Logo Bergwandern

Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Pähler Schlucht



Pähler Schlucht

Zuletzt aktualisiert: 22.06.2024, 13:29 Uhr

Kurzform
Pähler Schlucht - die Schlucht ist für Wanderungen gesperrt. Unter dem Namen "Pähler Schlucht" ist auf dieser Seite eine Rundwanderung in und um Pähl im Pfaffenwinkel, südlich des Ammersees beschrieben. Allerdings ist das namensgebende Kernstück seit Juni 2024 für Wanderungen gesperrt. Der Grund ist die große Gefährlichkeit der sehr instabilen Schlucht. Es kam dort in der Vergangenheit mehrfach zu Unglücken, welche die Gemeinde veranlasst hat, die Reißleine zu ziehen. Eine notwendige Sicherung wäre als Daueraufgabe zu aufwändig gewesen. Schade drum. Die Tour hat aber weitere Höhepunkte, derentwegen sich der Rundweg natürlich immer noch lohnt. Nicht zuletzt ist das die Heimat von Thomas Müller und es hat natürlich etwas, sich seine Heimat anzusehen. Im Bild: hinterer Teil der Schlucht, die Pfade links und rechts sind auf Grundhöhe. Warnung: die Wanderung in die Schlucht birgt besondere Gefahren, auf die ich schon seit der ersten Begehung hingewiesen habe. Dies gilt gerade bei Schnee und Eis, bei Hochwasser, bei Sturm durch herabfallende Baumteile oder durch sich lösendes Gestein. Meine Empfehlung, wonach die Wanderer besonders achtsam sein sollten, ist ja jetzt gegenstandslos, Das Betretungsverbot sollte wirklich befolgt werden (Stand: Juni 2024)

Hintergrundinfo
Die Wanderung rund um die Pähler Schlucht hat mehrere Höhepunkte. Da ist zunächst die Einmaligkeit der Schlucht selbst zu nennen, die aber nicht mehr besucht werden kann. Eineinhalb Kilometer tief geht es in den Wald bis am Ende der große Kessel mit dem Wasserfall kommt. Südlich und nördlich des Baches verläuft je ein Pfad. Das Gelände ist in privatem Eigentum und zudem Naturschutzgebiet. Deshalb erfolgt dort keine Pflege der Wege und Pfade mit der Auswirkung, dass sie schwer zu gehen sind und vielerlei Gefahren lauern. Das erfordert große Vorsicht beim Gehen, auf die immer wieder hingewiesen werden muss. Im Zweifelsfall ist es besser, darauf verzichten; jetzt ist die Strecke gesperrt.
Als zweiten Höhepunkt kann man den Aufstieg zum Aussichtspunkt hoch über Pähl ansehen. Vom dortigen Gipfelkreuz ist eine herrliche Fernsicht nach Süden ins Wettersteingebirge und nach Westen über die Ammerwanne mit Raisting möglich. Zudem sind von dort aus etliche Drumlinhügel zu sehen. Das ist eine besondere geologische Formation aus der Eiszeit, ein Markenzeichen für den Pfaffenwinkel.
Nach einer etwas längeren Wanderstrecke ab dem Golfplatz kommt man nach Kerschlach. Das landwirtschaftliche Mustergut hat sich zu einer kleinen Ortschaft entwickelt. Auch heute noch erlaubt es den Besuchern einen Einblick, wie die Bewirtschaftung abläuft.
Die im Gut Kerschlach angeschlossene Gastronomie hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert. Zwischenzeitlich firmierte sie unter dem Namen "Cafe Merano". Mittlerweile findet die Bewirtung unter "Tagesbar Gut Kerschlach" statt. ngeboten werden vor allem Kaffee und Kuchen, aber kleinere Gerichte.
Schwierigkeit:29.7mittel (27.5-40)
Tracklänge:14.0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:30 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:337 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) üNN Gehzeit (h:min)* Entfernung (km)
Waldparkplatz Oberhirschberg683
Kreuzung Hirschberg678 0:080,58
Aussichtspunkt Pähl684 0:110,73
Eingang Schlucht Sternstraße593 0:231,21
Wasserfall641 0:351,41
Ausgang Schlucht593 0:281,39
Neue Post Pähl562 0:151,19
Ortsende Nordeingang Schlucht626 0:201,33
Altes Kraftwerk (Schluchtmitte)662 0:110,54
Restaurant Pfaffenwinkel672 0:190,62
Anhöhe Wald704 0:330,89
Kerschlach701 0:221,33
Überquerung Bundesstr.676 0:251,49
Waldparkplatz Oberhirschberg683 0:201,31

(*) Die Zuordnung von Gehzeit und Wegstrecke erscheint manchmal nicht plausibel. Das liegt zum einen daran, dass man auf guten, ebenen Wegen rascher vorankommt, als auf holprigen Pfaden im Steilgelände und zum anderen daran, dass manchmal kleinere Pausen dabei sind, manchmal nicht.

Gebirge, Lage, Karte
Bayerisches Voralpenland, Fünf-Seen-Gebiet, Pfaffenwinkel; etwa 3 km südlich der Südspitze des Ammersees, östlich der breiten Ammerwanne. Karte: Kompass Wanderkarte; Nr.180 (1:50000) Starnberger See, Ammersee, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
31.03.2017; Alleingang. Im ersten Teil um den Aussichtspunkt über Pähl bin ich niemand begegnet. Dieser Teil liegt zugegebener Weise auch etwas abseits, es lassen sich genauso gut andere Startpunkte für die Tour in die Pähler Schlucht finden. In der Schlucht und auch auf dem Abschnitt um den Golfplatz herum habe ich immer wieder etliche andere Wanderer getroffen. An dem Guts Caf� herrschte sogar großer Andrang. Die Temperaturen kletterten am Wandertag auf fast sommerliche Bereiche, angesichts der Jahreszeit ungewöhnlich hoch. T-Shirts stellten die überwiegenden Kleidungsstücke dar. Einige Dunstschleier überzogen den ansonsten blauen Himmel. Die Fernsicht litt unter dem Dunst ganz erheblich; aber man konnte die Zugspitze und andere Alpenberge zumindest erkennen.
Erreichte Gipfel
Aussichtpunkt östlich von Pähl mit Gipfelkreuz (684 m). Der höchste Punkt der Tour lag aber mit 704 m auf der Anhöhe westlich von Kerschlach.
Alm(en), Hütt(en):
Neue Post Pähl, Pfaffenwinkel Hohenpähl, Tagesbar Gut Kerschlach, Die Wanderstrecke ging u.a. fast durch das ganze Dorf, daher an vielen Häusern vorbei. Erwähnenswert sind auch die Gebäude des Golfplatzes, das Gut Kerschlach, das Hochschloss und der Bauernhof Oberhirschberg. In der Schlucht selbst steht nur ein älteres, zerfallendes Gebäude, vermutlich ein früheres Wasserkraftwerk.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz Oberhirschberg; Adresse: Alte Hirschbergstraße 1, D-82396 Pähl/Ammersee. Koordinaten: N = 47.903225, E = 11.201628; Geographische Daten: N = 47°54'11.6", E = 11°12'05.9"; UTM-Daten: Z = 32T, E = 664534, N = 5307890; Gauß-Krüger: R-E = 4440416.683, H-N = 5307533.636. Gleichwohl kann man die Rundtour auch von einigen anderen Parkplätzen aus beginnen, an denen man ohnehin vorbeikommt.
Vom Waldparkplatz geht es auf der Kreisstraße nach Westen, vorbei an einem stattlichen Bauernhof. Nach der anschließenden Kreuzung führt der Weg in eine Hohlgasse bergab. An einer Kurve zweigt ein Feldweg (nicht markiert) rechts ab und geht dann als Pfad auf einen Aussichtspunkt östlich von Pähl. Dann geht es zurück und weiter bergab, unter der Straßenbrücke durch in den Ort. Anschließend geht es auf der Südseite des Baches nach Westen bis zum Gasthaus Neue Post. Wieder zurück in den Ort, an der Kirche und Schule vorbei und Aufstieg in Richtung Hochschloss. Irgendwann erscheint das Hinweisschild "Schlucht", dort aber nur kurz bleiben und bald nach links auf einen steilen Pfad aufsteigen. Auf der Anhöhe trifft man auf die Straße und folgt nun dem Schild zum Restaurant Pfaffenwinkel (Golfplatz). In gleicher Richtung weitergehen, nach rechts um den halben Golfplatz herum und dann geradeaus in den Wald. Nach einer flachen Kuppe endet der Wald und das Gut Kerschlach ist sichtbar. Nach der Einkehr und einem Rundgang durch das Hofgelände ein kurzes Stück zurück. Nunmehr geradeaus bleiben, an dem Weiher vorbei, die Bundesstraße überqueren und weiter geradeaus zurück zur Kreuzung Oberhirschberg, resp. im Weiteren dann zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Es ist eine Tour, bei der man an höchst unterschiedlichen Orten und Plätzen vorbeikommt. Kernstück war damals natürlich die etwa 1,4 km lange Schlucht, die an der Süd- und Nordseite des Baches je einen Pfad hat. Das Gelände ist in Privatbesitz. Die Wege sind in dem Naturschutzgebiet deshalb nicht in bestem Pflegezustand. Der Wasserfall führt zwar üblicherweise nur wenig Wasser, aber der etwa 80 m breite und etwa 20 m hohe Kessel im Nagelfluhgestein ist überwältigend. Eine andere Besonderheit außerhalb der Schlucht sind die vielen Drumlins (siehe Erläuterungen zu den Fotos), zu beobachten auf dem Aussichtpunkt mit Gipfelkreuz und an anderen Orten. Nicht minder beeindruckend ist das Gut ("Dorf") Kerschlach mit seiner 1000jährigen Geschichte und der noch heute bedeutenden Funktion als landwirtschaftliches Mustergut. Ja und da gibt es noch einige weitere Kontraste: der mondäne Golfplatz, umgeben von beschaulicher Landwirtschaft, sowie das exklusive Schloss hoch über dem ruhigen, fast verschlafenen Ort Pähl. Zuletzt sind noch die Fernsicht zu erwähnen über die breite Ammerwanne mit der Funkstation Raisting, sowie der Blick ins Wettersteingebirge, namentlich zur Zugspitze. Die Tour ist ein richtiger Rausch der Eindrücke den man als Wanderer eigentlich nicht auslassen darf. Die Strecke kann man auch abkürzen, so dass sich die Anstrengung deutlich verringern lässt, sofern dies nötig sein sollte. Im Nordeingang zur Schlucht habe ich mich verlaufen, auch das kann passieren. Ich ging an einer Abzweigung nach rechts, hätte aber links bleiben sollen. Dadurch entstand ein Umweg von etwa 400 m und eine zusätzliche Höhendifferenz von etwa 30 m.

Bilder zur Wanderung

Es ist eine der wenigen Touren, bei denen der Ausgangspunkt sehr hoch liegt und die Strecke zunächst bergab geht. Dann kommt der erste Anstieg auf den Aussichtspunkt über Pähl. Nach erneutem Abstieg geht es in die Schlucht und zurück in den Ort bis zum tiefsten Punkt bei der Neuen Post. Es folgt ein Anstieg zum Nordeingang der Schlucht und weiter zum Golfplatz. Auf dem Weg nach Kerschlach wird der höchste Punkt erreicht, ehe es dann wieder etwas abwärts geht zurück zum Parkplatz.

Schluchtgrund im hinteren Teil des Weges. Sorgfalt beim Gehen und Trittsicherheit sind unbedingt angesagt. Man kann den Charakter und die Entwicklung einer – geologisch gesehen – noch jungen Schlucht erkennen: Material von den Seiten fällt ständig in den Wasserlauf und wird mit dem gelegentlichen Hochwasser abtransportiert. Die Schlucht wird dadurch ständig tiefer und breiter.

Wasserfall am Ende der Schlucht. Die Wassermenge ist zu dieser Jahreszeit zwar nicht sehr groß, die Fallhöhe und die Breite des Kessels im Gestein sind aber beeindruckend. Es gibt sicher Tage, an denen deutlich mehr Wasser nach unten stürzt. Ein solcher Ort lädt ganz besonders dazu ein, eine Weile dort zu bleiben, dem Rauschen des Wasser zu lauschen und ein wenig nachzudenken.

Hochschloss, nördlich über dem Grund der Schlucht. Vermutlich gibt es Vorgängerbauwerke schon von den Römern. Nach sehr wechselvoller Geschichte ist das Schloss heute in privater Hand – und – der jetzige Bau ist erst vor 130 Jahren entstanden.

Gipfelkreuz auf dem Aussichtsberg östlich von Pähl. Das hatte ich nicht erwartet – aber wir sind ja im Pfaffenwinkel, wo sich Kirchen, Kapellen und andere religiöse Symbole häufen. Wegemarkierungen zu diesem Punkt gibt es nicht, man muss ihn kennen oder ahnen, um ihn zu finden. Der Aufstieg lohnt sich auf alle Fälle.

Blick auf Pähl, das ruhige Dorf im Ammerland. Prägend sind die große Pfarrkirche und eine ebenso mächtige Schule rechts davon. Aus der Schlucht kommt der Weidachbach an dessen beiden Seiten sich die Besiedlung entwickelt hat mit einem Kern direkt am Ausgang der Schlucht. Übrigens: es ist das Heimatdorf von Thomas Müller.

Drumlin-Hügel: Drumlins sind eine besondere Bodenformation, die sich in der Grundmoräne von Gletschern entwickelt haben. Sie zeichnen sich durch eine typische "Tropfenform" aus, also mit einem dicken steilen Kopf und einem flach auslaufenden Fuß. Sie sind immer in der Fließrichtung des Gletschers entstanden, im Pfaffenwinkel also von Südost nach Nordwest. Sie können einzeln oder in Gruppen auftreten. Ihre Größe geht von wenigen Metern Höhe bis zu etwa 40 m; die Länge beträgt oft nur wenige 100 m, kann aber auch mehr als 1 km sein. Gelegentlich haben sie in Fließrichtung einen kleineren Sekundärgipfel.

Erd-Funkstation Raisting hinter Pähl. Es ist eine Station die zur Übermittlung von Daten von und zu Satelliten dient. Sie steht angeblich an einer sehr günstigen Stelle, da in der riesigen Geländewanne nur wenige Störsignale auftreten. Eine dieser Antennen diente als Motiv einer 10-Pfennig Briefmarke von 1965. Verwunderlich ist es nicht, wenn manche mutmaßen, dort würden Außerirdische hausen.

Blick ins Wettersteingebirge mit der rechts stehenden Zugspitze. Das Land dazwischen macht zu einem Großteil den Pfaffenwinkel aus. Um andere Ziele auszumachen, ist eine gute Karte sehr nützlich und natürlich gute Fernsicht.

Kerschlach, ein kleines Dorf östlich von Pähl. Es hat sich aus einem sehr alten Kirchen- und Adelsbesitz vom landwirtschaftlichen Musterbetrieb zu einem vielseitigen, kleinen Dorf entwickelt. Heute stehen dort eine Kirche, etliche Handwerksbetriebe und ein Café.

Kernstück von Kerschlach ist immer noch der große landwirtschaftliche Betrieb mit Milchkühen, Pferden und anderen Tieren. Das Hofgelände kann besichtigt werden, ein Blick in die Ställe ist möglich. Im Bild: Haupthaus mit der Verwaltung, links davon liegt das öffentliche Café.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Wanderung am 07.09.2023