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Wanderungen

Felsenkanzel (Kramer)



Felsenkanzel (Kramer)

Felsenkanzel am Kramer - auch Eisenkanzel genannt. Der besondere Aussichtspunkt am Ostaufstieg zum Kramer. Einen besseren Blick auf Garmisch-Partenkirchen mit seinen Einrichtungen und das dahinter liegende Wettersteingebirge gibt es wohl nicht noch einmal in dieser Höhe. Im Bild: Felsenkanzel. Etwas abenteuerlich ragt das massive Eisenkonstrukt über die Bergkante hinaus. Aber es ist gut gesichert und ich denke, auch etwas ängstliche Personen können es wagen, den unvergleichlichen Blick von dort aus zu genießen. (Erstwanderung: April 2018; aktualisiert: Februar 2020)

Abstract
Wandern auf dem "Kramer Plateauweg" nördlich von Garmisch-Partenkirchen ist eine recht entspannte Angelegenheit. Es geht in leichten Steigungen und mit kleinen Kurven eine ganze Weile am Fuße des imposanten Kramers entlang. Damit es nicht nur ein Spaziergang bleibt, folgt der Aufstieg zur St. Martinshütte und sogar noch ein Stück weiter hinauf zur Felsenkanzel, einem recht markanten Aussichtspunkt. Im letzten Teil des Weges geht es sogar mit Seilsicherung an der Felswand entlang.
Der Grund für diese Wanderung sind immer wieder die herrlichen Fernblicke nach Süden über Garmisch-Partenkirchen hinweg ins Wettersteingebirge. Erste gute Blicke in Richtung Zugspitze sind bereits zu Beginn der Strecke möglich. Je höher man hinauf kommt, umso besser werden sie.
Um die Wanderung abzurunden, kann man in der St. Martinshütte einkehren, einem recht guten Berggasthof, der keine Wünsche offen lässt. Und nicht vergessen, am Ende der Tour sollte man die "Windbeutelalm" besuchen, die direkt am Ausgangspunkt liegt. Dort gibt es unter vielem anderen diese Süßspeise in Portionen und in einer Qualität, von der man noch seinen Enkeln vorschwärmen wird.
Schwierigkeit:29.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:11,9 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:519 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP Maximilianshöhe785
Kreuzung Aufstieg807 0:251.60
Einmü. Kellerleitensteig953 0:231.01
St. Martinshütte1050 0:201.08
Felsenkanzel1238 0:441.59
St. Martinshütte1050 0:321.52
Einmü. Kellerleitensteig893 0:141.46
Kreuzung Aufstieg807 0:140.97
Zurück Gedächtniskappelle807 0:200.70
Windbeutelalm787 0:181.29
PP Maximilianshöhe785 0:150.68
Gebirge, Lage, Karte
Ammergauer Alpen, Teilbereich Kramergebiet; nordwestlich von Garmisch-Partenkirchen. Karten: DAV Alpenvereinskarte, Ammergebirge Ost (1:25000); bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Ammergebirge Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
29.04.2018; Alleingang. Auf allen Streckenteilen konnte man viele Menschen - vor allem Familien mit kleinen Kindern - treffen, die das schöne Wetter zu einem Ausflug genutzt hatten. Auch oberhalb der St. Martinshütte waren sie in Richtung auf den hoch oben stehenden Kramer unterwegs. Einige davon hatten wohl die vor ihnen liegende Strecke zum Kramer nicht gut genug geprüft und bereits ganz unten gefragt, wie weit es denn noch wäre. Es herrschte sommerliches Wetter mit Temperaturen über 25 °C. Allerdings zogen einige Wolkenfelder und Schleierwolken durch, die sich am Nachmittag häuften. Leichter Wind sorgte für Kühlung. Damit war es in Waldpassagen sogar sehr angenehm zum Gehen. Die Sicht war gut, etwas Dunst verhinderte aber noch bessere Blicke.
Erreichte Gipfel
Einen Gipfel im engeren Sinne habe ich nicht erreicht, der höchste Punkt der Tour lag an der Aussichtskanzel auf 1238 m Höhe.
Alm(en), Hütt(en):
St. Martinshütte, Windbeutelalm, Als weiteres Gebäude ist eigentlich nur die Kriegergedächtniskapelle zu nennen, die ein paar Meter abseits des Kramerplateauwegs an der Bergkante steht und die ich natürlich besucht habe.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Maximilianshöhe; Adresse: Maximilianshöhe 15, D-82647 Garmisch-Partenkirchen. Koordinaten: N = 47.493153, E = 11.062807; Geographische Daten: N = 47°29'35.4'', E = 11°03'46.1''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 655374, N = 5262031; Gauß-Krüger: R-E = 4429486.283, H-N = 5262057.393. Der Ausgangspunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt erreichbar. Es ist aber mit einem 1,5 km langen Anmarschweg von der Zugspitzstraße über das Stadion zur Windbeutelalm möglich, dahin zu kommen. Weite Teile der Strecke (bis zur St. Martinshütte) sind mit Rollstühlen zu bewältigen, nicht aber der anschließende Aufstieg zur Felsenkanzel.
Vom östlichen Ende des langgezogenen Parkplatzes direkt gegenüber der Windbeutelalm geht es ein paar Meter nach links zu dem Kneippplatz. Dort führt die Route auf dem "Kramer Plateauweg" in leichten Windungen und leichten bergauf/bergab-Passagen nach Osten bis zur Kreuzung zum Aufstieg zur St. Martinshütte. Diesen Weg geht man bis kurz vor der Hütte weiter. Es gibt einige kleine, aber sehr steile Abkürzungen, die man aber besser bleiben lässt. Dann zweigt die Strecke nach rechts ab und geht den nunmehr mittelschweren Bergpfad weiter hoch. Kurz vor der Felsenkanzel führt er noch ein Stück an der Steilwand mit Drahtseilsicherung entlang. Anschließend erfolgt der Rückweg, wobei es direkt zur Westseite der St. Martinshütte geht. Der weitere Rückweg ins Tal erfolgt wieder bis zur Kreuzung des Kramerplateauwegs. Dort geht man noch ein Stück geradeaus weiter zur Krieger-Gedächtniskapelle und zurück zum Plateauweg nach Westen. An der nächsten Kreuzung zweigt ein Weg nach links ab und mündet auf die Straße "Maximilianshöhe" ein. Anschließend führt sie leicht bergauf zur Windbeutelalm und dann noch ein paar Meter zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Es ist eine einfache "Hin-Rück-Wanderung" in der südöstlichen Ecke der Ammergauer Alpen. Besonders entspannend wirkt die Strecke auf dem "Kramer-Plateauweg" mit seinen vielen kleinen Kurven und den zahlreichen Attraktionen, wie Kneipp-Bad, Froschweiher, Karbrücke und - etwas abseits - Krieger-Gedächtniskapelle. Dann aber geht es durchaus bergauf, nach der St. Martinshütte sogar auf einem mittelschweren Bergpfad. Kurz vor der Aussichtskanzel wird es richtig alpin mit einer kurzen Strecke entlang der Steilwand mit Seilsicherung (man sieht das Seil schon von weiter unten, bitte nicht erschrecken!). Wer das nicht gehen kann, muss tatsächlich auf der Hütte bleiben. Belohnt wird man immer wieder mit hervorragenden Blicken auf Garmisch-Partenkirchen und das Wettersteingebirge, namentlich zur Zugspitze. Weitere Belohnungen bieten die beiden Hütten am Wegrand mit der Möglichkeit zur Einkehr - eine am Berg, eine nahe dem Parkplatz. Also - es ist eine ereignisreiche und lohnende Tour auch für jemand, der nicht so topfit unterwegs ist. Hinweisschilder oder Wegweiser zur Felsenkanzel habe ich nicht entdeckt.

Benachbarte Wanderungen

Steinbichel-Runde
Steinbichel-Runde

Der Steinbichel ist eigentlich nur der südliche Fuß des bekannten Wank, nahe Garmisch-Partenkirchen. Trotzdem ist ein Rundweg um diesen Berg eine ernsthafte Wanderung. Sie führt an einigen recht lohnenden Teilzielen vorbei, darunter an der völlig neu erbauten Tannenhütte (an Stelle der früheren Gamshütte) mit der spektakulären Hacker-Pschorr-Brücke, dem bekannten Berggasthof Gschwandtner-Bauer und der Pfeiffer Alm. Den Blick ins Wettersteingebirge gibt's gratis.

Schalmei-Schlucht
Schalmei-Schlucht

Schalmei-Schlucht, eine recht beeindruckende Schlucht am Fuße des Wanks, nahe Garmisch-Partenkirchen. Zwei besondere Attraktionen gibt es dort zu sehen: die völlig neu und recht futuristische erbaute Tannenhütte, ehemals Gamshütte und die "Hacker-Pschorr-Brücke, welche die Schlucht überspannt. Auf dieser Strecke gibt es keine besonderen Schwierigkeiten, sie ist auch für Anfänger leicht zu gehen.

Kellerleitensteig
Kellerleitensteig

Kellerleitensteig - ein einfacher Rundweg nördlich von Garmisch-Partenkirchen, also schon im Ammergebirge. Wer nicht ganz "gehunfähig" ist, kann sich diese Tour vornehmen, sie ist auch abzukürzen. Ein herrlicher Blick von vielen Stellen aus in das Wettersteingebirge und das Loisachtal ist der Lohn dieser Wanderung - und natürlich die Einkehr in die beiden Hütten Pflegersee und Werdenfelser Hütte.

Königsstand
Königsstand

Königsstand, der Aussichtsberg im Ammergebirge, resp. im östlichen Teil des Kramermassivs, nördlich von Garmisch-Partenkirchen. Er hat einen sehr steilen Abbruch zum Pflegersee, ist aber von Westen recht einfach zu erreichen. Naja, einige Schweißtropfen kostet er schon. Der Blick von dort oben geht ins gesamte Werdenfelser Land und in die anschließenden Gebirge. Wanderrouten westlich der Loisach sind der guten Aussicht wegen alle recht lohnend.

Wank-Esterberg-Runde
Wank-Esterberg-Runde

Der Wank ist unzweifelhaft einer der Hausberge von Garmisch-Partenkirchen. Ziemlich genau 1000 Meter hoch ragt er im Osten der Stadt in die Höhe. Er zählt aber nicht zum Wettersteingebirge - wie man das für Garmisch erwarten würde - sondern zum Estergebirge, einem Teil der Bayerischen Voralpen. Im Gipfelbereich gibt es etliche einfache und kurze Wandermöglichkeiten, geeignet für all jene, die mit Seilbahn hoch kommen und ein wenig die einmalige Aussicht genießen möchten. Für die anderen bietet sich ein Rundweg mit Abstieg zur Esterbergalm an.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil zeigt eine klassische Tour mit einem gewissen, fast ebenen Anmarschweg auf dem "Flanierweg", genannt Kramer Plateauweg. Dem folgt der steile Aufstieg bis zur Aussichtsplattform. Unterbrochen ist der Aufstieg nur durch die kleinen Wegpausen an der St. Martinshütte. Der Rückweg ist fast ein Spiegelbild davon, nur ergänzt mit dem Abstecher zur Gedächtniskapelle und zur Windbeutelalm.

Es ist eine Wanderung nahe Garmisch-Partenkirchen, aber nicht im Wettersteingebirge, sondern in den Ammergauer Alpen, nördlich und westlich der Loisach. Der Paradeberg dieses Gebirgszuges ist zweifelsohne der mächtige Kramerspitz, mit seinen Nachbarn. Soweit führt aber die Tour nicht hinauf; das Ende des Aufstiegs ist der bekannte Aussichtspunkt "Felsenkanzel", bereits nach einem Drittel des Ostaufstiegs erreicht.

Der Paradeblick geht natürlich hinüber zum Zugspitzmassiv. Aus dieser Perspektive ist deutlich die nördliche Kette mit Waxenstein, Schöneckspitzen und Riffelspitzen zu erkennen, deren westliches Ende die Zugspitze (rechts) ist. Dahinter (nach Süden) schließt sich das Höllental mit Höllentalanger an. Den Abschluss bildet die mittlere Kette mit Höllentalspitzen und dem Hochblassen. Auf diesem Kamm verläuft der "Jubiläumsgrat", der an der Zugspitze beginnt und über den Hochblassen, vorbei an der Alpspitze, nach Osten weitergeht. Formal ist das kein Klettersteig, sondern eine Hochtour. Sie erfordert aber absolute Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und jede Menge Kondition. Selbst sehr gute Bergsteiger vermerken diese Tour ganz stolz als etwas besonderes in ihren Listen. Im Vordergrund des Bildes ist ganz profan die Windbeutelalm mit dem rechts davon beginnenden Parkplatz zu sehen.

Kurz vor der Felsenkanzel führt der Steig ein Stück an der Steilwand entlang, aber gut gesichert mit einem kräftigen Stahlseil. An der etwas nach unten hängenden Holzbrücke sollte man bei Nässe sehr vorsichtig sein.

Am tiefsten Punkt der Tour steht die neu renovierte Krieger-Gedächtniskapelle. Es ist ein pagodenartiger Rundbau, verbunden mit einem Campanile.

Einmalig sind die vielen, schönen Tafeln mit den Namen der Gefallenen, alles Unikate, keine Tafel ist wie die andere.

Vor der Gedächtniskapelle steht ein sehr schöner, hölzerner Brunnentrog, in den stetig Wasser fließt. Die unmittelbare Umgebung ist ein idealer Ort, sich niederzulassen, ein wenig zu verweilen und angesichts des Kriegerdenkmals über Kriege nachzudenken.

Blick nach Osten über Partenkirchen hinweg. Oben links ist die Talstation der Wankbahn mit der dort beginnenden Liftschneise zu erkennen. Darunter liegt eine freie Fläche mit Wiesen und den für die Umgebung in Garmisch ganz typischen vielen, kleinen Holzhütten, in denen das Heu lagert.

Von dort oben gibt es immer wieder Gelegenheiten zu wunderschönen Fernblicken auf Garmisch-Partenkirchen, hier z.B. auf den östlichen Teil mit der Skisprungschanze, dem Wahrzeichen dieser Stadt. Rechts daneben erkennt man die Skipiste am Gudiberg.

Noch einmal ein Blick auf die Zugspitze mit ihren östlichen Fortsetzungen. Deutlich zu erkennen ist der steile Nordabbruch, entstanden nach einem gigantischen Bergsturz von etwa 3500 Jahren. Allerdings ist der Westabbruch ins Tiroler Ehrwald noch steiler (auf dem Bild nicht zu sehen). Deutschlands höchster Berg ist wirklich die "Spitze eines Zuges", auch wenn er den Namen davon sicherlich nicht hat.

Nahe der Windbeutelalm ist ein sehr gepflegter Kneippbrunnen in Betrieb. Jedermann kann sich dort die Füße und Arme abkühlen und so die Blutzirkulation anregen. Im Zusammenhang mit einer Wanderung ist das nicht verkehrt.

So sehen sie aus, die Windbeutel an der nach ihnen benannten Alm. Es gibt sie zum Nachmittagskaffee ab 14:00 Uhr in verschiedenen Ausführungen. Ich habe viele Windbeutel auf den Tischen gesehen, aber niemand, der als Einzelperson diese Portion geschafft hätte.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 13.09.2020