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Besinnungsweg Ötz



Besinnungsweg Ötz

Besinnungsweg Ötz - nachdenkliches Wandern im Schatten des mächtigen Acherkogels. Es ist ein Rundweg in einem gut frequentierten Gebiet im westlichen Stubaigebirge, gestaltet von Schülern aus Ötz. Acht künstlerische Wegemarken weisen auf Herausforderungen des Lebens hin. Foto: Es gibt etliche Möglichkeiten, sich hinzusetzen und nachzudenken - und das ist ja wohl der Sinn der Sache (Erstwanderung: August 2016, aktualisiert: Dezember 2019)

Abstract
Der "Besinnungsweg Ötz" ist eine von Schülern aus Ötz künstlerisch gestaltete Wanderstrecke in den westlichen Stubaier Alpen am Übergang zu den Ötztaler Alpen. Der Rundweg führt ab der Bergstation der Acherkogel-Seilbahn in die mächtige Westwand des Wetterkreuzkogels. Nach der Ruine "Alte Bielefelder Hütte" geht die Route erneut durch die Wand, diesmal aber deutlich tiefer. sie führt dann über die Acherbergalm wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Acht "Besinnungsstationen" säumen den Weg und richten Empfehlungen zur Besinnung an den Wanderer. Sie sind recht einfach gestaltet und manchmal etwas interpretationsbedürftig. Soweit die Kunstwerke aus Holz erstellt sind, wird deren Lebensdauer wohl nicht unendlich sein. Ob sich jemand in der Pflicht sieht, diese Stationen auch weiterhin zu pflegen, scheint mir fraglich.

Die Wegstrecke ist nicht einfach zu gehen. der Pfad ist im Steilgelände stellenweise recht ausgesetzt, ohne jegliche Sicherungen. Absoluten Anfängern oder ängstlichen Personen kann man den Rundweg daher nicht empfehlen. Für alle anderen ist er durchaus ein ordentliches Bergerlebnis. Er führt an zwei Einkehrstationen vorbei (Neue Bielefelder Hütte, Acherbergalm), bietet also gute Gelegenheiten, sich unterwegs zu stärken.
Schwierigkeit:24.0leicht (<27.5)
Tracklänge:7,2 kmkurz (0-8 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:422 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Bergstation der Seilbahn2020
Bielefelder Hütte2110 0:23
Abz. Rossköpfe, Station 3 2244 0:38
Kleine Kuppe auf Querweg2276 0:27
Wegedreieck Wetterkreuz2233 0:25
Alte Bielefelder Hütte2193 0:20
Acherbergalm1922 0:50
Wegkehre, Station 81976 0:37
Bergstation der Seilbahn2020 0:20
Gebirge, Lage, Karte
Stubaier Alpen, Untergruppe westliches Sellrain. Berggruppe oberhalb des Ötztales (Hochötz). Karten: Kompass Wanderkarte. Nr. 35 (1:50000), Imst, Telfs, Kühai, Mieminger Kette. bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
26.08.2016; Renate und ich haben den Besinnungsweg zusammen erkundet. Auf der Strecke trafen wir dann noch einige weitere Personen, insgesamt aber deutlich weniger, als zu erwarten gewesen wären. Es handelte sich durchwegs um gute und erfahrene Wanderer, also keinerlei Anfänger. Es herrschte sommerliches Wanderwetter mit guter Fernsicht. Die Strecke bietet immer wieder recht gute Möglichkeiten für Fernblicke, auch wenn diese auf einem Gipfel natürlich noch deutlich besser wären. Einen solchen erreicht man nämlich nicht. Die Temperatur auf einer Höhe von 2000 m fühlte sich nicht so heiß an, als wir das im Tal vermutet hatten.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Tour wird kein Gipfel erreicht, das war auch nicht vorgesehen. Die höchste Stelle liegt bei 2309 m auf dem Querweg durch die Westflanke des Wetterkreuzkogels.
Alm(en), Hütt(en):
Bielefelder Hütte, Acherbergalm, Neben den beiden Einkehrhäusern sind noch die Ruinenreste der alten Bielefelder Hütte, sowie das Restaurant und andere Einrichtungen der Bergstation der Seilbahn zu erwähnen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Acherkogelbergbahn. Berg- und Talfahrt mit der Bahn. Der eigentliche Start und das Ende der Tour liegen an der Bergstation der Bahn. Adresse: Angerweg 13, A-6433 Ötz/Tirol. Koordinaten (Parkplatz): N = 47.200009, E = 10.903155; Geographische Daten: N = 47°12'00.0'', E = 10°54'11.4''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 644146, N = 5229148; Gauß-Krüger: R-E = 4416997.259, H-N = 4416997.259. Die Tour ist mit ÖPNV recht gut erreichbar, es muss ohnehin die Seilbahn genutzt werden. Für Rollstühle und Kinderwägen ist die Tour nicht geeignet. Es ist jedoch möglich, sowohl zur Neuen Bielefelder Hütte, als auch zur Acherbergalm zu kommen. Allerdings ist mir unklar, wie solche Hilfsmittel mit der Bahn auf den Berg transportiert werden können.
Von der Bergstation der Seilbahn geht der Weg hoch zur nahen "Neuen" Bielefelder Hütte und weiter auf der Skipiste bergwärts. Auf halber Höhe zweigt ein Steig nach rechts ab und kreuzt ein Latschenfeld. Nach einer Weile kommt man an ein Wegedreieck mit einem Schilderbaum (Abzw. Rossköpfe) und wendet sich erneut nach rechts. In vielen kleinen Auf- und Abstiegen und Kurven quert der enge Steig nunmehr die riesige Westflanke des Wetterkreuzkogels bis zur alten Bielefelder Hütte. Verlaufen kann man sich dort eigentlich nicht. Im spitzen Winkel geht es ein paar Meter talwärts zurück, dann quert der Steig erneut die Westflanke des Wetterkreuzkogels, aber wesentlich tiefer im Gelände und führt direkt zur Acherbergalm. Von dort geht es auf dem Versorgungsweg leicht ansteigend zurück zum Ausgangspunkt. Der erste Teil der Strecke bis zur Abzweigung "Rossköpfe" ist identisch mit der Wanderung "Wetterkreuzkogel" (siehe Nachbarwanderungen).
Anmerkungen:
Mit der Gestaltung des Besinnungswegs in Hochötz haben sich die Schüler bestimmt viel Mühe gegeben und Kreativität bewiesen. Leider ist es kein Weg für leichtes Wandern und damit auch nicht für jedermann. Ich hatte den Eindruck, die Personen vor Ort sehen in diesem Projekt keinen großen Nutzen für den Tourismus. Ein Großteil der Strecke ist als "rote" Route eingestuft, also für unerfahrene oder ängstliche Personen ohnehin nicht zu empfehlen. Zusätzlich ist anzumerken, dass der Streckenteil zwischen der "Abzw. Rossköpfe" und der alten Bielefelder Hütte in Teilen sogar "schwarz" rechtfertigen würde. Der schmale Weg im Steilgelände hat dort viele Felsstufen, Querungen von Geröllfeldern und ausgesetzte Passagen, alles ohne jegliche Sicherungsmaßnahmen. Besinnung ja, aber beim Weitergehen sollte man sich bitte unbedingt wieder auf die Strecke konzentrieren! Leider wird auch so manche Skulptur in einigen Jahren arg gelitten haben und damit wird die Bedeutung des Werkes nicht bleiben. Für denjenigen, dem das Wandern in etwas anspruchsvollem Gelände keine Probleme bereitet, ist es eine gute Anregung. Ungeachtet der etwas anspruchsvollen Steckenteile ist wegen der geringen Höhensumme und der geringen Wanderstrecke der Besinnungsweg trotzdem als eine "leichte" Tour in meiner eigenen Wertung eingestuft.

Benachbarte Wanderungen

Münsterhöhe
Münsterhöhe

Die Münsterhöhe ist eine unscheinbare Kuppe, am besten erreichbar über das Lüsenstal nach Aufstieg über die Westfalenhütte. Vom Gipfelkreuz aus hat man jedoch beste Fernblicke zu etlichen 3000er Spitzen der Stubaier Alpen. Immerhin ist die Wanderung in einer Tagestour möglich und auch technisch völlig unproblematisch. Man braucht allerdings etwas Kondition.

Faltegartenköpfl
Faltegartenköpfl

Faltegartenköpfl - eine technisch leichte Wanderung in den Haiminger Bergen zu dem über 2000 Meter hoch liegenden Ziel. Die Blicke gehen im oberen Teil fast rundum in die Berge, lediglich im Osten steht der Pirchkogl im Weg. Wer will, kann die letzten Meter zum Gipfel sogar klettern. Verpflegung gibt es auf halbem Weg in der fast ganzjährig geöffneten Feldringalm.

Mutenkogel
Mutenkogel

Ein unscheinbarer Berg fast ganz oben im Kühtai, mit kurzer Wegstrecke ab St. Sigmund. Damit hört aber der Spaß schon auf. Über 700 Höhenmeter geht es ohne Unterbrechung steil bergauf, verlaufen kann man sich nicht. Der Blick zurück ins Tal wird immer kribbelnder; dafür wird die Aussicht ringsum immer schöner. Am Fuße des Berges liegt die Gleirschalm.

Wetterkreuzkogel
Wetterkreuzkogel

Wetterkreuzkogel - ein wichtiges Zwischenziel auf etlichen anspruchsvollen Wanderrouten im Gebiet zwischen Kühtai und Hochötz. Der Knappenweg und der Th.-Streich-Weg führen über ihn. Mit einem Aufstieg von der Acherkogelbahn können sich aber auch weniger konditionsstarke Personen dorthin aufmachen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit brauchen aber auch sie.

Fotscher Runde
Fotscher Runde

Fotscher Runde - es ist eine technisch einfache, aber nicht ganz kurze Wanderung in dem Fotscher Tal, einem südlichen Seitental des Sellrains. Drei Strecken gibt es für diese Runde: den im Tal verlaufenden Versorgungsweg, den westlich am Berg liegenden "Gottwaldweg" und den östlich liegenden Höhenweg über die Furggesalm. Hinterstes und höchst gelegenes Ziel ist die Potsdamer Hütte mit über 2000 Meter, die nach einem Brand jetzt neu renoviert ist.

Sonntagsköpfl
Sonntagsköpfl

Sonntagsköpfl und Sunntiger - ein Berg mit seiner Schulter ganz hinten im Griesbachtal, westlich der Axamer Lizum. Wenn man einmal die Kemater Alm erreicht hat, wird es eine mittelschwere Wanderung mit guter Fernsicht. Im Blick liegen immer die vielen Abbrüche der benachbarten Kalkkögele. Sie vermitteln den positiven Eindruck, im Hochgebirge unterwegs zu sein.

Bilder zur Wanderung

Bezeichnenderweise signalisiert ziemlich am Anfang eine Besinnungsstation daran, "im Weg sein". Die Formulierung lässt Interpretation zu: meint sie, man solle niemanden im Weg sein? oder ist sie eine Bestätigung, dass man auf dem rechten Weg ist?

Station 4 des Besinnungsweges. Es gibt immer wieder Skulpturen oder sonstige Hinweise, in diesem Fall auf "Irrwege", auf denen wir oft unterwegs sind. Auch dessen sollten wir uns bewusst sein.

Ein symbolisiertes Fernrohr weist auf der Station 5 auf das Thema "Weitblick" hin. Es steht an einer Stelle, an der der Weg eine kleine, talseitige Barriere hat, also sehr sicher ist und einlädt, dort eine kleine Pause mit einer Brotzeit zu machen. Ob mit "Weitblick" auch gemeint ist, dass man auf eine solche Tour etwas zum Essen und zum Trinken mitnehmen sollte?

Zum Thema "Weitblick" kann man natürlich die vielen Möglichkeiten zählen, in die Berge und Täler zu blicken, z.B. auf die Rossköpfe mit ihren riesigen Schrofenfeldern. Dieser Blick ergibt sich gleich am Anfang der Tour.

An anderer Stelle ist ein Blick in das tief unten liegende Ötztal mit dem Ort Ötz möglich. Ein solcher Blick demonstriert eindeutig, wie mächtig die Berge sind, bzw. wie klein die Häuser und Menschen sind.

Oder der Blick geht über das Ötztal hinweg in die ersten Bergmassive der Ötztaler Alpen, z.B. auf das "Jöchle"-Massiv westlich von Ötz. Kein Wunder, wir befinden uns in den Zentralalpen.

Alte Bielefelder Hütte, d.h. das was von ihr übrig geblieben ist. Zweimal hat der Berg sie zerstört, bevor sie den Betrieb richtig aufgenommen hat. Der Acherkogel hat die Hütte einfach nicht mögen und das eindrucksvoll gezeigt. Die Naturgewalten sind eben doch erheblich größer, als ein Laie sich das an einem ruhigen, sonnigen Tag vorstellen kann. Erst spät erkannten die Erbauer das und errichten die Hütte dann an einem sichern Ort.

Deutlich sicherer ist das Areal rund um die Bergstation der Seilbahn. Mit dazu gehören ein Restaurant, ein Speichersee zur Beschneiung der Skipisten, ein Aussichtsturm und viele Spielanlagen für Kinder. Das Gelände bietet viele Möglichkeiten zu kurzen Spaziergängen für Personen, die keine weiteren Strecken gehen können oder wollen.

Mächtige Westflanke des Wetterkreuzkogels, über die der Besinnungsweg führt. Immer wieder führt der Steig durch Latschen, über Geröllfelder und durch kleine Kare. Die Strecke ist nicht ganz einfach zu gehen, also nichts für ängstliche oder unerfahrene Personen.

In dem deutlich freundlicheren Gelände auf dem Weg von der alten Bielefelder Hütte zur Acherbergalm steht eine Rastbank (Station 7). Wie das frische Gras zeigt, ist die Zahl der Wanderer offenbar gar nicht so groß, wie man sich das wünschen würde.

Zwischen Bergstation und Acherbergalm steht in einer Wegkehre die Station 8 – die letzte – in unserer Runde. Wegbegleiter sein, das ist die Aufforderung an uns. Wofür die wilde Ansammlung von Wurzeln, Holz und Steinen steht, das erschloss sich mir nicht.

Blick von der Acherbergalm zurück auf den gegangen Weg. Er zeigt im Hintergrund den Acherkogel, den gewaltigen Gebirgsstock der nicht nur der Alm seinen Namen gibt; auch die Seilbahn aus dem Tal heißt so.

Ist es Zufall? kurz nach der Frage ob man auf dem rechten Weg sei, kommt nämlich der Schilderbaum, der keine Zweifel lässt, wohin der Weg wirklich geht.

Kurz nach der Bielefelder Hütte verläuft der Aufstiegsweg ein kurzes Stück auf der Skipiste dahin. Unvermittelt zweigt dann die Route nach rechts ab, zu sehen am unteren rechten Bildrand. Also aufpassen!

Im Hintergrund eines Fernblickes nach Nordwesten ist die Simmeringalm zu sehen. darüber hinweg ist mit dem Fernpass die Einsattelung zu erkennen, welche die Lechtaler Alpen (links) vom Wettersteingebirge trennt.

Unmittelbar vor der Seilbahn haben die Kalbinnen eine Rast eingelegt. Es scheint, als würden sie geduldig darauf warten, mit der Seilbahn mitfahren zu dürfen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 07.08.2020