südwestkante nutzen, der kostet auch noch genug Kraft.

Einmalig sind auch die Moorflächen auf dem oberen Birkenmoos, nahe der Vorderalm. Nur über schmale Holzstege kann man sie überqueren. Bei Gegenverkehr wird das Ausweichen gar nicht so einfach.

Dazu öffnet sich immer wieder der Blick auf sehr schöne Almflächen. Auf dem Rückweg von der Braachtalm sthet man plötzlich auf der Wasserscheide nahe der Vorderalm. Links fließt das Wasser in Richtung Tiroler Achen, rechts in Richtung Weisse-Achen.

Genauso bleibend ist der Blick auf die Hinteralm. Die Einkehrhütte steht am Waldrand, im Vordergrund liegt eine andere Alm, die gerade recht aufwändig renoviert wird. Vorher geht s aber ordentlich bergab.

Auf der Vorderalm stehen etwa zwei Dutzend Ochsen, je zur Hälfte ein- und zweijährig. Aussage des Almers: "das sind vielleicht sture Viecher, egal was du sagst, sie rühren sich nicht".

Am Aufstieg entlang der Weißen Ache steht eine einfache Schutzhütte ("Rotwandlkopfhütte"), bei überraschenden Unwettern sicher sehr willkommen. Man kann dort eine Pause machen und in Ruhe seine mitgebrachte Brotzeit verzehren.

Wasserfall an der Weißen Ache, entstanden durch den Bau eines Schutzwehres. Ein Verweilen dort am Bach beruhigt ungemein. Je nach vorher gefallenen Regenfällen kann das sehr beschaulich oder auch wild tosend sein.

Vor einiger Zeit wurde ein neuer Fernwanderweg angelegt, der "SalzAlpensteig", der in 18 Etappen vom Chiemsee über den Königssee zum Hallstätter See führt. Von ihm aus sind immer wieder Abstecher zu Berggipfeln oder Almhütten möglich. Auch diese Tour führte ein gutes Stück auf diesem Weg dahin. Beizeiten sind Reste in Form von Rohren, Brücken oder kleinen Betriebsgebäuden noch sichtbar.

Teil dieser Gestaltung war auch das Aufstellen neuer Wegweiser aus Holz, denen man natürlich vertrauen kann.

Wahrscheinlich ist in diesem Zusammenhang auch ein Holzmarterl in Form eines Pilzes neu aufgestellt worden, das an den von 120 Jahren verunglückten Josef Kiefer erinnert. Auf einem Friedhof würde ein Grabstein nie so lange stehen bleiben. Der Bitte um ein kurzes Gebet bin ich natürlich nachgekommen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 01.07.2020