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Taubenberg



Taubenberg

Taubenberg im Mangfallgebiet - ein bekannter und beliebter Berg im Voralpengebiet. Eigentlich ist es sogar ein Bergstock. Er eignet sich bestens für eine Wanderung mit guter Fernsicht in die eigentlichen Berge. Interessant ist die Gegend aber auch, weil die Stadt München von dort überwiegend ihr Trinkwasser bezieht. Im Bild: Der Turm kann im Sommer bestiegen werden, den Schlüssel muss man sich gegen Pfand am Gasthof ausleihen (Erstwanderung: Mai 2015, aktualisiert: März 2020)

Abstract
Der Taubenberg ist ein großer Bergstock südlich von München im Alpenvorland. Zentraler Gipfel ist der Taubenberg mit seinem Aussichtsturm, von dem aus ein Teil der Alpenkette mit vielen bekannten Bergen recht gut zu sehen ist. Der weiter östlich liegende Fentberg zählt auch zu diesem Bergstock. Das Gebiet gehört noch zu den Naherholungsgebieten von München, ist einfach zu erreichen und weist ein dichtes Netz an Wanderwegen auf. Es sind allesamt keine anspruchsvollen Strecken und daher ganz besonders auch für Anfänger und weniger konditionsstarke Personen geeignet.
Ein besonderes Charakteristikum ist die Funktion als Trinkwasserschutzgebiet. Die Stadt München bezieht von dort einen Hauptteil ihres benötigten Wassers. Daher ist die frühere landwirtschaftliche Nutzung zu großen Teilen (zwangsweise) aufgegeben und in Wald umgewandelt worden.
Im Zentralbereich steht mit dem Gasthof Taubenberg noch eines der wenigen früheren Anwesen. Das ist für die Wanderklientel natürlich ein besonderer Vorteil. Als Kulturstätten stehen auch noch die Hauptgebäude der ehemaligen Einsiedelei Nüchternbrunn mit Kirche und Klause an Ort und Stelle.
Schwierigkeit:31.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:16,0 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:3:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:400 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Osterwarngau724
„Grüne Marter“806 0:20
„Weiße Marter“777 0:10
Einmündung auf Talweg716 0:25
Beilbrücke725 0:20
„Nüchternbrunn“755 0:19
Berggasthof Taubenberg824 0:33
Taubenbergturm896 0:15
Taubenbergturm896 0:49
Wegpunkt „Drei Kreuze“880 0:11
Abzw. Taferlweg829 0:08
Parkplatz Osterwarngau724 0:16
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, eigentlich noch Voralpengebiet. Das Wandergebiet liegt nahe der Autobahn München-Salzburg, östlich von Holzkirchen, westlich der Mangfall. Talort ist Osterwarngau bzw. Warngau. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 181, Rosenheim Bad Aibling; bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
08.05.2015; Tassilo und Sepp haben mich begleitet. In dem weitgefächerten Netz an Wanderwegen trafen wir immer wieder andere Personen, vor allem etliche Biker. In der Nähe des Berggasthofes tummelten sich auch einige Mütter mit ihren jungen Kindern. Es herrschte schönes, sonniges Frühlingswetter mit Temperaturen um 20 °C; nur wenige Wolken trübten das Bild. Unerwarteter Weise kam keine gute Fernsicht zustande: Blütenstaub (von Fichten) und andere Stoffe bremsten die Fernsicht ziemlich ein.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Wanderung erreicht man den höchsten Punkt dieses Bergstockes. Er liegt mit 896 m im westlichen Teil und ist gleichzeitig auch der Standort für den dortigen Aussichtsturm.
Alm(en), Hütt(en):
Berggasthof Taubenberg , Andere Hütten gibt es in dem Gebiet nicht mit Ausnahme von Nüchternbrunn, das aus einer Kirche, einer Klause und einer hölzernen Schutzhütte besteht. Im östlichen Teil dieses Bergstockes stehen allerdings noch etliche weitere Gebäude, an der Ostseite sogar einige Höfe und die kleine Ortschaft Gotzing mit dem bekannten Wirtshaus "Gotzinger Trommel" (siehe Nachbarwanderungen). Diese Route führt dort nicht vorbei.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz am Waldrand Osterwarngau. Adresse: Nüchternbrunnweg 22, 83627 Warngau. Koordinaten: N = 47.839757, E = 11.739917; Geographische Daten: N = 47°50'23.1'', E = 11°44'23.7''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 705010, N = 5302125; Gauß-Krüger: R-E = 4480637.661, H-N = 5300200.961. Ein noch größerer Parkplatz befindet sich in Verlängerung der Schmidhamer Straße (über die Dorfstraße hinweg in den Wald). Osterwarngau ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, nicht aber der dieser Ausgangspunkt. Die Benutzung von Rollstühlen ist in weiten Teilen des Wegenetzes auf dem Taubenberg möglich. Nötigenfalls muss die hier beschriebene Route etwas verlassen werden.
Vom Parkplatz geht es den Forstweg weiter geradeaus, etwas später mit einer Abzweigung zur "Grüne Marter". Dort links abzweigen und wieder leicht bergab zur "Weiße Marter", einem Kreuzungspunkt. Anschließend wählten wir einen deutlich sichtbaren, aber wenig benutzten Weg, der später immer undeutlicher wurde und uns dann fast weglos bergab führte bis wir auf den Wanderweg trafen, der von Thalheim kommt. Mangels eines Wegweisers gingen wir ein Stück weiter am Bach entlang bergab, in der Erwartung, einen Querweg zu treffen, der uns zur Fahrtstraße zum Berggasthof führen sollte. Aber diesen Weg gibt es offenbar nicht mehr; also kehrten wir um und gingen wieder bergauf bis zur Beilbrücke. Dort überquerten wir den Bach und folgten den Wegweisern nach "Nüchternbrunn" und weiter bis zum Gasthof Taubenberg. Vom Gasthof ging es westwärts bergauf vorbei an der Christophkapelle bis zum Taubenbergturm. Nach der Besichtigung musste einer von uns wieder zurück zum Gasthof, um den ausgeliehenen Schlüssel zurück zu bringen. Anschließend ging es am Turm vorbei, über den Wegpunkt "Drei Kreuze" bergab in Richtung "Nüchternbrunn". Kurz zuvor zweigt der "Taferlweg" nach links ab, der direkt zurück zum Parkplatz führt.
Anmerkungen:
Der gesamte Taubenberg zwischen der Mangfall im Osten und der Ebene um Warngau ist ein riesiges Wasserschutzgebiet, aus dem die Stadt München einen großen Teil ihres Trinkwassers bezieht. Um etwa 1880 begann die Wassernutzung, technisch umgesetzt von Max von Pettenkofer. Dies war begleitet von großflächigem Landkauf, der dazu führte, dass 2/3 der Fläche der etwa 1800 ha im Eigentum der Stadt München sind. Mit dem Landkauf wurden etliche Höfe und ein ganzes Dorf platt gemacht und die damals freien Weideflächen aufgeforstet. Wie man sich denken kann, war die Vorgehensweise damals nicht sehr zimperlich, die Interessen der ansässigen Bevölkerung fanden keine Berücksichtigung. Auch heute noch erweitern sich die Schutzauflagen, immer größere Gebiete werden eingezogen. Das macht die dortige Bevölkerung nicht gerade zu Freunden Münchens. Gleichwohl ist das ein schnell zu erreichendes Wandergebiet, in dem es viel zu sehen gibt. Wandertechnisch sind die Strecken einfach zu gehen. Gute Wanderwege führen netzartig durch das Gelände, die man aber tunlichst nicht verlassen sollte. Ansonsten kann es passieren, dass man buchstäblich "im Wald steht". Alte Karten haben nämlich noch Strecken eingezeichnet, die es nicht mehr gibt und die dann recht unangenehm werden in dem weitgehend nassen und sumpfigen Gelände. Im gesamten Gebiet kann man viele religiöse Stätten noch erkennen. Erhalten sind davon die Einsiedelei "Nüchternbrunn" und die Christophkapelle. Ansonsten gibt es etliche Marterl und den Pilgerweg "Taferlweg", der seinen Namen wohl von den vielen Kreuzwegstationen und anderen Bildtaferln hat. Letztere sind allerdings nicht sehr auffallend und von künstlerisch geringem Wert.

Benachbarte Wanderungen

Gotzinger Runde
Gotzinger Runde

Gotzinger Runde - Rundweg im östlichen Teil des Wasserschutzgebietes Taubenberg, das dort bis in das Tal der Mangfall reicht. Vom Fentberg aus ist eine sehr gute Fernsicht in die nahen Alpen möglich. Ein weiterer Höhepunkt ist die Einkehr in die "Gotzinger Trommel", ein Wirtshaus der besonderen Art. In bayerischer Geschichte sollte man schon sicher sein, denn die Gespräche mit dem Wirt werden dieses Thema nicht ausklammern.

Nüchternbrunn
Nüchternbrunn

Nüchternbrunn - die ehemalige Einsiedelei in dem riesigen Wasserschutzgebiet am Taubenberg. Sie ist der wichtigste Wegpunkt einer Rundwanderung, die auch noch zu dem Gasthof Taubenberg führt, einem der wenigen bewirtschafteten Anwesen, die es dort noch gibt. Wer sich die Mühe macht auch noch auf den Aussichtsturm zu steigen, wird mit einer sehr guten Fernsicht belohnt.

Fentberg
Fentberg

Der Fentberg ist der nordöstliche Teil der Taubenberg-Gruppe. Für Wanderungen ist er - neben dem Aufstieg aus dem Mangfalltal - sehr gut ab Mitterdarching zu erreichen. Dort kann man direkt am Bahnhof parken und natürlich auch sehr gut mit der Bahn anreisen. Trotz geringer Höhe lässt der Berg an etlichen Stellen eine sehr gute Fernsicht in die nahe gelegenen Alpen zu.

Mangfallknie
Mangfallknie

Das Mangfallknie ist ein Abschnitt dieses Flusses, der an seiner nördlichsten Lage im Osten Münchens ein recht auffälliges Knie bildet und dort seine Fließrichtung von Nord auf Südost ändert. Eine recht schöne Wanderroute führt zunächst lange am Fluss entlang und kommt dann nach der Überquerung eines Höhenrückens wieder an den Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch kommt man an der relativ neu erbauten "Mangfalltal-Alm" vorbei und kann dort natürlich einkehren.

Mangfalltour
Mangfalltour

Die Mangfall ist der Abfluss des Tegernsees. In ihrem Mittellauf zwischen Weyarn und Valley hat sie sich recht tief ins Gelände eingegraben. Trotzdem gibt es entlang der Ufer recht gute Wandermöglichkeiten. Sofern nicht allzu viel Schnee liegt, eigenen sich die Strecken auch als leichte Winterwanderung und das natürlich im Nahbereich von München. Mit der Maxmühle findet man dort auch noch ein recht gutes Wirtshaus für eine Einkehr, auch wenn es nur ein sonntäglicher Ausflug sein sollte; zum Essen gehen wollte man ohnehin.

Egglburger See
Egglburger See

Westlich von Ebersberg im Münchener Osten gibt es eine kleine Ortschaft mit Namen Egglburg. Dort liegt in der Moränenlandschaft ein kleiner See gleichen Namens, den man in einer einfachen Wanderung umrunden kann. Mit einer Ausdehnung der Route geht es auch noch zu dem Ebersberger Aussichtturm und in die Stadt selbst. Zwei Wirtshäuser stehen im Weg und schreien nach einer Einkehr.

Bilder zur Wanderung

In dem aufgeforsteten, ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Gelände gibt es jetzt nur noch wenige offene Stellen. Sie dienen hauptsächlich der Wildäsung. Das meiste ist jetzt Wald, für die Trinkwassernutzung natürlich die bestmögliche Vegetation.

Das nach Osten zur Mangfall leicht geneigte Gelände weist viele kleine Bäche, Rinnsale und Moorflächen auf. Man kann sich gut vorstellen, dass das für Gewinnung von Trinkwasser gute Vorzeichen sind. Immerhin soll das Gelände natürlich reichlich Wasser spenden.

Etliche religiöse Stätten haben in dem alten Kulturland die Umwidmung überlebt, z. B. die Wallfahrtskirche bzw. Einsiedelei "Nüchternbrunn". Es gibt sie seit etwa 400 Jahren, sie ist zweimal abgebrannt und wieder aufgebaut worden. Im Bild: die kleine Kirche mit der seitlich angebauten Sakristei und die daneben stehende Klause. Dort haben im wieder Einsiedler gewohnt; der letzte ist 1961 verstorben und unweit der Kirche beerdigt.

Auf der kleinen Lichtung am "Nüchternbrunnen" gibt es neben vielen Sitzbänken auch eine Schutzhütte aus Holz mit einem Tisch und einer Bank. Statt des üblichen Gipfelbuches liegt dort ein Ordner mit Schutzhüllen in dem viele Sprüche und Wünsche eingetragen sind. Man sollte sie unbedingt durchsehen, es sind ganz lustige Anmerkungen dabei.

Aber nicht nur in der kleinen Schutzhütte kann man sich ausruhen. Für müde Wanderer gibt es noch mehr Möglichkeiten, sich ein wenig hinzusetzen und sich die Sonne in das Gesicht scheinen zu lassen.

"Weiße Marter" ein Steinmarterl mit kleinen Bildern; allerdings schon etwas in die Jahre gekommen. Solche Kleindenkmäler an den Kreuzungen der Wanderwege gibt es noch mehrere. Es wäre schade, wenn sie weiter verfallen würden.

Der Verfall droht der schmucken, kleinen Christophkapelle am Aufstieg vom Gasthof zum Taubenbergturm nicht. Dort feierten über viele Jahre Münchner Turner (MTV) ihr Turnerfest.

Ein Schutzgebiet dieser Größe ist immer eine bevorzugte Ansiedelung von außergewöhnlicher Flora und Fauna. Im Bild sieht man ein besonderes Exemplar des Wollgrases (Eriophorum). Wo es wächst, ist es bestimmt nicht trocken.

Westlich des Taubenbergturmes trifft man auf einen besonderen Wegepunkt. "Drei Kreuze" nennt er sich und es stimmt tatsächlich. Einer Sage nach errichtete sie ein Bauer, dessen Fuhrwerk sich drei Kreuzottern entgegen gestellt hatten und nach dem Gelöbnis verschwanden, die drei Kreuz dort aufzustellen. Ob die Nachfolger dieses Bauern sich auch heute noch in der Pflicht sehen?

Ein wichtiger Grund für eine Wanderung am Taubenberg ist bestimmt auch die gute Fernsicht, die der Aussichtsturm bietet. Gute Kenntnis erfordert es aber schon, die jeweils zu sehenden Berge der Bayerischen Voralpen auszumachen.

Spielplatz am Gasthof Taubenberg. Das ökologisch bewirtschaftete Anwesen bietet nicht nur die entsprechenden Speisen an, sondern hat auch seine unmittelbare Umgebung so gestaltet, z.B. den großen Kinderspielplatz und weitere Möglichkeiten zur Rast und zur Erfahrung der Natur.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.10.2020