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Wanderungen

Peißenberg



Peißenberg

Peißenberg - Rundwanderung auf dem wohl geschichtsträchtigsten Berg im Pfaffenwinkel mit der unvergleichbaren Fernsicht auf Ammergebirge, Wettersteingebirge, Estergebirge, Bayerische Voralpen und Karwendel, einschließlich Teile der Zentralalpen. Ganz oben wartet dann ein leistungsfähiges, gutes Wirtshaus an einem Wallfahrtsort. Im Bild: langgezogener Kamm des Peißenbergs mit vielerlei Bebauung, u.a. Kirche, Friedhof, Wirtshaus, Funksender und etliche Bauernhöfe (Erstwanderung: 2018; aktualisiert: März 2020)

Abstract

Bergwandern im Pfaffenwinkel, da ist der Hohenpeißenberg sicherlich die Krönung. Im Gegensatz zu vielen anderen Wanderzielen im Alpenvorland geht es dort ernsthaft bergauf. Der langgezogene Kamm erreicht an seinem westlichen Ende knapp 1000 Meter Höhe. Dort stehen dann die Kirche, das Observatorium und - nicht zu vergessen, das obligatorische Wirtshaus.
"Bayerischer Rigi" - so heißt dieses Wirtshaus mit seiner hervorragenden Küche. Kein Wunder, an Wallfahrtsorten stehen immer die besten Wirtshäuser. Stundenlang könnte man auf der großen Südterrasse sitzen und all die Berge betrachten, die sich dort in einer sehr langen Kette recht nahe zeigen. Von den bayerischen Voralpen über das Estergebirge bis zu den Ammergauer Alpen reicht die Liste, einschließlich dem dahinter liegenden Karwendelgebirge und sogar einem Teil der Zentralalpen.
In dieser Form ist die Wanderung mit über 14 km und einer Gehzeit von 6 Stunden nicht ganz kurz. Immerhin überquert man den Höhenrücken in seiner vollen Länge.
Schwierigkeit:36.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:14,5 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:6:00 h*lang (>5 h)
Höhensumme:498 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Moosleite Peißenberg590
Weinbauer745 0:341.59
Vorderhölzl805 0:200.93
Oberschwaig895 0:210.91
PP Pilgersäule961 0:221.43
Wallfahrtskirche988 0:100.47
Bayerischer Rigi982 0:080.25
1. Hof im Tal820 0:281.08
Rathaus Hochpeißenberg783 0:130.86
Rigi-Alm731 0:201.60
Waldrand Stollenweg687 0:301.44
St. Georg Kirche700 0:342.36
Bahnübergang Peißenberg599 0:260.85
PP Moosleite Peißenberg590 0:201,21
Gebirge, Lage, Karte
AAndere Wandergebiete, Voralpenland, Pfaffenwinkel südwestlich von Weilheim. Karte: Kompass Wanderkarte Nr. 179, Pfaffenwinkel, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland, V7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
07.04.2018; Alleingang. Auf den klassischen Wanderstrecken am Aufstieg und am Rückweg auf dem Stollenweg bin ich nur wenigen Wanderern begegnet, am Westabstieg ins Tal überhaupt niemandem. Auf der Hochfläche und am Gipfelbereich herrschte reger Ausflugsbetrieb, kein Wunder da der Peißenberg eine öffentliche Straße auf seinen "Gipfel" hat. Viele Auto- und Motorradfahrer nutzten das schöne Wetter nach der langen Kälteperiode zu einem Ausflug. Klassischer, wunderschöner Frühsommertag. Die Temperaturen waren im Wald erträglich, auf der Freifläche bereits etwas schweißtreibend. Die Fernsicht war sehr gut, um die Mittagszeit dann aber ganz leicht diesig. Die nahen Gebirgszüge im Süden zeigten sich in ihrer vollen Breite. Nach Norden war die Sicht etwas weniger gut.
Erreichte Gipfel
Trotz einer Aufstiegshöhe von 500 Meter erreicht man auf dieser Tour keinen Gipfel im klassischen Sinne, es sei denn man sieht den westlichen Punkt des langen Kammes als solchen an. Dort steht nämlich die Kirche auf 988 m. Die 1000-Meter Marke wird nicht überschritten.
Alm(en), Hütt(en):
Bayerischer Rigi, Rigi-Alm, Auf dem Peißenberg liegen etliche Bauernhöfe und andere Anwesen, einschließlich eines Funksenders, einer meteorologischen Station, der Wallfahrtskirche und einem Friedhof. Zudem kommt man durch die beiden Orte Peißenberg und Hohenpeißenberg; an anderen Häusern und Gebäuden mangelt es auf dieser Tour nicht.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Moosleite (Nähe Bahnhof). Adresse: Moosleite 1A, D-82380 Peißenberg. Koordinaten: N = 47.797910, E = 11.062198; Geographische Daten: N = 47°47'52.5'', E = 11°03'43.9''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 654427, N = 5295898; Gauß-Krüger: R-E = 4429850.276, H-N = 5295941.334. Der Startpunkt ist auch mit der Bahn erreichbar, man parkt ohnehin am Bahnhof. Ein weiterer Parkplatz wäre am Tiefstollen, direkt am Beginn des Aufstieges am Stollenweg beim Bergbaumuseum. Für Rollstühle ist diese Tour in ihrer vollen Länge nicht machbar. Es ist aber möglich, auf einer öffentlichen Straße direkt zum oberen Zentrum mit Kirche, Observatorium und dem Wirtshaus zu kommen. In den Genuss der ausführlich beschriebenen Möglichkeiten zu Fernblicken können folglich auch Rollstuhlfahrer kommen.
Vom Parkplatz Moosleite geht es auf der Hauptstraße ein Stück zurück, auf der Sulzer Straße über die Bahngleise in die Alte Kohlenwäsche. Dann erfolgt ein kurzer Aufstieg zum Bergbaumuseum. Am nördlichen Ende des dortigen Parkplatzes beginnt der steile Pfad durch den Wald. Nach einer Abzweigung nach links kommt man beim Weinbauer wieder auf die Freifläche. Weiter geht es auf der Straße bergauf, nach einer Abkürzung über die Wiese zum Vorderhölzl und nach Oberschwaig. Nach einem weiteren Stück auf der Straße trifft man auf den Parkplatz mit der Pilgersäule knapp unterhalb des Gipfels mit der Wallfahrtskirche und dem Bayerischen Rigi. Nach der Einkehr geht es ein Stück weiter nach Westen am Zaun zur meteorologischen Station vorbei, ehe der Pfad dann steil durch den Wald ins Tal führt. Mitten im Ort geht es auf der Hauptstraße ein gutes Stück nach Osten zur Rigi-Alm. Von dort führt der weitere Weg erst ein paar Meter zurück, dann wieder nach Osten. Am Waldrand mündet man auf den Stollenweg ein und geht auf einem Steig annähernd höhengleich, aber mit etlichen kleinen bergauf/bergab- Passagen im Wald dahin. Später erreicht man noch einmal die offene Flur, ehe man nach St. Georg mit der dortigen Kapelle kommt. Nun geht es ein weiteres Stück bergab, bis man im südwestlichen Teil von Peißenberg die Bahnlinie erreicht. Die Bahnlinie überqueren und an ihr entlang zurück zum Bahnhof bzw. zum Parkplatz Moosleite. Teile dieses Rundweges verlaufen auf dem ausgewiesenen "Stollenweg".
Anmerkungen:
Der Peißenberg ist durch seinen früheren Kohlebergbau immer noch sehr bekannt. Fast 400 Jahre lang lieferte der Berg Kohle, ehe die Förderung wenig nicht mehr vorhandener Rentabilität 1971 eingestellt wurde. Ein Museum und vieles mehr weisen darauf hin. Die Gemeinden sind bedacht, diese Vergangenheit für den Tourismus mit Besichtigungen und Wanderungen zu nützen. Der "Stollenweg" mit seinen Infotafeln führt recht informativ durch das Gelände. Am bedeutendsten ist wohl der Berg aber selbst mit seinen steil aufragendenden, knapp 1000 Metern Höhe. Dadurch ist er ein unvergleichbarer Aussichtsberg in die Alpen in ihrer vollständigen Breite im westlichen Oberbayern. Der Berg selbst ist land- und forstwirtschaftlich genutzt und kann bis zu seinen Gipfel befahren werden. Die Menschen vergleichen ihn mit dem bekannten Bergmassiv am Vierwaldstätter See, nämlich der Rigi, wenn er auch deutlich niedriger und kleiner ist. In seiner Umgebung gibt es folgerichtig den Rigi-Gasthof, die Rigi-Alm, eine Rigi-Apotheke und anderes mehr. Eines muss ich ihm aber ankreiden: er lässt sich aus der Nähe nicht gerne fotografieren und auch der Bayerische Rigi nicht, der Gasthof auf seinem Gipfel.

Benachbarte Wanderungen

Eberfinger Drumlinfeld
Eberfinger Drumlinfeld

Drumlins sind eine besondere Bergform, vergleichbar einem Wassertropfen, entstanden durch die Gletscher in der Eiszeit. Sie haben immer einen steilen Anstieg im Luv und einen flachen Auslauf im Lee der Fließrichtung. Im Pfaffenwinkel, westlich des Starnberger Sees, kann man sie gehäuft antreffen. Eine solche Landschaft ist natürlich besonders abwechslungsreich und für einfache Wanderungen bestens geeignet.

Pähler Schlucht
Pähler Schlucht

Pähler Schlucht - eine attraktive Wanderung zu dem ganz hinten versteckten Wasserfall. Allerdings geht es durch ein Naturschutzgebiet, d.h. eine Pflege der Wege findet nicht statt. Die Wege - und insbesondere der Wasserfall selbst - sind daher sehr gefahrenträchtig und erfordern große Aufmerksamkeit. Einige bedauerliche Unfälle haben in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht.

Klosterweiher-Rundweg
Klosterweiher-Rundweg

Den Klosterweiher gibt es nicht, aber es gibt die Klosterweiher. Es ist die Ansammlung mehrere Weiher, die früher vom Kloster Bernried bewirtschaftet wurden und zum Teil dadurch ihre Form und ihr Ausmaß erst erhielten. Sie liegen in der Moränenlandschaft westlich des Starnberger Sees in Höhe Bernried. Etliche davon können in einer Rundwanderung von knapp 13 km Länge besucht werden. Man kann zur Wanderung mit dem öffentlichen Bus anreisen und sie auch mit Kultur verbinden: der Ausgangspunkt liegt direkt am Buchheim Museum nördlich von Bernried.

Deixlfurter See
Deixlfurter See

Eine recht spannende Wanderung westlich des Starnberger Sees in Höhe Tutzing führt vom Deixlfurter See zur Ilkahöhe. Es ist im Wesentlichen ein Hin/Rück-Weg mit einer kleinen Rundschleife. Deixelfurter See, das ist nicht nur ein See, sondern eine richtige Seenplatte mit sechs oder sieben Seen. Besondere Punkt sind die "Ilkahöhe" und das gleichnamige Gasthaus, benannt nach der Fürstin Ilka von Wrede, die sich sehr für verwundete Soldaten eingesetzt hat. Bei einer etwas anderen Streckenführung kann man zu dieser Wanderung mit der S-Bahn anreisen.

Maisinger Schlucht
Maisinger Schlucht

Zwischen dem Starnberger See und dem Ammersee liegen in dem früheren Gletschergebiet auch noch etliche kleinere Seen. Sie waren für die Fischzucht schon immer von großer Bedeutung. Einer dieser Seen ist der Maisinger See, zu dem von Starnberg aus eine Wanderroute entlang des Baches führt. Stellenweise ist das Tal sehr eng, ja sogar eine Schlucht. Wie in der Nähe eines Sees nicht anders zu erwarten, gibt es dort auch ein Wirtshaus, den Maisinger Seehof. Das sind gute Voraussetzungen für eine schöne Wanderung, zu der man auch noch ganz entspannt mit der S-Bahn anreisen kann.

Osterseerundweg
Osterseerundweg

Osterseerundweg - eine Wanderung am südlichen Rand des "Fünf-Seen-Landes", nicht nur an Ostern. Die Osterseegruppe umfasst über zwanzig, mehr oder weniger eigenständige Seen unterschiedlicher Größe. Ursprung dieser Seen ist die Moränenlandschaft aus der letzten Eiszeit. Vieles kann man sehen und auch eine Einkehr ist möglich. Am östlichen Fohnsee liegt das gleichnamige Stüberl, eine Ausfluggaststätte.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil ist gekennzeichnet durch den kurzen flachen Teil von Parkparkplatz bis zum Waldrand nahe dem Bergbaumuseum. Dann aber geht es ordentlich bergauf. Nach dem ersten Anwesen führt der Weg nis zu Zentrum auf dem Kamm mit kleinen Geländestufen weiter bergauf. Der Rückweg beginnt mit dem sehr steilen Abstieg an den westlichen Ortsrand. Durch den Ort selbst führt die Straße weiter bergab bis zur Rigi-Alm. Das letzte Drittel der Strecke beginnt mit dem Abstieg in den Ort Peißenberg. Der Rückweg entlang der Bahn geht dann fast eben dahin.

Der steile Aufstieg durch den Wald endet unvermittelt bei dem ersten Anwesen, der Weinbauer taucht dort auf. Dort hat man dann eine erste gute Fernsicht nach Südosten.

Wallfahrtskirche "Maria-Himmelfahrt" auf dem Peißenberg mit Priesterhaus, neu renoviert. Sie liegt am höchsten Punkt des Berges.

An der westlichen Kammseite steht ein Observatorium mit verschiedenen Meß- und Beobachtungsanlagen.

Ansonsten gibt es - gut verteilt - etliche Bauernhöfe und andere Anwesen auf der Hochfläche des Berges.

St. Georgs-Kapelle nahe dem gleichnamigen Bauernhof. Zur Besichtigung kann man sich im Bauernhof den Schlüssel ausleihen. Es lohnt sich!

Das Dorf Hohenpeißenberg liegt südlich des Berges im Tal, gleichwohl befindet es sich etwa 200 Meter über dem Hauptort Peißenberg. Das drückt sich natürlich in dem Namen aus.

Panorama über Panorama. Vom Gipfel des Berges kann man die ganze Gebirgskette des westlichen Oberbayerns übersehen, einschließlich Teile der Zentralalpen. Also unbedingt Fernglas mitnehmen, an einen Tag mit guter Sicht lohnt sich das auf jeden Fall.

Entlang des Stollenwegs sprießen im Frühjahr hektarweise die Bärlauchfelder. Ob sie genutzt werden glaube ich kaum.

Stollenweg - ein Markenzeichen der Wanderung auf den Peißenberg. Er ist aktuell renoviert, erfordert aber trotzdem etwas Bergerfahrung und gute Ausrüstung.

Vielerlei Bauwerke stehen auf dem langgezogenen Rücken, darunter auch ein UKW-Funksender des Bayerischen Rundfunks.

Nicht nur nach Süden in die Alpen geht der Blick, sondern vom Kamm aus auch nach Norden in den Pfaffenwinkel und in das "Fünf-Seen-Land. Raisting mit den vielen Radarantennen fällt dabei sofort auf. Leider verdeckte der Dunst einiges von dem was man sonst hätte sehen können.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 01.07.2020