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Wanderungen

Jachenau Süd



Jachenau Süd

Jachenau Süd - Wandern in Jachenau Süd. Genauer gesagt im Dreieck Vorderriß, Staffel und Walchensee liegt der Rücken "Wilfetsberg". Dieses Waldgebiet bietet spannende Streckenabschnitte, z.B. über Hängebrücken, Aufstieg im "Turm" und Einkehr in zwei Almen. Im Bild: Wegweiser an der Abzweigung zum Gipfel des Staffels (Erstwanderung: August 2016; aktualisiert: Mai 2020)

Abstract
Die Jachen ist der natürliche Abfluss des Walchensees nach Osten. Der kleine Bach geht erst ein Stück durch den Wald, ehe sich das Jachental mit der Ortschaft Jachenau öffnet. Weit verstreut liegen dort die einzelnen Anwesen mit einem Ortskern im Westen. Entlang dieses kleinen Baches verläuft aus Westen nur eine kleine Mautstraße. Die Jachenau ist also quasi ein geschlossenes Gebirgstal, zugänglich nur aus Lenggries.
Im Norden thront das Brauneck, insbesondere mit der mächtigen Benediktenwand. Im Westen schließt sich das Dreigestirn mit Rabenkopf, Hirschhörndlkopf und Jochberg an. Im Süden grenzt ein etwas niedriger Gebirgszug mit dem Staffel und dem Wilfetsberg nach Süden ab zum Isartal und dem angrenzenden Karwendelgebirge.
Dieser einfache Höhenzug bietet eine ideale Strecke für eine Rundwanderung. Erst führt der Weg etwas entfernt von der Straße und dem Bach nach Westen an den Walchensee. Dann kommt der steile Aufstieg auf die Hochflächen mit der Luitpolder Alm und der Lainer Alm, ehe der Rückweg ins Tal und zum Ausgangspunkt beginnt.
Schwierigkeit:37.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:16,9 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:4:50 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:524 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Jachenau Kirche780
Brücke Ortsteil Mühle780 0:221.56
Waldschänke Niedernach817 0:413.18
Hängebrücke Nr. 1825 0:171.00
Aussichtpunkt Walchensee1075 0:571.76
Einmü. auf Forststraße1142 0:160.78
Luitpolder Alm1129 0:312.12
Lainer Alm1079 0:301.47
Abzw. Staffel1032 0:191.28
Holzlagerplatz783 0:261.55
Parkplatz Jachenau Kirche780 0:312.23
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Isarwinkel, Jachenau Süd; die gegangene Strecke liegt auf dem Höhenzug zwischen der Jachen und dem Isartal. Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 182 (1:50000), Isarwinkel, Bad Tölz, Lenggries; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Grenzberich der Karten "Isarwinkl, Bendiktenwand" und "Karwendelgebirge Nord"; bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
04.09.2016; Tassilo und ich sind diese Tour zusammen gegangen. Außer uns bewegten sich noch einzelne andere Wanderer auf der Strecke. Und - da gibt es auch noch die Biker. Manche von ihnen sind sogar auf Streckenteilen unterwegs gewesen, wo man nach menschlichem Ermessen eigentlich nicht mehr fahren kann. Wir hatten auf einen sonnigen Tag gehofft. Dann aber gab es nur noch brauchbares Wanderwetter mit einer Mischung aus Sonne und Wolken, insgesamt aber trocken und mäßig warm. Die Sicht war dadurch etwas diesig. Auf die erhofften, schönen Bilder vom Walchensee musste ich verzichten.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Tour wird kein Gipfel erreicht, das war auch nicht vorgesehen. Der höchste Punkt der Strecke lag bei 1149 m, westlich der Luitpolder Alm.
Alm(en), Hütt(en):
Waldschänke Niedernach, Luitpolder Alm , Lainer Alm , Im Fuchsgraben steht eine kleine Schutzhütte. Weiteren Hütten oder sonstigen Bauwerken begegnet man auf dieser Tour nicht, sieht man von den Stauwehren am Einfluss des Fuchsgrabens bzw. Rißbachstollens in den Walchensee ab.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Jachenau Kirche (Gebühr: 2 €); Adresse: Dorf 71/8, 83767 Jachenau. Koordinaten: N = 47.606279, E = 11.432937; Geographische Daten: N = 47°36'22.6'', E = 11°25'58.3''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 682858, N = 5275409; Gauß-Krüger: R-E = 4457468.363, H-N = 5274364.898. Da der Start in der Dorfmitte von Jachenau beginnt, ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht einfach. Mit Rollstühlen oder Kinderwägen lässt sich die Strecke allerdings nicht bewältigen.
Vom Parkplatz unterhalb der Kirche geht es zunächst auf der Straße in Richtung Niedernach bis zum Ortsteil Mühle. Der Versuch, parallel Wandersteig zu benutzen lohnt nicht. Dort überqueren wir die Jachen und folgen dem Forstweg nach rechts in Richtung Walchensee. Nahe Niedernach trifft dieser Weg/Steig an das Ostufer des Walchensees. Nach der Einkehr in die Waldschänke geht es im Fuchsgraben flussaufwärts mit etlichen Überquerungen des Baches mittels Hängebrücken. Das Kernstück ist der sog. "Turm", eine sehr steile Felsstufe zu deren Bewältigung man schon richtig klettern muss, mit Sicherungsseil natürlich. Später geht es noch eine ganze Weile weiter steil durch den Wald bergauf bis man an den Aussichtspunkt in Richtung Walchensee kommt. Erst dann wird der Weg etwas flacher, aber auch zuweilen etwas sumpfig. Nach Einmündung auf die Forststraße geht es links eine ganze Weile nach Osten (immer dem Wegweiser "Luitpolder Alm" nachgehen). Später zweigt der Weg zur Luitpolder Alm nach rechts ab. Nach der Alm geht es ein Stück auf dem Versorgungsweg und weiteres Stück auf einem Pfad durch den Wald zur Lainer Alm. An der Ostseite der Hütte muss man die Wiese überqueren und auf dem Versorgungsweg weiter gehen, der etwas später auf die größere Forststraße trifft. Von nun an geht man bergab in Richtung Jachenau, wobei man die Straße zweimal nach links auf Steigen abkürzen kann. Am Holzlagerplatz erreicht man das Tal und geht nun auf Wegen mehrmals links/rechts an der Jachen bzw. an der Großen Laine entlang zurück zur Ortsmitte.
Anmerkungen:
Es ist eine Wanderstrecke mit zwei Gesichtern. Zum einen besteht sie aus den fast schon langweiligen, guten Forst- und Versorgungswegen zwischen Mühle und Niedernach und auch auf der Kammhöhe, einschließlich des Abstieges nach Jachenau (wenn man nicht abkürzt). Andererseits gibt es auch den anspruchsvollen Steig entlang des Fuchsgrabens mit seinem Höhepunkt, dem "Kletteraufstieg" durch den Turm. So könnte man der Tour insgesamt das Prädikat "einfach, aber lang" zuerkennen, wäre da nicht die erwähnte Kletterstelle. Für jemand, dem das Klettern kein Problem bereitet, ist es eine einfache Tour. Ängstlichen Personen muss man leider abraten, dort zu wandern. Besonders beeindruckend ist auch die Hochfläche mit den beiden Brotzeitalmen, der Luitpolder Alm und der Lainer Alm. Sie sind wirklich sehr ursprünglich und deshalb ganz besonders herzlich und liebenswert. Allein ihretwegen, so mein Empfinden, lohnt sich die Tour. Falls der Rundweg nicht in Frage kommt, dann ist der Hin- und Rückweg zu den beiden Almen mit Aufstieg aus Jachenau-Fleck eine gute Alternative. Ja und ganz in der Nähe ist der Staffel, der deutlich aus dem Gelände herausragt und von dem aus die Fernsicht dann sehr gut ist (siehe benachbarte Wanderungen).

Benachbarte Wanderungen

Almentour Brauneck
Almentour Brauneck

Wandern am Brauneck ist immer lohnend. In erster Line sind damit Touren in Kammnähe angesprochen. Es gibt aber auch unbekannte Strecken, die besonders für Liebhaber sind, die gerne alleine gehen und sich von etwas ruppigen Steigen nicht beirren lassen. Eine solche Wanderung geht südlich des Kammes vom Brauneck aus nach Westen. Sie führt an etlichen Almen und Hütten vorbei und endet an der bewirtschafteten Bichleralm an der Südseite der Benediktenwand. Herrliche Fernsicht in die südlich liegenden Berge an vielen Stellen gibt’s gratis.

Altlacher Hochkopf
Altlacher Hochkopf

Der Altlacher Hochkopf wäre ein recht unbekannter und im Grunde auch ein unattraktiver Berg südlich des Walchensees, wären da nicht die Spuren bayerischer Könige und anderer Personen. Sie logierten in der Hütte knapp unter dem Gipfel, die jetzt eine AV-Selbstversorgerhütte der Sektion "Vierseenland" (Ammersee) ist. Die früher sicher sehr gute Fernsicht ist jetzt durch hochgewachsene Bäume arg eingeschränkt. Die Wanderstrecke ist fast ganzjährig ohne größere Probleme zu gehen.

Herzogstand
Herzogstand

Der Herzogstand und der Heimgarten sind die ungleichen Brüder im westlichen Teil der Bayerischen Voralpen. Schon immer von Herzogen und Königen besucht, strahlt dieser Berg große Bedeutung aus. Das wurde durch die Seilbahn nicht geringer, die eine große Zahl an Menschen dort hinauf bringt. Wenn es hoch kommt, besuchen sie den Gipfel und vielleicht auch noch den Martinskopf. Sie bestaunen und genießen die weithin reichende Fernsicht. Für den westlichen Nachbarn Heimgarten haben viele nur einen flüchtigen Blick übrig, auch wenn er gut 50 Meter höher ist.

Jochberg
Jochberg

Der Jochberg ist ein sehr bekannter und beliebter Gipfel zwischen Walchensee und Kochelsee. Ein besonderes Merkmal ist die einmalige Sicht nach Norden über die vielen Orte und den Starnberger See hinweg bis München. Dadurch könnte man ihn auch als "mehr-Seen-Blick" bezeichnen. Vor einiger Zeit gab es Planungen, an seiner Südseite einen Pumpspeichersee zu bauen. Das hätte den Abriss der dortigen Jocheralm bedeutet, die es aber zur Freude ihrer vielen Gäste immer noch gibt.

Staffel
Staffel

Der Staffel ist ein sehr schöner, kegelförmiger Gipfel im Herzen der Jachenau, genauer gesagt in den südlich liegenden Bergen des Isarwinkls. Er ist von zwei Seiten erreichbar und bietet sich deshalb sehr gut auch für eine Rundwanderung an. Durch seine exponierte Lage ist er der Aussichtberg südlich der Jachenau schlechthin. Es gibt zwar dort oben auch eine Alm, die hat allerdings nicht zur Einkehr geöffnet.

Hirschhörnlkopf
Hirschhörnlkopf

Der Hirschhörnlkopf steht im Nordwesten der Jachenau. Zusammen mit dem südöstlichen Staffel könnte man ihn als "Wächter der Jachenau" bezeichnen, abgesehen natürlich von der Benediktenwand selbst. Er ist auf einer recht angenehmen Tagestour zu erreichen; im Hauptanstieg ist der Pfad aber doch recht steil. Oben steht zwar die Pfundalm, aber ich glaube, sie hat zur Einkehr nicht geöffnet. Daher sollte man genügend Verpflegung mitnehmen.

Bilder zur Wanderung

Zwischen Staffel und dem Walchensee liegt der Bergrücken Wilfetsberg (im Bild rechte Hälfte). Er teilt mit einer weiten Hochfläche und einigen Gipfeln das Isartal im Süden und das Jachental im Norden; zu beiden Flüssen und nach Westen zum Walchensee fällt das Gelände steil ab. Auf der Hochfläche liegen die Lainer Alm und die Luitpolder Alm in geringer Entfernung zueinander. Auch die beiden Bauern als Eigentümer sind in der Jachenau Nachbarn.

Die Wanderstrecke führt an ihrer westlichsten Stelle an das Ostufer des Walchensees. An dieser Stelle wird der See über den Rißbachstollen aus dem Rißtal (Karwendel) mit Wasser gespeist. Zusätzlich bekommt er noch Wasser über den Obernachkanal aus dem Stausee Krün aus der Isar. Kein Wunder, er gibt ja genügend Wasser über das Kochelberg-Kraftwerk wieder in den Kochelsee ab. Der natürliche Abfluss über die Jachen ist dann nicht sehr groß. Im Bild: Ostufer des Sees mit dem Simetsberg im Hintergrund.

Die Wanderstrecke ist weitgehend einfach zu gehen. Allerdings gibt es am Westaufstieg vom Walchensee einige etwas schwierigere Stellen. Der Wirt der Waldschänke Niedernach hat uns ausdrücklich darauf hingewiesen und erklärt, dass es dort wirklich gefährlich sei. Wer nicht ganz sicher ist, sollte diesen Weg meiden. Mehrmals muss man über Hängebrücken den Bach überqueren und am Seil einige Steinstufen überwinden.

Der Wilfetsberg mit seinen kleineren Köpfen grenzt das breite Tal an der westlichen Stelle doch recht deutlich ab. Der reguläre Aufstieg zu den beiden Almen und zum Staffel beginnt ein Stück östlicher.

Ist man dann endlich auf der Hochfläche angekommen, trifft man auf zwei urgemütliche Almen. Die Pause und ein Glas Buttermilch hat man sich redlich verdient. Die Hinweise im Gelände auf diese beiden Almen waren etwas unklar, insbesondere aus der Richtung, aus der wir kamen.

Einen besonderen Nachteil hat die Tour, das muss man natürlich auch erwähnen. Außer dem Blick auf den Walchensee unmittelbar an seinem Ostufer gibt es nur wenige Stellen an denen eine gute Fernsicht möglich ist. Nur noch am Aufstieg nach dem "Turm" lässt ein kleiner Ausschnitt zwischen den Bäumen durch den Blick nach Westen zu. In diesem Falle ist es der Jochberg, den man von dort oben sehen kann.

Ja, und wen trifft man auf der Alm außer der Almerin noch? Natürlich den Jäger! In diesem Falle waren es sogar zwei, die sich nach einem "anstrengenden" Pirschgang erst einmal stärken mussten. Ob wohl alles "Jägerlatein" ist was sie sich und vor allem was sie anderen Personen dabei erzählen, das weiß man nicht. Spannend ist es auf alle Fälle.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 08.07.2020