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Ambacher Runde



Ambacher Runde

Ambacher Runde - Wanderung östlich des Starnberger Sees auf Höhe von Ambach, Holzhausen, Degerndorf, Happberg. Natürlich sind auf der Route ein gutes Stück Seepromenade dabei und herrliche Ausblicke auf den See selbst. Es ist eine ausgeprägte Kulturlandschaft mit vielen Kirchen, Kapellen und sonstigen Sehenswürdigkeiten. Im Bild: Blick von einer kleinen Anhöhe in südwestlicher Richtung auf den See. Die Wanderwege verlaufen oft entlang von Weidezäunen, an Waldrändern oder Feldwegen (Erstwanderung: März 2015; aktualisiert: August 2020)

Abstract
Die Attraktivität des Starnberger Sees als Ferien- und Urlaubsgebiet bedarf keiner besonderen Erwähnung. Das gilt natürlich in erster Linie für die direkten Uferzonen. Zudem eignet sich die Gegend auf den Anhöhen östlich des Sees auch für leichte Wanderungen. Es ist ein Kulturland, das mit vielen Kapellen, Kirchen, kleinen Orten und einer abwechslungsreichen Landschaft punkten kann.
Eine der dort möglichen Wanderrouten liegt im östlichen Mittelteil des Sees in Höhe Münsing und Ambach. Die Auszeichnung und Beschilderung ist allerdings nicht sehr üppig. Es ist notwendig, sich seine Strecke mit viel Orientierungssinn selbst zu suchen. Häufig geht es dabei auf kleinen Feld- und Waldwegen an Zäunen entlang, gelegentlich auch mal ein Stück auf einer regulären Straße von Ortschaft zu Ortschaft.
Mit Einkehrmöglichkeiten ist die Strecke allerdings nicht besonders gut bestückt. Man findet sie aber natürlich in unterschiedlichen Preisklassen direkt am See. Wenn man sucht, entdeckt man auch mal einen Landgasthof in einem der Dörfer, in dem zu günstigen Preisen gut gekocht wird und wo man in Ruhe genießen kann.
Schwierigkeit:26.0leicht (<27.5)
Tracklänge:16,0 kmlang (>15 km)
Wanderzeit:3:10 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:200 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Weiher Degerndorf679
Maria-Dank-Kapelle712 0:11
Happberg691 0:21
Birklkam655 0:25
Seeuferstraße Ambach591 0:38
Pfarrkirche Holzhausen650 0:27
Holzhausen628 0:26
Attenkam664 0:15
Weiher Degerndorf679 0:17
Gebirge, Lage, Karte
Bay. Voralpenland, Fünf-Seen-Gebiet; Mittelteil des Starnberger See Ost in Höhe Münsing bzw. Ambach. Das Wandergebiet liegt südwestlich von Münsing. Karten: Kompass Wanderkarte (1:50000), Nr. 180 Starnberger See, Ammersee bzw. bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
25.03.2015; Sepp hat mich auf dieser gemütlichen Wanderung begleitet. Außer uns ist diese Route an diesem Tag wohl niemand gegangen. Wir haben aber immer wieder Personen getroffen, die - mit oder ohne Hund - dem Augenschein nach kurze Ausflüge gemacht haben. Das galt für diese Jahreszeit auch an dem noch verschlafenen Seeufer, an dem alles sehr ruhig war. Es herrschte ein typisches, zu Ende gehendes Föhnwetter. Morgens gab es noch blauen Himmel mit mildem Südwind. Gegen Mittag drehte der aber auf westliche Richtungen und war deutlich kälter. Gleichzeitig zogen einige dichte Wolken auf. Es blieb aber trocken. Die Sicht war insgesamt brauchbar.
Erreichte Gipfel
Einen Gipfel im eigentlichen Sinne trifft man auf dieser Runde nicht. Wir erreichten aber mehrere Kuppen mit Kapellen oder sonstige Aussichtspunkte. Der höchste Punkt liegt mit 712 Meter Höhe an der Maria-Dank-Kapelle, nahe Degerndorf, etwa 120 Meter über dem See.
Alm(en), Hütt(en):
Landgasthof Berg , Andere Hütten im engeren Sinne sind auf dieser Tour nicht anzutreffen. Unser Weg führte uns aber durch mehrere Ortschaften, vorwiegend mit bäuerlichen Anwesen. Auf der Seepromenade kamen wir an etlichen Villen vorbei, deren finanzkräftige Eigentümer man nicht nur an den dort geparkten Luxusautos erkannte.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Weiher Degerndorf (direkt am Weiher bestehen einige Parkmöglichkeiten); Adresse: Am Weiher 4, 82541 Münsing-Degerndorf. Koordinaten: N = 47.878197, E = 11.378753; UTM-Daten: Z = 32T, E = 677856, N = 5305502; Gauß-Krüger: R-E = 4453636.862, H-N = 5304629.106. Der Ausgangsort dieser Tour wird von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht angesteuert. Das wäre nur in Münsing möglich, das aber davon doch ein gutes Stück weit weg ist. Mit Rollstühlen und Kinderwägen ist die Strecke ebenfalls nicht zu bewältigen. Unabhängig von der Gesamttour sind aber einige Aussichtspunkte, z.B. die Kirchen und Kapellen, damit durchaus zu erreichen.
Vom Nordufer des Degerndorfer Weiher auf die Straße in Richtung Berg einbiegen und einige Hundert Meter dort bleiben. Dann nach rechts abbiegen und zur Maria-Dank-Kapelle aufsteigen. Von dort nach Süden entlang des Weidezaunes absteigen, kurz links/rechts gehen und auf die Straße nach Happberg einbiegen. An Ortsrand rechts abbiegen, in den Ort gehen und dann links bergab wandern. An Steingrub vorbei, durch den Wald, über Birklkam dann immer an der Mauer von Gut Weidenkam entlang, letztlich wieder in den Wald bergab gehen. Die dortige Straße und den angrenzenden Bach überqueren, ein paar Stufen bergauf steigen zur Waldkante. Über die Wiese weiter nach Westen und an der Kante bergab in den Ort Ambach gehen. Auf der Seepromenade weiter nach Norden bleiben bis zur Abzweigung nach rechts wieder auf die Straße zurück. Bergauf in Richtung Holzhausen mit einem Abstecher zur Pfarrkirche, letztlich in den Ort gehen. Beim geschlossenen "Altwirt" die Abzweigung nach rechts nehmen, kurz darauf nach rechts durch das Wiesengelände bis Attenkam. Von dort auf der Fahrstraße zurück zum Degernbacher Weiher. Zur abschließenden Einkehr im Landgasthof Berg schloss sich eine kurze Fahrt nach Süden an.
Anmerkungen:
Es ist eine Wanderung, die ganz eindeutig zwei Teile hat. Zum einen geht es entlang des Seeufers mit seinen Restaurants und den Villen; dort spielt sich üblicherweise das Leben ab. Allerdings kann das Seeufer dann doch nicht direkt erreicht werden wegen des Privatbesitzes, der das nicht zulässt, zumindest an diesem Teil des Sees. Zum anderen führt die Strecke durch das landwirtschaftlich geprägte "Hinterland" mit seinen kleinen Ortschaften über Wiesen und durch Wälder. Dort hat man das Gefühl, zwar weit weg von der "Zivilisation" zu sein, aber unter freundlichen Menschen. Vielerlei Kultur, nicht nur geprägt durch Kirchen und Kapellen, begegnet dem Wanderer. Im Frühjahr ist die vorherrschende Farbe der Flur natürlich braun und man riecht die frisch ausgebrachte Gülle. Später, wenn die Vegetation eingesetzt hat, ist das bestimmt noch viel schöner. Mit Orientierungssinn und Karten in kleinem Maßstab findet man sich gut zurecht und kann sich bei einem ordentlichen Mittagessen im Landgasthof Berg über die gelungene Wanderung freuen. Die Gefahr eines Muskelkaters ist nicht sehr groß; dafür hat die Strecke das Prädikat "leicht", trotz der insgesamt 16 km Strecke, die man zurücklegt.

Benachbarte Wanderungen

Wörthseerunde
Wörthseerunde

Der Wörthsee ist einer der Seen, die namensgebend für das "Fünf-Seen-Land" westlich von München sind. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen, ist das eine stark frequentierte Gegend. Mit einer Rundwanderung um den See in mittlerer Länge von etwa 13 km kann man daraus eine recht passable Tour machen. Die Möglichkeiten gut einzukehren sind vorhanden, wenn sich auch diesbezüglich ständig Änderungen ergeben. Leider kommt man nur an wenigen kurzen Stellen direkt an den See, der größte Teil des Ufers ist privat genutzt.

Kloster Andechs
Kloster Andechs

Kloster Andechs. Ehrfürchtig und vorbildlich wegen der Anfahrt mit der S-Bahn haben wir den heiligen Berg erstürmt und daraus eine Rundwanderung gemacht, die uns auch ein gutes Stück am Ufer des Ammersees entlang führte. Neben dem Bräustüberl gibt es auf Andechs auch den Klostergasthof. Besucher haben also die Wahl für Hauptmahlzeiten oder Brotzeiten, beides mit Getränken direkt von der Quelle. Das schmeckt natürlich ganz besonders gut, wenn man vorher die Kirche besucht hat.

Maisinger Schlucht
Maisinger Schlucht

Zwischen dem Starnberger See und dem Ammersee liegen in dem früheren Gletschergebiet auch noch etliche kleinere Seen. Sie waren für die Fischzucht schon immer von großer Bedeutung. Einer dieser Seen ist der Maisinger See, zu dem von Starnberg aus eine Wanderroute entlang des Baches führt. Stellenweise ist das Tal sehr eng, ja sogar eine Schlucht. Wie in der Nähe eines Sees nicht anders zu erwarten, gibt es dort auch ein Wirtshaus, den Maisinger Seehof. Das sind gute Voraussetzungen für eine schöne Wanderung, zu der man auch noch ganz entspannt mit der S-Bahn anreisen kann.

Deixlfurter See
Deixlfurter See

Eine recht spannende Wanderung westlich des Starnberger Sees in Höhe Tutzing führt vom Deixlfurter See zur Ilkahöhe. Es ist im Wesentlichen ein Hin/Rück-Weg mit einer kleinen Rundschleife. Deixelfurter See, das ist nicht nur ein See, sondern eine richtige Seenplatte mit sechs oder sieben Seen. Besondere Punkt sind die "Ilkahöhe" und das gleichnamige Gasthaus, benannt nach der Fürstin Ilka von Wrede, die sich sehr für verwundete Soldaten eingesetzt hat. Bei einer etwas anderen Streckenführung kann man zu dieser Wanderung mit der S-Bahn anreisen.

Eberfinger Drumlinfeld
Eberfinger Drumlinfeld

Drumlins sind eine besondere Bergform, vergleichbar einem Wassertropfen, entstanden durch die Gletscher in der Eiszeit. Sie haben immer einen steilen Anstieg im Luv und einen flachen Auslauf im Lee der Fließrichtung. Im Pfaffenwinkel, westlich des Starnberger Sees, kann man sie gehäuft antreffen. Eine solche Landschaft ist natürlich besonders abwechslungsreich und für einfache Wanderungen bestens geeignet.

Klosterweiher-Rundweg
Klosterweiher-Rundweg

Den Klosterweiher gibt es nicht, aber es gibt die Klosterweiher. Es ist die Ansammlung mehrere Weiher, die früher vom Kloster Bernried bewirtschaftet wurden und zum Teil dadurch ihre Form und ihr Ausmaß erst erhielten. Sie liegen in der Moränenlandschaft westlich des Starnberger Sees in Höhe Bernried. Etliche davon können in einer Rundwanderung von knapp 13 km Länge besucht werden. Man kann zur Wanderung mit dem öffentlichen Bus anreisen und sie auch mit Kultur verbinden: der Ausgangspunkt liegt direkt am Buchheim Museum nördlich von Bernried.

Osterseerundweg
Osterseerundweg

Osterseerundweg - eine Wanderung am südlichen Rand des "Fünf-Seen-Landes", nicht nur an Ostern. Die Osterseegruppe umfasst über zwanzig, mehr oder weniger eigenständige Seen unterschiedlicher Größe. Ursprung dieser Seen ist die Moränenlandschaft aus der letzten Eiszeit. Vieles kann man sehen und auch eine Einkehr ist möglich. Am östlichen Fohnsee liegt das gleichnamige Stüberl, eine Ausfluggaststätte.

Bilder zur Wanderung

Etwas entfernt vom Seeufer öffnet sich die Landschaft, entlang des Weges liegen etliche kleinere Ortschaften, in denen das Leben noch sehr beschaulich ist. Im Bild: Attenkam aus Osten, im Hintergrund liegt der See.

Pfarrkirche Holzhausen, 1420 erbaut und Johannes dem Täufer gewidmet. Sie hatte mit Sicherheit eine Vorläuferin aus dem 8. Jahrhundert, wahrscheinlich stand vorher sogar an dieser Stelle ein Huosi-Tempel. Anmerkung: die Huosi sind ein Volksstamm (Adelsgeschlecht), der im Zuge der frühen Völkerwanderung aus Osteuropa in den Pfaffenwinkel kam. Sie gründeten mehrere Klöster und stellten etliche Bischöfe in Freising.

Maria-Dank-Kapelle nahe Degerndorf. Sie ist sehr jung (1947) und aus Dankbarkeit über einen relativ glimpflich verlaufenen Flugzeugabsturz in den letzten Kriegstagen erbaut worden. Man kann die Kapelle betreten und ein wenig verweilen. Welch ein seltsamer Zufall: der Wandertag stand ganz im Zeichen des Absturzes des A 320 in den Alpen, der uns an diesem Ort natürlich ganz besonders beschäftigte.

Dorfkirche von Happberg, der hl. Magdalena geweiht. Sie ist ein Bauwerk der Bauern vor Ort. Man findet solche, an einen oder an wenige Bauerhöfe gebundenen Kirchen öfter. Sie waren früher regulär genutzt, heute finden dort zumindest noch zu besonderen Anlässen Gottesdienste statt. Die Infrastruktur dafür (Glocken, kleine Orgel) ist jedenfalls vorhanden.

Restaurant Fischmeister in Ambach, der weithin bekannte Gastronomietempel. Deutlicher könnte der Kontrast zu den Bauernhöfen im Hinterland nicht sein. Gleichwohl - die Besitzerfamilie ist seit Generation mit der Gegend eng verbunden.

Skulpturengarten in Happberg. Natürlich ist die Kultur neben den Kirchen auch in zahlreichen anderen Formen ganz besonders auf dem Lande zu sehen. Diese herrlichen Stücke am Wegrand haben uns aber dennoch überrascht.

Kanadagänse (branta canadensis), mit Kultur haben sie nichts zu tun. Man erkennt diese "Neozoen" am schwarzen Kopf und Hals mit dem weißen Kehllappen und dem weißen Bauch. Sie werden sehr groß (bis 7 kg) und sind folglich sehr gefräßig. Das und anderes macht sie weder bei den Naturschützern, noch bei den Bauern beliebt. Leider weiß niemand so recht, wie man sich ihrer erwehren kann.

Landgasthof Berg. Er liegt nicht direkt an unserer Wanderroute, wir mussten also extra ein Stück zu ihm hinfahren. Meinem Eindruck nach waren aber wir nicht die einzigen Gäste, die sich zu diesem bekannten Gasthaus aus größerer Entfernung aufgemacht hatten; der dortige Schweinebraten ist legendär.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 13.09.2020