Logo Bergwandern

Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Osterseerundweg



Osterseerundweg

Osterseerundweg - Wanderung im Naturschutzgebiet zwischen Seeshaupt und Iffeldorf am südlichen Rand des "Fünf-Seen-Landes", nicht nur an Ostern. Die Osterseegruppe umfasst über zwanzig, mehr oder weniger eigenständige Seen unterschiedlicher Größe. Ursprung dieser Seen ist die Moränenlandschaft aus der letzten Eiszeit. Im Bild: Die vielen kleinen Seen zeichnen sich durch flache Tiefe, größere Ufereinbuchtungen und immer wieder durch Schilfzonen aus. Teilweise sind diese Zonen bereits in Moore übergegangen (Erstwanderung: März 2015; aktualisiert: Mai 2020)

Abstract
Der Starnberger See und der Ammersee sind ohne Zweifel die bekannteste Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Daneben gibt es in dem Gebiet südwestlich von München noch eine Vielzahl weiterer, kleinerer Seen. Ein solche Gruppe sind die "Osterseen" mit etwa zwanzig, mehr oder weniger eigenständigen Gewässern südlich des Starnberger Sees.
Man kann diese Seen kaum zählen, aber man kann sie in einer Wanderung von etwa 11 Kilometern umrunden. Das ist gerade recht für eine entspannte Tour, fast das ganze Jahr über möglich. In dem Naturschutzgebiet gibt es viel zu sehen, das meiste davon mit recht informativen Tafeln und Wegweisern auch gut erklärt.
Und weil Wandern hungrig und durstig macht, wartet mit dem "Fohnseestüberl" an der Ostseite der Seengruppe auch eine gute Ausfluggaststätte auf die Besucher.
Schwierigkeit:18.0leicht (<27.5)
Tracklänge:11,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:90 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wanderparkplatz Iffeldorf590
Abzw. Blaue Gumpe593 0:23
Abzw. Gut Schwaig600 0:12
Lauterbacher Mühle605 0:35
Einmü. Bahnlinie590 0:17
Höhe Aiderbichl609 0:16
Abzw. Staltacher See610 0:26
Fohnseestüberl596 0:20
Wanderparkplatz Iffeldorf590 0:31
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Starnberger See bzw. Ostersee, das Wandergebiet liegt zwischen Seeshaupt und Iffeldorf, also am Südrand des Starnberger Sees und führt um etliche kleinere Seen herum. Karten: Kompass Wanderkarte (1:50000), Nr. 180 Starnberger See, Ammersee (Strecke am unteren Rand auf der Karte etwas abgeschnitten) bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro. Auf der Route gibt es viele Informationstafeln zum jeweiligen Standort und zur Wegführung, die an sich eine Wanderkarte fast überflüssig machen.
Datum, Begleiter, Wetter
18.03.2015; Sepp hat mich auf dieser Tour begleitet. Außer uns hat das warme Wetter noch viele andere Wanderer herausgelockt, ein Teil davon wohl aus dem riesigen Winter-Campingplatz, der direkt am See liegt. Es herrschte warmes, sonniges Frühlingswetter. Durch den Hochdruck war es leider etwas dunstig; von den nahe liegenden Alpen konnte man deshalb nur die Umrisse sehen. In schattigen Waldpassagen lag noch Schnee und Eis. Von mir hat die Strecke deshalb ihren Wegezoll in Form eines Blutergusses am Knie nach einem Sturz auf ebener Straße gefordert.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Rundwanderung wird selbstverständlich kein klassischer Gipfel erreicht; die Wanderstrecke verläuft mit wenigen, kleinen bergauf/bergab-Teilen annähernd horizontal um etliche Seen herum. Die höchste Stelle liegt mit 610 Meter auf der Ostseite der Seen. Dort befinden sich Uferflächen, die man als solche bezeichnen kann. An wenigen Stellen ist sogar das Baden erlaubt.
Alm(en), Hütt(en):
Fohnseestüberl , An der Strecke gibt es etliche private Hütten und Häuser. Die Hauptanwesen sind zweifelsohne die Lauterbacher Mühle, eine Privatklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und eine Außenstelle von Gut Aiderbichl. Das Ende der Strecke besteht dann noch aus einem Gang durch den Ort Iffeldorf.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Iffeldorf (gebührenpflichtig: 4 € für den ganzen Tag, dafür gibt es am Parkplatz sehr gepflegte Toiletten); Adresse: Angerweg, 82393 Iffeldorf; Koordinaten: N = 47.771996, E = 11.315171; UTM-Daten: Z = 32T, E = 673456, N = 5293555; Gauß-Krüger: R-E = 4448776.321, H-N = 5292861.279. Zu dieser Wanderung kann man sehr gut mit dem Zug aus München anreisen. Der von uns genutzte Parkplatz ist zwar ein wenig vom Bahnhof entfernt, aber an der Ostseite der Seen führt die gewählte Strecke ohnehin dicht daran vorbei. Die Wanderung ist im Prinzip auch mit Rollstühlen und Kinderwägen zu bewältigen, zumal es keine besonderen Steigungen gibt. Ob die Länge von 11 km dem entgegensteht, kann ich nicht beurteilen.
Die Strecke führt vom Parkplatz auf einem Wirtschaftsweg nach Nordwesten, zunächst an einigen Gebäuden vorbei, darunter auch ein Schuppen des Limnologischen Instituts der TUM. Anschließend geht es auf guten Pfaden durch Wiesen und Wald mit einem kleinen Abstecher nach rechts zur "Blauen Gumpe". Dann kommt der Weitermarsch bis zur Abzweigung "Gut Schwaig". Dort nach rechts im Wald bleiben und geradeaus weiter bis zur Lautenbacher Mühle. Am Klinikparkplatz vorbei, dann nach rechts auf die Straße in Richtung Seeshaupt einbiegen. Nach einigen Minuten die Straße verlassen, nach rechts in den Wald und bis zur Bahnlinie weitergehen. Dort erneut rechts abbiegen, auf einen kleinen Berg aufsteigen, an Gut Aiderbichl vorbei, durch den Wald und an einer Kreuzung nach rechts. Auf dieserem Weg bleiben bis zum Fohnseestüberl. Auf der Zufahrtstraße geht es dann zurück nach Iffeldorf, im Ort nochmal auf einen Gehweg nach rechts zur Kirche gehen und anschließend zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Das "Fünf-Seen-Land" (Starnberger See, Ammersee, Wörthsee, Pilsensee und Weßlinger See) liegt südwestlich von München im Alpenvorland. In der Moränenlandschaft aus der letzten Eiszeit gibt es aber noch weit mehr Seen, z.B. die umrundeten Ostersee und Fohnsee. Es ist eine Gegend, die seit eh und je als Wohn- und Urlaubsgegend äußerst beliebt ist. Dazu zählt auch, dass es viele abwechslungsreiche Wanderrouten gibt, mal etwas kürzer, mal etwas länger, aber in jedem Fall ohne besondere technische Anforderungen. Grundsätzlich ist die hier gegangene Route auch für Kinderwägen und Rollstühle geeignet. Am Wandertag (Ausgang des Winters) gab es allerdings einige nasse Stellen und auch Eis, die für diese Fahrzeuge sicher nicht sehr schön gewesen wären. Das Besondere am Osterseerundweg ist - neben seiner geologischen und limnologischen Bedeutung als Naturschutzgebiet - ein wechselnder Blick auf den/die Seen, der sich nach wenigen Metern Wanderstrecke völlig verändert zeigt und trotzdem gleich faszinierend bleibt. An manchen Stellen hat man Sicht auf die ersten Berge der Alpen, namentlich Benediktenwand, Rabenkopf, Herzogstand und Heimgarten. Bei guter Sicht ist auch das einer Erwähnung wert; am Wandertag geriet das eher zu einer Nebensache.

Benachbarte Wanderungen

Peißenberg
Peißenberg

Hohenpeißenberg - das ist der Super-Aussichtsberg mit Blick in die Ammergauer Alpen und viele andere Gebirge im westlichen Oberbayern einschließlich Tirol. Der langgezogene Kamm des Peißenbergs hat vielerlei Bebauung, u.a. Kirche, Friedhof, Funksender, ein Observatorium und etliche Bauernhöfe. Nicht zu vergessen, das Wirtshaus mit dem Namen "Bayerischer Rigi". Es ist tatsächlich in Anlehnung an den bekannten Berg in der Schweiz so benannt.

Eberfinger Drumlinfeld
Eberfinger Drumlinfeld

Drumlins sind eine besondere Bergform, vergleichbar einem Wassertropfen, entstanden durch die Gletscher in der Eiszeit. Sie haben immer einen steilen Anstieg im Luv und einen flachen Auslauf im Lee der Fließrichtung. Im Pfaffenwinkel, westlich des Starnberger Sees, kann man sie gehäuft antreffen. Eine solche Landschaft ist natürlich besonders abwechslungsreich und für einfache Wanderungen bestens geeignet.

Pähler Schlucht
Pähler Schlucht

Pähler Schlucht - eine attraktive Wanderung zu dem ganz hinten versteckten Wasserfall. Allerdings geht es durch ein Naturschutzgebiet, d.h. eine Pflege der Wege findet nicht statt. Die Wege - und insbesondere der Wasserfall selbst - sind daher sehr gefahrenträchtig und erfordern große Aufmerksamkeit. Einige bedauerliche Unfälle haben in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht.

Klosterweiher-Rundweg
Klosterweiher-Rundweg

Den Klosterweiher gibt es nicht, aber es gibt die Klosterweiher. Es ist die Ansammlung mehrere Weiher, die früher vom Kloster Bernried bewirtschaftet wurden und zum Teil dadurch ihre Form und ihr Ausmaß erst erhielten. Sie liegen in der Moränenlandschaft westlich des Starnberger Sees in Höhe Bernried. Etliche davon können in einer Rundwanderung von knapp 13 km Länge besucht werden. Man kann zur Wanderung mit dem öffentlichen Bus anreisen und sie auch mit Kultur verbinden: der Ausgangspunkt liegt direkt am Buchheim Museum nördlich von Bernried.

Deixlfurter See
Deixlfurter See

Eine recht spannende Wanderung westlich des Starnberger Sees in Höhe Tutzing führt vom Deixlfurter See zur Ilkahöhe. Es ist im Wesentlichen ein Hin/Rück-Weg mit einer kleinen Rundschleife. Deixelfurter See, das ist nicht nur ein See, sondern eine richtige Seenplatte mit sechs oder sieben Seen. Besondere Punkt sind die "Ilkahöhe" und das gleichnamige Gasthaus, benannt nach der Fürstin Ilka von Wrede, die sich sehr für verwundete Soldaten eingesetzt hat. Bei einer etwas anderen Streckenführung kann man zu dieser Wanderung mit der S-Bahn anreisen.

Ambacher Runde
Ambacher Runde

Ambach ist ein kleiner Ort am Ostufer des Starnberger Sees. Damit man aber die Aussicht auf den See selbst genießen kann, muss man ein Stück vom Ufer weg auf die Berge gehen. So ergab sich eine Runde, die in Degerndorf an einem kleinen See beginnt. Sie führt zu zwei Kirchen und einer Kapelle, einem Skulpturengarten und einigen guten Aussichtspunkten. Und natürlich geht es auch ein gutes Stück am See entlang. Zur Einkehr wählten wir ein bekanntes Gasthaus, das - nein, nicht am See - sondern ein klein wenig von der eigentlichen Route entfernt liegt.

Bilder zur Wanderung

Sengsee, nahe Iffeldorf. Die vielen Seen um den Großen Ostersee hängen alle zusammen, dazwischen liegen kleinere Hügel, auch als Inseln. Sie sind entweder bewaldet oder werden als Wiesen und Weiden genutzt.

Nahe an den Seeufern stehen ausgedehnte Schilfzonen. Sie werden in der geologischen Entwicklung immer größer und dichter.

Schließlich verlanden diese Zonen als Moorflächen. Erst sehr viel später sind sie dann für den Menschen nutzbar, was die Naturschützer gar nicht gerne sehen. An einigen Stellen der Seen sind offizielle Badestrände ausgewiesen.

"Blaue Gumpe" - Gumpen sind Trichter im Gestein, aus denen Wasser an die Oberfläche sprudelt. Mit einem kleinen Steg kann man sie unmittelbar betrachten. Es ist qualitativ hochwertiges Trinkwasser, das da in Strömen fließt. Gumpen sind die Hauptquelle mit denen sich die Seen speisen. Deshalb sind sie auch so klar. Lediglich ein kleinerer Teil kommt als Oberflächenwasser (kleine Bäche) hinzu.

Auf dem Rundweg laden zahlreiche Sitzbänke zur Rast ein, selbstverständlich mit Seeblick. Viele Wanderer - vor allem Senioren - nutzen dies zu einer kleinen Pause. Und dabei entwickelt sich auch ein Gespräch, was ggf. den Tag in guter Erinnerung behalten lässt.

Die Lauterbacher Mühle ist ein ehemaliger Bauernhof. Seit den 1960er Jahren wurde diese Liegenschaft zu einer besonderen, leistungsfähigen Herz-Kreislauf-Klinik umgebaut. Das alte Mühlrad dreht sich immer noch mit einer Leistung von etwa vier Kilowatt. Vermutlich deckt das einen nicht unwesentlichen Teil des Bedarfs der Klinik.

Gut Aiderbichl; ein Ableger des bekannten Tierparadieses von Salzburg. Dort können nicht mehr benötigte Haustiere ihren Lebensabend tiergerecht verbringen.

Ein recht feudales Bienenhaus. Für diese Tiere ist das Gebiet mit seiner Blütenvielfalt und den wechselnden Honigtrachten das wahre Paradies.

Auch das gehört zum Naturschutzgebiet: irgendwann haben sich die unerwünschten Kanadagänse angesiedelt. Sie stören durch vielerlei Schäden, besondere Gefräßigkeit und durch Verschmutzen der Badestände. Keiner weiß wirklich, wie man das verhindern kann. Rigoroses Abschießen ist ja wohl auch keine Lösung.

An diesem sonnigen Tag im März hatte die Natur natürlich noch ihr braunes Kleid an. Trotzdem ist der Reiz dieses Wandergebietes mit teils zugänglichen, teils nicht zugänglichen Seen und der dazwischen liegenden Abgrenzung mit den Schilfgürteln und den kleinen Anhöhen zu sehen. Die landwirtschaftliche Nutzung beginnt erst in etwas weiterer Entfernung.

Im letzten Teil der Wanderstrecke befindet man sich östlich des Sengsees. Über das kleine Gewässer hinweg sind die ersten Häuser von Iffeldorf zu erkennen und auch der große Parkplatz, an dem die Rundtour begann und in ein paar Minuten auch enden wird.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 08.07.2020