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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Brauneck Garland



Brauneck Garland

Brauneck Garland - die Ostflanke des Braunecks mit dem berühmten Garlandhang ist immer wieder Ziel der Bergwanderer, auch der alten Hasen. Wer von München aus zum Wandern fährt, stößt unweigerlich auf das Brauneckmassiv, wenn er nicht schon an den Tölzer Hausbergen hängen bleibt. Die vielfältigen Möglichkeiten, die oben bestehen, heben wir uns für später auf. Wir wollen uns von den Touristen unterscheiden und gehen zu Fuß. Im Bild: Blick von der östlich liegenden Denkalm auf die Ostflanke des Braunecks. Unten erkennen wir Lenggries, darüber die Parkplätze und etliche Freizeiteinrichtungen. Links ist die Trasse der Seilbahn zu sehen, oben der berühmte Garlandhang, früher eine berüchtigte Piste für Skirennen (Erstwanderung: Mai 2011; aktualisiert: Januar 2021)

Abstract
Das Brauneck ist ein beeindruckendes Bergmassiv im Nahbereich von München, es liegt südlich von Bad Tölz bzw. westlich von Lenggries: "Isarwinkel" heißt diese Landschaft. Auf eine Höhe zwischen 1500 und 1800 Metern zieht sich ein riesiger Bergkamm nach Westen bis zur Benediktenwand. Von dort oben besteht eine unglaubliche Fernsicht nach Süden in das Karwendelgebirge und nach Norden ins Alpenvorland westlich von München mit der dortigen Seenlandschaft. Dieses Gebiet kann man mit einer Wanderung nicht abdecken, man muss sich bei der Namensgebung schon was einfallen lassen (siehe Nachbarwanderungen).
Das Gebiet ist mit Hütten und Almen sehr gut ausgestattet und deshalb sowohl ein beliebtes Wander-, als auch ein weitläufiges Skigebiet. Internationale Rennen werden allerdings nicht mehr gefahren. Zudem führt eine leistungsfähige Seilbahn von Osten auf den ersten Gipfel, das "Brauneck". Diese Konstellation erlaubt den Besuch von vielen, nicht so leistungsfähigen Wanderern, bietet aber auch recht anspruchsvolle Touren.
Die hier vorgestellte Wanderung ignoriert die Seilbahn und geht von Osten durch den bekannten Garlandhang unmittelbar unter dem Ostgipfel hinauf auf den Kamm und wieder zurück. Dreimal besteht die Möglichkeit zur Einkehr, ohne das Panoramarestaurant der Bergbahn.
Schwierigkeit:34.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:8,2 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:905 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz an der Talstation710
Reiseralm920 0:35
Garlandalm1300 1:00
Bergstation Brauneckbahn1493 0:30
Brauneck Gipfel 1554 0:10
Brauneckgipfelhaus1540 0:05
Tölzer Skihütte1455 0:15
Bergstation Brauneckbahn1493 0:15
Reiseralm920 0:45
Parkplatz an der Talstation710 0:25
Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Isarwinkel, Lenggrieser Berge, resp. Brauneck. Die Wanderung beginnt direkt am Parkplatz der Seilbahn. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 06 (1:25000) "Walchensee, Kochelsee, Sylvenstein-Stausee"; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, "Isarwinkel, Benediktenwand", bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro oder TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
18.05.2011; Diese Tour ging ich alleine. Am Aufstieg über die Reiseralm und den Garlandhang waren morgens nur wenige Wanderer unterwegs. Es wurden aber in der Nähe der Seilbahn und auf dem Gipfel bzw. auf der Strecke zur Tölzer Hütte deutlich mehr. An diesem Tag herrschte hervorragendes Bergwetter mit bester Fernsicht (das wünscht man sich auf dem Brauneck ganz besonders). Nachmittags zogen zwar einige Quellwolken auf, die aber nicht weiter störten. Die Temperaturen entwickelten sich angenehm warm für diese Jahreszeit.
Erreichte Gipfel
Der höchste Punkt der Wanderung ist der Gipfelkamm des Braunecks mit 1554 Metern.
Alm(en), Hütt(en):
Brauneckgipfelhaus, Reiseralm, Tölzer Hütte Brauneck, Neben den Gebäuden und Einrichtungen zum Betrieb der Seilbahnen und Skilifte und der Freizeitanlagen ist nur die Garlandalm (1300 m) zu erwähnen, die es aber in der damaligen Form nicht mehr gibt.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz der Seilbahn Brauneck. Adresse: Bergbahnstraße D-83661 Lenggries. Koordinaten: N = 47.676396, E = 11.555273; Geographische Daten: N = 47°40'35.0'', E = 11°33'18.9''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 691794, N = 5283497; Gauß-Krüger: R-E = 4466711.625, H-N = 5282100.705. Der Ausgangsort ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Nach der Ankunft am Bahnhof Lenggries bringen zwei RVO-Busse die Fahrgäste direkt zur Talstation der Bergbahn. Mit Rollstühlen ist die Tour nicht zu bewältigen. Es ist jedoch möglich, mit der Bahn zu fahren, wenn die Gefährte nicht allzu breit sind. Dann ist zwar auch der Gipfel nicht drin, zur Tölzer Hütte kommt man aber auf jeden Fall.
Vom Parkplatz westlich der Seilbahn führt ein Weg direkt zur Reiseralm (Hinweisschilder) der in mehreren Kurven die Strecke bewältigt. Hinter der Hütte geht ein Weg nach rechts etwas holprig weiter zur Bergstation des Skiliftes des Skiclubs Lenggries. In der anschließenden Schneise schlängelt sich ein Versorgungsweg zur Talstation des Garlandliftes und weiter bis zur früheren Garlandalm. Im großen Bogen umgeht die Strecke den neuen Speichersee, ehe es sehr steil weiter durch den Garlandhang zur Bergstation der Brauneckbahn hochgeht. Anschließend führt die Route nach rechts zum Gipfelkreuz des Braunecks. Dort verläuft unser Weg nach einem Abstecher zum Brauneckhaus noch kurz auf dem Kamm nach Westen (dort gibt es die beste Fernsicht). Kurz vor dem Schrödelstein wählen wir den Steig nach links bergab und münden auf den Weg zur Tölzer Hütte ein. Der Rückweg von dieser Einkehrhütte geht zunächst ein Stück wieder zurück. Dann aber sparen wir uns den Aufstieg auf den Kamm, sondern bleiben unten bis zur Bergstation der Brauneckbahn. Der weitere Rückweg erfolgt auf der uns schon vom Aufstieg bekannten Strecke. An der Reiseralm wählen wir die Stufen hoch zur Terrasse, erst später geht es dann endgültig zurück. Lediglich das Stück zwischen Reiseralm und der Bergstation des Skischule-Liftes ist ein etwas holpriger Pfad, alles andere sind gut begehbare Wege.
Anmerkungen:
Das Brauneck ist einer der bekanntesten und beliebtesten Berge bzw. Bergmassive der Bayerischen Voralpen. Die Gründe dafür sind überzeugend: aus dem Voralpenland rasch erreichbar, mit einer leistungsfähigen Bergbahn ausgestattet, zahlreiche Wanderrouten zu mehreren Gipfeln, viele bewirtschaftete Hütten und Almen und nicht zuletzt eine hervorragende Fernsicht in alle Himmelsrichtungen. Für letzteres braucht man natürlich das entsprechende Wetter, das es an am Wandertag auch gab. Es ist ein unvergesslicher Eindruck, die vielen Gipfel des Karwendelgebietes zu sehen einschließlich der Berge der Wettersteigebirges bis zur Zugspitze. Aber auch der Blick nach Osten und Norden von Lenggries über Bad Tölz und München bis zum Starnberger See ist wunderschön. Wer etwas schwach zu Fuß ist, benutzt natürlich die Bergbahn. Aber auch denjenigen, die man in nicht ganz bergtauglichen Schuhen auf dem Gipfel trifft, seien die herrliche Bergwelt und die besondere Aussicht von Herzen gegönnt. Ich wollte aber bewusst zu Fuß gehen über die Reiseralm und den Garlandhang, den ich schon lange als berüchtigten Skihang kenne, im Sommer aber noch nie gesehen habe. Beides zu besuchen lohnt sich, obgleich der Aufstieg doch recht schweißtreibend, sprich steil, ist. Eigentlich ist ein nochmaliger Gang dort hinauf fällig, da sich mit dem Bau des Wasserspeichers da oben einiges verändert hat. Der Skihang übt aber nach wie vor seine Faszination aus.

Benachbarte Wanderungen

Almentour Brauneck
Almentour Brauneck

Wandern am Brauneck ist immer lohnend. In erster Line sind damit Touren in Kammnähe angesprochen. Es gibt aber auch unbekannte Strecken, die besonders für Liebhaber sind, die gerne alleine gehen und sich von etwas ruppigen Steigen nicht beirren lassen. Eine solche Wanderung geht südlich des Kammes vom Brauneck aus nach Westen. Sie führt an etlichen Almen und Hütten vorbei und endet an der bewirtschafteten Bichleralm an der Südseite der Benediktenwand. Herrliche Fernsicht in die südlich liegenden Berge an vielen Stellen gibt’s gratis.

Benediktenwand
Benediktenwand

Die Benediktenwand, der Sehnsuchtsberg all jener, die an der Nordseite der Bayerischen Voralpen zwischen Bad Tölz und Kochel öfter mal daran vorbeifahren. Deutlich im Gelände zurückgesetzt wird sofort klar, dass zu dem eigentlichen Anstieg erst noch ein langer Anmarsch nötig ist. Wer auf seine gute Kondition vertraut, soll sich diese Königin vornehmen. Er wird es nicht bereuen, zumal mit der Tutzinger Hütte eine gute Verpflegungsstation am Weg liegt. Und die braucht man unbedingt.

Brauneck Süd
Brauneck Süd

Brauneck Süd - eine Rundwanderung durch die riesigen Südhänge des Braunecks. Wir starten am Draxlhang, den wir vom Skifahren her kennen und steigen über den "Seufzerweg" (den Namen hat er nicht zu Unrecht) auf. Über die Bayernhütte (die nach langem Stillstand mit umfangreichen Renovierungen jetzt wieder geöffnet ist) geht unser Weg zur Strasseralm, Quengeralm, zur Tölzer Hütte und zum Gipfel des Braunecks (wir wollen schließlich auch den berüchtigten Garlandhang sehen). Aber nicht verausgaben, am Rückweg treffen wir dann noch auf die Kotalm, Einkehr ist Pflicht.

Heigelkopf
Heigelkopf

Der Heigelkopf ist die südöstliche Fortsetzung des Blombergs mit dem einmaligen Blick ins Isartal und in die gegenüber liegenden Lenggrieser Berge. Am besten erreicht man ihn ab der Waldherralm und kann daraus eine Runde machen über den Blomberg und eventuell auch zum Zwieselberg machen. Zurück geht es dann über die Gassenhofer Alm. Noch einfacher ist er aber ein kurzer Abstieg vom Blomberg, wobei das bedeutet, dass man wieder bergauf zurück muss. Das Blomberghaus liegt nämlich in der anderen Richtung.

Längenberg
Längenberg

Das Längental nördlich des Brauneckmassivs ist ein beliebtes Wandergebiet. Entsprechend viele Personen sind dort immer unterwegs. Es gibt aber eine davon getrennte Teilroute, nämlich über den Längenberg. Sie ist ein gutes Stück länger und erreicht mit dem Längenberg eine größere Höhe. Sie ist deutlich ruhiger und einsamer als das Tal selbst. Neben dem guten Blick zum Brauneck reizt auch der arg ruppige Abstieg durch den Wald hinunter zur hinteren Längentalalm. Der Rückweg erfolgt dann auf bequemen Wegen.

Längental
Längental

Das idyllische Längental nördlich des Brauneckmassivs erlaubt einfache, gemütliche Wanderungen tief hinein in die Berge. Das gilt fast ganzjährig. Im Winter hat die Kirchsteinhütte geöffnet, im Sommer auch noch die etwas weiter hinten liegende Hintere Längentalalm. Als Ausgangspunkt gibt es zwei Wanderparkplätze. Der erste liegt am Ende der Flur, oberhalb Arzbach. Der zweite liegt weiter drin im Tal. An besonderen Wandertagen ist der aber hoffnungslos überfüllt.

Latschenkopf
Latschenkopf

Der Latschenkopf ist einer der vielen Gipfel auf dem Brauneckmassiv. Er kann am besten über eine Kammwanderung erreicht werden, beginnend im Osten, also am Brauneck selbst. In vielen Fällen ist er nur eine Zwischenstation auf dem Weg über die Achselköpfe oder gar zur Benediktenwand. Ein Stück weiter westlich besteht die Möglichkeit, zur Stiealm abzusteigen und eine ganz entspannte Runde zurück zu drehen, vorbei an vielen Brotzeitalmen.

Rechelkopf
Rechelkopf

Rechelkopf, der Hausberg von Gaißach. Gaißach liegt östlich der Isar, nahe Bad Tölz. Der Ort ist bekannt für seine spektakulären Hornschlittenrennen. Bei dieser Wanderung beginnt der Hin/Rück-Weg aber in Grundern, geht über den Sonntratn und den Schürfenkopf und über die Schwaigeralm zum Gipfel. Die Strecke überschneidet sich mit Teilen der Wanderung "Rechelkopf-Vorberg". Besonderes Merkmal ist der Superblick hinunter ins Isartal zwischen Bad-Tölz und Lenggries

Bilder zur Wanderung

Vorerst geschafft, die Bergstation der Seilbahn ist erreicht. Jetzt kann man mehr vom Brauneck sehen. Aber es geht erst noch einmal weiter bergauf. Auch für die Bahnfahrer. Das schaffen auch diejenigen, die nicht so gut zu Fuß sind.

Das Gipfelkreuz ist sehr einfach, schlank und recht hoch. Es steht an der Kante zum Garlandhang mit Blick nach Osten. Eine Sitzmauer bietet Gelegenheit, dort ein wenig zu verweilen. Meist ist sie gut besetzt. Das Foto ohne Personen war ein absoluter Glücksfall.

Aber der Reihe nach: erster Blickfang am Aufstieg ist die Demelspitze mit ihrem Kreuz. Man kann sich nicht vorstellen, wer wohl auf die Idee kommt, dort hinauf zu klettern. Deshalb hat dieser Felsen auch den Spitznamen "verbotener Berg".

An mehreren Stellen geht der Blick über Lenggries und das Isartal hinweg. Der erste kegelförmige Berg ist der Keilkopf, bekannt aber vor allem durch die Denkalm, die an seiner Westflanke steht.

Links davon zeigt sich eine recht aufgelockerte Südflanke, der Sonntratn, auch Schürfentratn genannt. Oben geht es dann über den Schürfenkopf zum Rechelkopf mit der Sigrizalm (siehe Nachbartouren). An einem heißen Sommertag wird bei dem Aufstieg allerding viel Schweiß fließen.

Der dritte im Bunde ist dann der Geierstein, ein recht garstiger Berg. Er ist nicht einfach zu bezwingen. Zudem trifft man auf keine Alm. Er hat aber große Bedeutung in Form des Maximilianswegs als Überschreitung zum Tegernsee.

Zurück zu unserem Aufstieg. Bei der Erstwanderung 2011 stand dort noch die Garlandalm, von der aus die Weideflächen genutzt wurden. Sie machte allerdings damals schon keinen sehr frischen Eindruck mehr.

Knapp ein Jahr später musste die Garlandalm dem Speichersee für die Beschneiung der Skipisten weichen. Es war vorgesehen, sie an anderer Stelle als moderne Almhütte wieder aufzubauen. Falls sie auch im Winter hätte offen sein sollen, wäre das für die Skifahrer sehr gut gewesen. Ob das erfolgte, weiß ich nicht.

Wir gehen ein Stück auf dem Kamm dahin und genießen die Fernsicht nach Süden und Westen. Man glaubt, die Zugspitze sei zum Greifen nah. An der rechten Seite ist der Aufstieg auf den Idealhang (Stie-Alm) zu sehen.

Versteckt hinter anderen Bergen schaut im Südosten der Guffert recht frech wie ein Hut herüber. Er zählt bereits zu den Brandenberger Alpen.

Im Süden ist die Karwendelkette in ihrer vollen Breite zu sehen. Es ist schwer, einzelne Berge mit Sicherheit auszumachen.

Wieder zurück am Abstieg, ein Stück oberhalb der Reiseralm treffen wir auf die Bergstation des Liftes des Skiclubs Lenggries. Jetzt geht es nach rechts in den Wald.

Hüttenwirt Alois Oswald von der Reiseralm füttert jeden Nachmittag seine Hirschkühe. Nur ihm vertrauen sie und kommen direkt an den Zaun. Ich könnte mir denken, dass dieses Schauspiel etwas für Kinder ist.

Braunbär Bruno (in Lebensgröße aus Holz) bewacht die Reiseralm. Ob das berüchtigte Original tatsächlich an der Hütte war, ist nicht sicher.

Das Brauneck ist für viele touristische Attraktion bekannt. Eine davon die Bobcartbahn nahe der Talstation. So wie ich das beobachtete, freute das besonders die kleinen und auch die ganz großen Kinder.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 30.05.2021