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Wanderungen

Gotzinger Runde



Gotzinger Runde

Gotzinger Runde - erweiterter Spaziergang zwischen Mangfalltal und Fentberg mit Einkehr in der bekannten Gotzinger Trommel. Es ist das ausgedehnte Wasserschutzgebiet, aus dem München einen Teil seines Trinkwassers bezieht. Der Nebel hat am Wandertag die erhoffte Fernsicht in die Alpen verhindert. Im Bild: "Ortskern" von Gotzing. Es gibt eine reguläre "Infrastruktur" trotz der wenigen Einwohner (Erstwanderung: November 2018; aktualisiert: Januar 2020)

Abstract
Gotzing ist ein kleiner Ort im südöstlichen Teil des Taubenbergs. Die Stadt München bezieht einen Teil ihres Trinkwassers aus diesem Gebiet. Auch der Ort Gotzing ist von der damaligen Ausweisung als Wasserschutzgebiet stark betroffen gewesen. Es gibt ihn zwar noch, aber er hat keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Für Wanderungen ist dieses Gebiet dafür sehr gut geeignet. Gotzig hat nur ganz wenige Häuser, aber eine große Kirche und ein bekanntes Wirtshaus. Das sind allemal Gründe, dorthin eine gemütliche Wanderung zu planen.
Die von uns "Gotzinger Runde" genannte Tour beginnt am Wanderparkplatz Fahrnbachweg direkt an der Bahnlinie und geht recht abenteuerlich (ohne Wegweiser und ohne Markierungen) hinauf zum Fentberg. Auf einer anderen Strecke geht es zurück bis kurz vor dem Parkplatz und dann führt der zweite Teil ohne große Steigungen und auf guten Wegen in Talnähe nach Süden bis Gotzing. Abschließend folgt dann der Gang auf der Straße zurück zum Ausgangspunkt.
Zwei Gründe sprechen für diese leichte und kurze Wanderung. Erstens: der Fentberg bietet eine sehr gute Fernsicht in die Bayerischen Voralpen vom Wendelstein bis zum Tegernsee. An unseren Wandertag hat uns allerdings der Nebel einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zweitens: dafür war die Einkehr in die "Gotzinger Trommel" umso erinnerungswerter. Erzählen kann man das nicht, man muss es erleben.

Schwierigkeit:17.3leicht (<27.5)
Tracklänge:8.20 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:2:00 h*kurz (0-3 h)
Höhensumme:254 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Fahrnbachweg630
Weggabelung Wald686 0:171,44
Fentbergkapelle790 0:201,06
PP Fahrnbachweg630 0:271,59
Wegedreieck653 0:110,61
Einmündung Westin679 0:100,62
Gotzinger Trommel690 0:120,78
PP Fahrnbachweg630 0:232,10
Gebirge, Lage, Karte
Andere Wandergebiete im Voralpenland, Mangfallgebiet bzw. Region Taubenberg; südöstlich des Fentberges. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 182/2; bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
18.11.2018; Benno ist diese einfache Tour ist mit mir zusammen gegangen, sozusagen als Training. Am Aufstieg zum Fentberg durch den Wald sind wir niemandem begegnet, am Abstieg zum Parkplatz trafen wir gerade mal zwei andere Personen. Auch im zweiten Teil der Tour waren wir völlig alleine. In der Gotzinger Trommel hatten sich dann doch einige Gäste eingefunden, kein Wunder, man kann das Wirtshaus auch mit dem Auto erreichen. Alle Wetterprognosen hatten für diesen Tag vollen Sonnenschein angekündigt. Allerdings wehte dann bei sehr niedrigen Temperaturen ein eisiger Ostwind. Die Sonne kämpfte sich dann erst nach 13:00 Uhr durch den sich zäh haltenden Nebel. So marschierten wir den größten Teil der Strecke in dichten Hochnebel, der keinerlei Fernsicht gestattete. Als dann die Sonne schien, gab es keine Möglichkeiten mehr für Fernblicke.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Tour erreichten wir keinen Gipfel. Der höchste Punkt der Tour lag mit 802 m ein Stück oberhalb der Fentbergkapelle am Waldrand.
Alm(en), Hütt(en):
Gotzinger Trommel, Man kommt auf der Tour durch das riesige Wasserschutzgebiet und vereinzelt noch an einigen Bauerhöfen vorbei, abgesehen von der kleinen Ortschaft Gotzing (drei Häuser plus Kirche). Dazu zählten auf dieser Tour im Besondern die beiden Anwesen auf dem Fentberg und der Hof "Westin". Sämtliche noch bewohnten Anwesen machten zwangsweise einen recht verschlafenen um nicht zu sagen trostlosen Eindruck. die Stadt München hat sich damals mit der sehr rigoros durchgeführten Ausweisung bestimmt keine Freunde gemacht. Natürlich braucht eine Großstadt Trinkwasser. Wenn dadurch aber auf recht rabiate Weise Existenzen vernichtet werden, ist das schon äußerst bitter.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Fahrnbachweg (Bahnübergang Thalham); Adresse (unpräzise): Bahnübergang Thalham, Gotzinger Straße, D-83629 Weyarn. Koordinaten: N = 47.839663, E = 11.804626; Geographische Daten: N = 47°50'22.8'', E = 11°48'16.7''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 709852, N = 5302288; Gauß-Krüger: R-E = 4485481.479, H-N = 5300176.238. Die Anreise mit ÖPNV ist nicht möglich, obwohl die Bahnlinie direkt am Startpunt vorbei geht. Der zweite Teil der Tour über Westin und Gotzing ist mit Rollstühlen und Kinderwägen machbar, nicht aber der Aufstieg durch den Wald zum Fentberg. Natürlich kann die Tour auch geteilt werden, da man ohnehin am Ausgangspunkt nochmal vorbeikommt.
Vom Parkplatz (100 m rechts des Bahnüberganges) geht es ein gutes Stück direkt an der Bahnlinie entlang. Dann biegt der Karrenweg nach links ansteigend in den Wald ab und schlängelt sich in kleineren Kurven dahin. Auf einer ebenen Fläche zweigt ein kaum sichtbarer Weg nach links ab, der in keiner Karte verzeichnet ist. Er windet sich in Grundrichtung "Süden" durch den Wald und mündet kurz vor den Häusern von Fentberg auf deren Zufahrtstraße ein. Es folgt ein kurzer Aufstieg in Richtung Fentberggipfel bzw. zur Kapelle. Das ist im Prinzip ein sehr guter Aussichtspunkt. Nach dem Abstieg von der Kapelle geht es durch die beiden Anwesen und dann nach links bergab. Dieser Weg führt wieder zurück zum Parkplatz. Nun beginnt der zweite Teil der Tour auf der Schotterstraße nach Südwesten. Nach der Abzweigung nach links an einem Wegedreieck geht es noch ein Stück an einer Wiesenfläche entlang des Anwesens "Westin". Dann mündet dieser Weg auf die Straße ein, die zum Taubenberg hochführt. Es geht hier nach links. Etwas später kommt man auf die Straße nach Gotzing, der man nach rechts folgt bis man am Wirtshaus ist. Der Rückweg zum Parkplatz verläuft auf der Kreisstraße.
Anmerkungen:
Zwei Ziele hatten wir uns für diese Tour vorgenommen. Wir wollten in der bekannten Gotzinger Trommel einkehren und wir wollten einen kurzen Ausflug auf den Fentberg mit der dortigen, guten Fernsicht machen. Aus der Fernsicht wurde dann leider nichts, aber die Einkehr hat sich gelohnt. Von diesem Gasthaus mit seinem bekannten Wirt, dem Triebel Hans, hatte ich schon öfter gehört. Für diese zweiteilige Runde brauchten wir bei mäßigem Wandertempo zwei Stunden. Die Strecke lässt sich recht gut teilen. Dann könnte man erst den Auf- und Abstieg machen und dann mit dem Auto zum Wirtshaus fahren - ideal für einen kleinen Ausflug in die Berge. Das Gebiet "Taubenberg/Fentberg" (siehe die benachbarten Touren) ist ein riesiges Wasserschutzgebiet, aus dem die Stadt München einen Großteil ihres Trinkwassers gewinnt. Dadurch ist es sehr naturbelassen, bzw. wieder aufgeforstet worden. Nur noch einige wenige Anwesen zeugen von der ehemaligen landwirtschaftlichen Nutzung. Mit diesem Wissen im Gepäck lassen sich dort recht ansprechende, technisch unproblematische und lehrreiche Touren machen. Zwei Wirthäuser hat es auch noch zur Einkehr: den Berggasthof Taubenberg (der aber nicht ganzjährig geöffnet ist und auf dieser Tour nicht erreicht wird) und die "Gotzinger Trommel", in der wir einkehrten und dort Unvergessliches erlebten.

Benachbarte Wanderungen

Nüchternbrunn
Nüchternbrunn

Nüchternbrunn - die ehemalige Einsiedelei in dem riesigen Wasserschutzgebiet am Taubenberg. Sie ist der wichtigste Wegpunkt einer Rundwanderung, die auch noch zu dem Gasthof Taubenberg führt, einem der wenigen bewirtschafteten Anwesen, die es dort noch gibt. Wer sich die Mühe macht auch noch auf den Aussichtsturm zu steigen, wird mit einer sehr guten Fernsicht belohnt.

Fentberg
Fentberg

Der Fentberg ist der nordöstliche Teil der Taubenberg-Gruppe. Für Wanderungen ist er - neben dem Aufstieg aus dem Mangfalltal - sehr gut ab Mitterdarching zu erreichen. Dort kann man direkt am Bahnhof parken und natürlich auch sehr gut mit der Bahn anreisen. Trotz geringer Höhe lässt der Berg an etlichen Stellen eine sehr gute Fernsicht in die nahe gelegenen Alpen zu.

Taubenberg
Taubenberg

Der Taubenberg ist ein Bergstock südlich von München. Aus diesem Gebiet stammt ein großer Teil des Trinkwassers für die Millionenstadt. Durch die Ausweisung als Schutzgebiet wurde die frühere landwirtschaftliche Nutzung sehr eingeschränkt bzw. große Teile sind aufgeforstet. Dessen ungeachtet ist das Gebiet für leichte Wanderungen bestens geeignet; es gibt viele recht interessante Attraktionspunkte. Der Gasthof Taubenberg ist aber noch da und man kann dort sehr gut einkehren. Übrigens: Osterwarngau ist als Ausgangspunkt dieser Tour mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Mangfalltour
Mangfalltour

Die Mangfall ist der Abfluss des Tegernsees. In ihrem Mittellauf zwischen Weyarn und Valley hat sie sich recht tief ins Gelände eingegraben. Trotzdem gibt es entlang der Ufer recht gute Wandermöglichkeiten. Sofern nicht allzu viel Schnee liegt, eigenen sich die Strecken auch als leichte Winterwanderung und das natürlich im Nahbereich von München. Mit der Maxmühle findet man dort auch noch ein recht gutes Wirtshaus für eine Einkehr, auch wenn es nur ein sonntäglicher Ausflug sein sollte; zum Essen gehen wollte man ohnehin.

Mangfallknie
Mangfallknie

Das Mangfallknie ist ein Abschnitt dieses Flusses, der an seiner nördlichsten Lage im Osten Münchens ein recht auffälliges Knie bildet und dort seine Fließrichtung von Nord auf Südost ändert. Eine recht schöne Wanderroute führt zunächst lange am Fluss entlang und kommt dann nach der Überquerung eines Höhenrückens wieder an den Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch kommt man an der relativ neu erbauten "Mangfalltal-Alm" vorbei und kann dort natürlich einkehren.

Steinsee-Runde
Steinsee-Runde

Der Inntalgletscher hat die Landschaft südlich von Ebersberg in der letzten Eiszeit geprägt. Dadurch hat sie die leicht wellige Form erhalten. Alles ist etwas klein und niedrig geraten: die Täler, die Berge, die Seen. Gerade das aber macht sie für einfache Wanderungen so reizvoll. Ein Rundweg führt vom Steinsee (Moosach) über den Kitzelsee zum Kastenseeoner See und im Bogen wieder zurück. Es ist auch die Gegend mit den etwas verstreuten, großen und schönen Gasthöfen, an denen die Strecke allerdings nicht direkt vorbeiführt.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil zeigt ganz deutlich die Zweiteilung der Tour. Sie beginnt mit dem Gang entlang der Bahnlinie, leicht abfallend. Dann folgt der teilweise recht knackige Aufstieg bis zur Kapelle auf dem Fentberg, kaum unterbrochen durch flachere Streckenteile. Am Abstieg geht es erst noch an den Häusern von Fentberg vorbei, bis fast zur Talsohle. Anschließend beginnt ein welligerer Teil über das Anwesen Westin und im weiteren auf der Kreisstraße bis Gotzing. Am Rückweg geht es bergab, teilweise sogar etwas steiler. Entlang der Bahnlinie ist dann so gut wie eben.

Verzaubert erscheint an diesem Tag nicht nur die ganze Natur mit dem Pflanzen, sondern auch die Kapelle mit ihrem separaten Glockenturm. Sie ist privat, wobei die Eigentümer offenbar nicht wollen, dass man das sich guten Renovierungszustand befindliche Gotteshaus betritt. Sie ist durch den Holzzaun deutlich abgeschlossen und mit einer Kamera überwacht.

Verzaubert erscheint an diesem Tag nicht nur die ganze Natur mit dem Pflanzen, sondern auch die Kapelle mit ihrem separaten Glockenturm. Sie ist privat, wobei die Eigentümer offenbar nicht wollen, dass man das sich guten Renovierungszustand befindliche Gotteshaus betritt. Sie ist durch den Holzzaun deutlich abgeschlossen und mit einer Kamera überwacht.

Filialkirche St. Jakobus d.Ä. in Gotzing (zwischenzeitlich bei strahlendem Sonnenschein). Der spätgotische Bau gehört zum Pfarrverband Weyarn und ist noch regulär genutzt, samt Friedhof. Kirche, Wirtshaus und zwei Bauernhöfe bilden den Kern von Gotzing, samt einem Dutzend Einwohnern. Dazu gehören aber auch noch ein paar umliegende Anwesen, welche die Ausweisung als Schutzgebiet überlebt haben.

Anwesen Fentberg. Einige wenige Höfe haben die damalige Schutzgebietsausweisung überlebt, viele nicht. Es sind durchwegs wunderschöne Gebäude, die man in den zwangsweisen Dornröschenschlaf geschickt hat. Entwicklungsmöglichkeiten haben diese Häuser nicht mehr.

Ein weiteres Beispiel auf unserer Runde ist das Anwesen "Westin". Es ist ebenfalls ein sehr schönes Anwesen, das heute noch die damalige Funktion mit Wohnen und Stall erkennen lässt. Die landwirtschaftliche Nutzung im gesamten Gebiet erfolgt nur mehr in extensiver Grünland- bzw. Weidewirtschaft. Große Teile ehemaliger landwirtschaftlicher Flächen wurden aufgeforstet. Vor über 100 Jahren konnte man das machen und tat wohl auch ohne Bedenken.

Im ersten Teil der Tour hatten wir auf eine gute Fernsicht vom Aufstieg zum Fentberg gehofft. Gesehen haben wir dann eine durch Reif verzauberte Landschaft. Später hat sich die Sonne erbarmt und sich gezeigt. Schwamm drüber, Wandern durch einen nebeligen Wald hat auch etwas!

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 07.08.2020