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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Jägerkampkessel



Jägerkampkessel

Jägerkampkessel - die Straße von Neuhaus hinauf zum Spitzingsee führt an der Westseite des Jägerkamps vorbei. Ein gutes Stück unter dem Sattel zweigt eine kleine, unscheinbare Versorgungsstraße nach links ab. Dort beginnt ein Steig zu dem bekannten Schlierseer Berg, aber diesmal nicht die "Sonnenroute" über die Schönfeldalmen. Der Steig bringt uns hinauf zur Jägerbauernalm und damit in den riesigen Bergkessel. Es ist die Strecke, auf der auch die Sennerin ihren gesamten Bedarf transportieren muss, wohlgemerkt ohne technische Hilfe. Im Bild: Blick vom Abstieg in den Kessel mit der Jägerbauernalm. Nach links geht der Pfad zur Spitzingstraße, halblinks nach oben geht es zur Benzingalm, halbrechts zum Aufstiegskamm, rechts kommt man wieder zurück. Im Hintergrund blickt der Breitenstein herüber (Erstwanderung: September 2013, aktualisiert; Dezember 2021)

Abstract
Der Jägerkamp zählt mit dem Brecherspitz und dem Bodenschneid zu den Bergen, die das Schlierseer Tal nach Osten abschließen. Er ist der östlichste dieser Drei und auch der höchste. Im Grunde zählt er bereits zu den östlichen Spitzingbergen zusammen mit dem Taubenstein, der Rotwand und vielen anderen Gipfeln.
An seiner Nordseite hat er einen riesigen Almkessel mit einem Latschengürtel am oberen Rand. Der Kessel selbst ist an seiner tiefsten Stelle etwa 50 Meter tiefer als der natürliche, oberirdische Wasserablauf, es müsste folglich ein See sein. Das aber verhindert ein unterirdischer Ablauf, der erst später wieder zutage tritt.
Im oberen Teil der Zufahrtsstraße zum Spitzingsee zweigt eine Wanderroute ab, die direkt in den Kessels und dann weiter zu den beiden Gipfeln des Jägerkamps führt. Von Spitzingsattel aus verläuft ein Steig ebenfalls in den Kessel, der aber etwas ramponiert und daher zeitweise gesperrt ist. Überdies ist ein weiterer Aufstieg ab Aurach über die Benzingalm möglich.
Fast in der Sohle des Kessels liegt die Jägerbauernalm, eine ganz besondere Hütte. Sie hat keinen Versorgungsweg, d.h. alles was die Sennerin braucht, muss sie anderweitig hochschaffen. Trotzdem bietet sie eine Verpflegung für die Wanderer an, die natürlich gerne angenommen wird.
Schwierigkeit:31.3mittel (27.5-40)
Tracklänge:7.5 kmkurz (0-8 km)
Wanderzeit:4:10 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:780 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) üNN Gehzeit (h:min)* Entfernung (km)
PP Aussichtsp. Spitzingstr.985
Abzw. in den Wald1002 0:150,50
Kreuzung Steig1343 0:430,84
Waldgrenze1512 0:250,52
Jägerbauernalm1508 0:100,12
Jägerkamp Ostgipfel1746 0:441,14
Jägerkamp Westgipfel1748 0:100,38
Westkehre Abstieg1641 0:080,25
Jägerbauernalm1508 0:251,56
Waldgrenze1512 0:101,56
Kreuzung Steig1343 0:100,15
Einmü. Straße1002 0:350,80
PP Aussichtsp. Spitzingstr.939 0:150,50

(*) Die Zuordnung von Gehzeit und Wegstrecke erscheint manchmal nicht plausibel. Das liegt zum einen daran, dass man auf guten, ebenen Wegen rascher vorankommt, als auf holprigen Pfaden im Steilgelände und zum anderen daran, dass manchmal kleinere Pausen dabei sind, manchmal nicht.

Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Schlierseer Berge. Der Jägerkamp liegt nordöstlich des Spitzingsees und zählt zum großen Taubenstein/Rotwand-Gebiet. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 8 (1:50000) "Tegernsee, Schliersee, Wendelstein"; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, "Mangfallgebirge Süd", bzw. ATK-25 (1:25000) "Bayrischzell" bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro oder TOPO Deutschland V7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
03.09.2013; Gitti und Sepp haben mich begleitet. Ansonsten waren morgens nur wenige Wanderer unterwegs, die aber zur Mittagszeit deutlich mehr wurden, nicht nur auf dem Gipfel, sondern auch auf der Jägerbauernalm. Es herrschte spätsommerliches Hochdruckwetter mit wenigen Wolken, die sich zusehends auflösten. Die Temperaturen waren angenehm, die Fernsicht sehr gut. Der Wind spielte keine Rolle.
Erreichte Gipfel
Gleich zwei Gipfel erreichen wir auf dieser Wanderung: den Ostgipfel des Jägerkamps mit 1746 m und den um 2 m höheren, nur wenig weit entfernten Westgipfel. Der nächsthöhere Berg ist der Aiplspitz, nur 1.2 km weiter östlich. Der Jägerkamp hat eine Schartenhöhe von110 Metern an der Kante zur Schnittlauchmoosalm.
Alm(en), Hütt(en):
Jägerbauernalm, An weiteren Bauwerken ist lediglich eine Materialhütte zu erwähnen, die in der Nähe der Spitzingstraße als Zwischenlager für die Sennerin dient. Dorthin bekommt sie ihren Bedarf gefahren und holt ihn dann bei Gelegenheit ab. Andere Gebäude treffen wir auf unserer Runde nicht.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz an der Spitzingstraße, Schliersee (etwa 120 hm unter dem Spitzingsattel). Adresse (Unpräzise): Auffahrt zum Spitzingsattel (St 2077), D-83727 Schliersee. Koordinaten: N = 47.685453, E = 11.890092; Geographische Daten: N = 47°41'07.63'', E = 11°53'24.33''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 716887, N = 5285387; Gauß-Krüger: R-E = 4491854.769, H-N = 5283017.724. Öffentliche Zufahrt: es fährt an dem Parkplatz zwar der öffentliche Bus vorbei, eine Haltestelle ist dort aber nicht. Mit Rollstühlen und Kinderwägen ist die Strecke nicht zu bewältigen.
Vom Parkplatz gehen wir ein gutes Stück auf der Straße weiter bergauf, vorbei an einem weiteren kleinen Parkplatz von dem ein Pfad nach rechts abgeht. Etwa 500 Meter weiter oben zweigt dann eine unscheinbare Versorgungsstraße nach links ab. Es gäbe dort zwar auch noch Platz für zwei oder drei Autos, aber darauf kann man nicht setzten. Nach einem kurzen steilen Anstieg kommt an einer Rechtskurve besagte Materialhütte. Dort beginnt ein Pfad nach links in den Wald. Er führt uns in vielen Kehren und Serpentinen erst an eine Kreuzung, resp. an die Einmündung des Steiges von Spitzingsattel. Wir bleiben weiter bergauf und erreichen den Waldrand mit einem Zaundurchlass auf die Almflächen. Zur Jägerbauernalm ist nur noch ein kurzes Stück, am Ende sogar leicht bergab. Nach der Hütte gehen zwei Steige weiter bergauf: wir nehmen den rechten davon (der linke geht direkt zur Benzingalm), und kommen bald auf ein Grat. Nach rechts geht es durch die Latschen direkt zum Ostgipfel des Jägerkamps. Am Gipfel halten wir und rechts zum bereits sichtbaren Westgipfel. Erst geht es leicht bergab, dann wieder bergauf. Nach dem Gipfel beginnt der Abstieg nach rechts. Der Pfad führt in Grundrichtung Nordwesten mal steiler mal flacher durch Latschen. Nach einer Weile macht die Strecke einen Knick nach rechts und geht im großen Linksbogen durch den Kessel zurück zur Alm. Den weiteren Rückweg kennen wir bereits vom Aufstieg.
Anmerkungen:
Die Nordroute zum Schlierseer Aussichtsberg bzw. in den Jägerkampkessel ist mit Sicherheit weniger beliebt als diejenige Route, die aus dem Schönfeldkessel von Süden zum Gipfel führt. Auch der Start an der Spitzingstraße ist etwas ungewöhnlich. Viele der Wanderer (Autofahrer) merken gar nicht, dass von den dortigen Parkplätzen eine Wanderroute beginnt. Aber diese Route hat zwei besondere Attraktionen, derentwegen man den etwas langen, steilen Aufstieg auf sich nehmen kann: den riesigen Bergkessel nördlich der beiden Jägerkampgipfel und die besonders urige Jägerbauernalm. Der Kessel liegt mit seinem tiefsten Punkt etwa 50 m unter der niedrigsten oberirdischen Ablaufstelle, d.h. es müsste eigentlich ein See sein. Dass er das nicht ist, hat seinen Grund in einem unterirdischen Ablauf, der später zu einem Graben wird. Im unteren Teil liegen weite Weideflächen, die oberen 100 Meter sind mit Latschen bewachsen. Aber auch die Alm, genauer gesagt, die Almerin und ihre Tiere sind ebenfalls einen Besuch wert; man kommt aus dem Staunen nicht heraus (siehe Link zur Hütte).

Benachbarte Wanderungen

Jägerkamp
Jägerkamp

Der Jägerkamp zählt zu den Spitzingbergen. So geht der einfachste Aufstieg tatsächlich am Spitzingsattel los. Oberhalb der Schönfeldalmen kann man sich entscheiden, ob es nach rechts zum Aiplspitz oder nach links zu den beiden Jägerkampgipfeln geht. Der Wandersenior hat dann von der dortigen Aussicht zum Schliersee und all den anderen Orten rings herum genug und geht auf dem gleichen Weg wieder nach unten. Die Jägerbauernalm konnte man sehen, zu ihr geht es dann auf einer anderen Route noch einmal los.

Brecherspitz
Brecherspitz

Der Brecherspitz (nicht: die Spitze) ist der Stolz der Schlierseer Berge. Er ist der zentrale Blickfang im Süden des Sees. Dort hat er eine sehr spannende Route mit dem Aufstieg über den Nordgrat, vorbei an der Ankelalm. Die ist aber nicht gemeint, sondern die leichtere Route ab dem Spitzingsattel über die Obere Firstalm, also auf der anderen Seite. Aber auch da geht man zum Schluss auf dem anspruchsvollen Westgrat dahin, kurze seilgesicherte Stellen inbegriffen.

Heissenplatte
Heissenplatte

Heißenplatte - man wird diesen Berg hassen oder lieben. Hassen, weil es ohne Gnade und ohne Pause zusammenhängend 800 Höhenmeter bergauf geht, ab der Geitauer Alm sogar weglos. Lieben, weil auf diesem exponierten Berg die Fernsicht ins Leitzachtal und zum Wendelstein einfach grandios ist und sich das herrliche Gefühl einstellt, eine "ordentliche" Tour zu machen. Auf der Geitauer Alm wartet dann die wohlverdiente Brotzeit.

Hochmiesing
Hochmiesing

Der Hochmiesing ist ein Nachbarberg der bekannten Rotwand. Etwas östlich liegt er, ist drei Meter niedriger und hat nur einen Aufstieg vom Miesingsattel aus. Will man zu ihm hoch, so erfordert das einen gezielten Weg dorthin. Der Lohn ist die Ruhe, die auf seinem Gipfel herrscht, im Gegensatz zur überlaufenen Rotwand. Als Nachteil ist aber auch zu vermerken, dass keine Einkehrmöglichkeit in seiner Nähe liegt. Das Taubensteinhaus und das Rotwandhaus liegen ein Stück entfernt, lassen sich aber gut in die Runde einplanen.

Roßkopf (Spitzing)
Roßkopf (Spitzing)

Der Rosskopf (Spitzing) ist einer der Berge in einer Kette, die mit dem Bodenschneid beginnt und über den Stümpfling und Rotkopf bis zum Stolzenberg geht. Diese Kette trennt die Sutten vom Spitzingsee ab. Östlich bzw. nördlich davon liegt der Spitzingsee, der Ausgangspunkt vieler Wanderrouten. Nach dem Aufstieg zum Suttensattel geht es weiter nach links und anschließend über den Grünsee hinab in die Valepp. Einkehren kann man in der Jagahüttn und im Albert-Link-Haus.

Rotwand
Rotwand

Die Rotwand ist mit ihren 1884 Metern Höhe unzweifelhaft die Königin unter den Bergen östlich des Spitzingsees. Dazu gehört auch das Rotwandhaus, eine sehr leistungsfähige AV-Hütte des TAK München, die am Fuße des Berges steht. Beide zusammen gibt es eigentlich nur im Paket. Entsprechend oft werden beide fast das ganze Jahr über besucht. Wer etwas mehr Kondition hat, kann eine Rundtour daraus machen und dann auch noch den Taubenstein, Auerspitz, Hochmiesing oder Rauhkopf als weitere Gipfel einbeziehen.

Taubenstein
Taubenstein

Der Taubenstein ist eigentlich nur ein riesiger Felsbrocken ganz in der Nähe der Bergstation der Taubenstein-Seilbahn. Wer sich auf die Strecke zur Rotwand aufgemacht hat, kommt unweigerlich daran vorbei. Aber er hat ein schönes Gipfelkreuz und gilt als eigenständiger Berg. Der kurze Aufstieg ist derart anspruchsvoll, dass die meisten Wanderer weitergehen und mit gemischten Gefühlen (halb bewundernd, halb verächtlich) den "Wahnsinnigen" zusehen, die dort hinauf kraxeln. Wer droben war, kann stolz auf sich sein.

Bilder zur Wanderung

Im Höhenprofil ist zunächst der steile Aufstieg von der Straße zur Jägerbauernalm zu erkennen, bzw. der ebenfalls steile Abstieg auf dem Rückweg. Der Weg durch den Kessel zu den beiden Gipfeln geht genauso steil weiter. Der Rückweg zur Alm ist dann etwas flacher und folglich auch ein Stück weiter.

Blick von der Alm durch den Kessel hinauf zu den Gipfeln des Jägerkamps. Nur ganz oben löst ein Latschenkranz die Weiden ab. Zu sehen ist auch, dass der Kessel recht tief ist. Eigentlich müsste dort ein See sein. Ein unterirdischer Wasserablauf verhindert das aber.

Nordaufstieg durch die Latschen. Es ist ein kurzer Kamm zu erkennen, auf dem das Gipfelkreuz steht. Und es ist meist auch gut besucht. Der Blick rundum ist einfach zu herrlich.

Noch sind Gitti und Sepp am Aufstieg recht frisch. Der Blick geht aber schon öfter nach oben, in der Hoffnung, dass das Gipfelkreuz nicht mehr weit sein möge.

Rückblick zum Ostgipfel des Jägerkamps. Er hat eine kleine, freie Kuppe mit dem Gipfelkreuz. Es ist ein Gipfel, wie man sich ihn wünscht: rundherum Latschen und nur die unmittelbare Kuppe ist frei.

Westgipfel des Jägerkamps. Es ist um 2 m höher als der Ostgipfel. Aus Süden ist er nur über den Ostgipfel erreichbar. Der Pfad führt weiter nach Westen in den Jägerkampkessel. Im Hintergrund ist das Karwendelgebirge zu sehen. Den Steig hinunter zu den "Wilden Fräuleins" wollen wir mal unterschlagen.

Nördlich der beiden Gipfel erstreckt sich ein weiter, wunderschöner Bergkessel mit der Jägerbauernalm. Die deutlich sichtbaren Steige lassen erkennen, dass dort kein Fahrzeug fahren kann. Eine solche Konstellation ist relativ selten, für die Bewirtung der Alm aber ein Nachteil.

Nach Norden sieht man den Schliersee mit seiner Insel. Unten liegt Neuhaus, rechts der Ort Schliersee, darüber Hausham und im Hintergrund ist München zu erkennen (trotz des Dunstes).

Im Westen liegt der Bodenschneid mit seinem Kessel, der unteren Firstalm und den umliegenden Bergen. Etwas rechts der unteren Firstalm versteckt sich die obere Firstalm. Recht auffällig sind die langen Steinrinnen in der Ostflanke des Bodenschneids.

Ebenfalls im Westen ist der Risserkogel mit seinem "Kletterfelsen" zu sehen. Im Vordergrund liegen Grünsee, Rosskopf sowie Stümpflingalm und Jagahüttn. Aus dieser Perspektive wird klar, warum der Risserkogel der König der Tegernseer Berge ist.

Im Süden des Jägerkamps liegt der Schönfeldkessel mit den vielen Kasern der unteren und oberen Schönfeldalmen und natürlich der Schönfeldhütte (AV-Hütte).

Im Südosten ist die mächtige Rotwand (links) zu sehen. Nach rechts schließt sich der langgezogene Rücken des Lemperberges an. In deren Nordkessel hat Bruno der Problembär sein Ende gefunden. Im Vordergrund sind der Taubenstein und die Taubensteinbahn zu erkennen.

Aus Osten grüßen der große (rechts) und der kleine (links) Traithen mit der dazwischen liegenden Fellalm. Im Vordergrund rechts ist der Anschnitt zum Hochmiesing zu sehen.

Wendelstein aus Westen gesehen. Er ist mit seiner Antenne und seiner Kuppel aus allen Himmelsrichtungen zu erkennen. Es wird klar, warum diese Einrichtung dort oben aufgebaut ist: es ist der höchste Punkt nach Norden.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 27.10.2021