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Wanderungen

Rudersburg



Rudersburg

Rudersburg - Rundtour zum Grenzberg zwischen Bayern und Tirol mit der herrlichen Aussicht über den Kaiserwinkl. Der Gipfelbereich ist ganz schön knackig, ansonsten aber eine ungefährliche Wanderung in den südlichen Chiemgauer Bergen. Im Bild: Westflanke des Rudersburg mit dem typischen, hutförmigen Gipfel (Erstwanderung: Aug 2017; aktualisiert: Februar 2020)

Abstract
Der Rudersburg ist das südliche Ende einer Bergkette westlich der Tiroler Achen, die im Grunde bereits mit der Kampenwand beginnt und sich über den Weitlahnerkopf, Roßalpenkopf, Geigelstein, Breitenstein und Karkopf fortsetzt. Er bildet als Grenzberg den Übergang in den Kaiserwinkl.
Nach Süden schließt sich an den markanten Gipfelstock die riesige Freifläche der Naringalm an. Über die dortige Seite kann man aus Kössen-Erlau sehr gut aufsteigen, auf der Naringalm einkehren und nach dem Gipfelsturm letztlich eine Rundwanderung zurück über die Edernalm machen. Für den Gipfel ist aber unbedingt Trittsicherheit erforderlich.
Schwierigkeit:43.2anstrengend (>40)
Tracklänge:14.6 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:5:40 h*lang (>5 h)
Höhensumme:868 mgroß (>800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Staffen Kössen618
Spitzkehre im Wald737 0:211,09
Abzw. zur Wetterfahne779 0:090,37
Weidetor Hinhageralm974 0:331,12
Hinhageralm1012 0:120,27
Naringalm1130 0:291,07
Abzw. zum Rudersberg1222 0:160,80
Gipfel Rudersburg1428 0:471,28
Abzw. Rudersburg1222 0:401,24
Obere Notheggeralm1257 0:150,46
Abzw. Talstraße1181 0:140,78
Untere Notheggeralm1112 0:130,93
Abzw. zur Ottenalm948 0:212,39
Edernalm914 0:130,15
Parkplatz Staffen Kössen618 0:502,57
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Chiemgauer Berge Süd, Kaiserwinkl; Grenzberg westlich von Kössen, südlich des Breitensteins. Karte: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West bzw. Kompass Nr. 10 Chiemsee - Chiemgauer Alpen (1:500000), bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
04.08.2017; Alleingang - und das meine ich wörtlich, trotz der Hauptferienzeit. Am Aufstieg ist mir lediglich ein Waldarbeiter entgegengekommen. Beim Abstieg sind zwei Frauen hinter mir gegangen. Ansonsten habe einige Biker aus der Ferne gesehen. An der Naringalm hat sich eine Bikerin auf ein Weizenbier niedergelassen. An der Edernalm ist dann die Aussichtsterrasse gut besetzt gewesen Es herrschte etwas gemischtes Sommerwetter. Früh morgens bedeckten noch viele dunkle Wolken den Himmel. Gegen Mittag lockerten sie sich etwas auf, ehe es dann zur Bildung von kräftigen Gewitterstöcken kam. Die Temperatur war anfangs noch erträglich, später wurde es sehr heiß und schwül. Allerdings haben kräftige Windböen immer wieder für Linderung gesorgt. Es blieb letztlich dann doch trocken. Starker Dunst beeinflusste die Fernsicht beträchtlich.
Erreichte Gipfel
Rudersburg (1428 m), das ist auch der höchste Punkt der Tour.
Alm(en), Hütt(en):
Naringalm, Edernalm, Neben den beiden Einkehrhütten säumen fünf Weidealmen den Weg: Hinhageralm (1012 m), Obere Notheggeralm (1257 m), Untere Notheggeralm (1100 m), Welzenalm (905 m) und Grünbacheralm (780 m).
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Staffen, Kössen; Adresse: Staffen 29a, A-6345 Kössen/Tirol. Koordinaten: N = 47.671705, E = 12.388756; Geographische Daten: N = 47°40'18.1'', E = 12°23'19.5''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 303987, N = 5283116; Gauß-Krüger: R-E = 4529300.895, H-N = 5281556.545. Der Ausgangspunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht direkt erreichbar. Es wäre in jedem Falle ein Anmarschweg von etwa 1,5 km aus Kössen erforderlich. Für Rollstühle ist die Tour nicht zu machen, insbesondere der Aufstieg zur Hinhageralm nicht. Der Aufstieg zur Edernalm eignet sich dafür sehr gut und auch auf der Versorgungsstraße weiter zur Naringalm, wenn es denn nicht zu weit ist.
Vom Parkplatz geht es nach rechts bergauf in den Wald. Nach kurzer Zeit endet die Asphaltstrecke und es beginnt der Schotterweg. Zunächst geht es nach Nordosten, dann kommt eine Spitzkehre nach links. Nach einer Weile zweigt ein Pfad nach rechts ab, der in vielen kleinen Kurven insgesamt sehr steil durch den Wald weiterführt. Am Weidedurchlass geht es noch einmal etwas nach rechts, ehe man zur Hinhageralm kommt. Etwas oberhalb der Hütte gibt es eine Wegkreuzung, es geht geradeaus weiter bergauf zur Naringalm. An der Alm vorbei führt der Weg in gleicher Richtung an der Abzweigung ins Tal vorbei, ehe in einem Kessel der Endanstieg zum Rudersburg beginnt. Ein kurzes Stück verläuft der Karrenweg noch recht flach, bevor der Steig beginnt. Von nun an hat er die schwarze Eingruppierung. Er wird im Wald immer steiler, geht über zahllose natürliche Stufen und über Treppenstufen. Zunächst führt die Route an die Nordseite des Berges, geht dann zurück an die Westseite und führt letztlich gerade hoch zum Gipfel. Rückweg bis zur Abzweigung im Talkessel. Aufstieg zur Oberen Notheggeralm. Eigentlich wollte ich weiter zur Karalm. Dieses Ziel gab ich auf, weil ich dem Wetter nicht mehr traute und kehrte um. Ein Stück vor der Naringalm wählte ich die Versorgungsstraße ins Tal, vorbei an der Unteren Notheggeralm und durch den Kessel mit dem Staffenbach. Später mündet diese Straße auf die Straße zum Harauer Sattel ein (Wegweiser Ottenalm). Weiter geht es bergab, vorbei an der Welzenalm mit einem kurzen Aufstieg zur Edernalm. Rückkehr auf die Versorgungsstraße und Abstieg - vorbei an der etwas tiefer liegenden Grünbacher Alm - zurück ins Tal zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Die Tour liegt im nördlichen Teil des Kaiserwinkl, westlich von Kössen. Der Rudersburg ist der höchste Berg in dieser Ecke. Folglich hat man von dort beste Fernsicht rundum. Wie gut der Berg frequentiert ist, konnte ich nicht einschätzen. Immerhin ist der Endanstieg als schwarze Strecke eingruppiert, was wohl so manchen Wanderer vom Aufstieg abhält. Ausschlaggebend dürfte die Steilheit sein, ausgesetzt ist sie gut wie nicht und damit auch nicht gefährlich. Beeindruckend sind weiterhin die riesigen offenen Weideflächen an der Süd- und Westseite des Rudersburgs, einschließlich der Hänge der nach Osten anschließenden Wetterfahne. Sie bieten mehreren Almen genügend Weideflächen. Da gute Versorgungswege durch das Gelände führen, kann man dort überwiegend Biker antreffen. Entlang der Talstraße hinauf zum Harauer Sattel ist natürlich immer Betrieb. An der Ostseite liegt die bekannte Edernalm, ehe man am anschließenden Abstieg nach Walchsee an der Ottenalm und Riederalm vorbei kommt.

Benachbarte Wanderungen

Schmugglerweg
Schmugglerweg

Schmugglerweg - spannend ist es schon, auf einem Weg zu gehen, den ehemals viele Schmuggler genutzt haben. Man kann sich vorstellen, was sie wohl alles erlebt haben. Hart und gefährlich - vielleicht sogar tödlich - war es bestimmt, die Tücken des Weges musste dagegen niemand fürchten. Ob sie sich an die heute noch ausgewiesenen Öffnungszeiten an der Grenze gehalten haben?

Breitenstein Chiemgau
Breitenstein Chiemgau

Der Breitenstein im Chiemgau ist der südliche Nachbar des berühmten Geigelstein. Er steht damit unzweifelhaft in dessen Schatten. Vom Aussehen und auch von den Wandersteigen her, ist er etwas ruppig. Da er niedriger ist als sein Nachbar, zieht er all diejenigen Wanderer aus Ettenhausen kommend an, die nicht so ganz konditionsstark sind. Als Grenzberg zu Tirol bietet er eine sehr gute Fernsicht. Einkehren kann man auf der Wuhrsteinalm und auf der "Wirtsalm am Geigelstein" - auch diesen Namen gibt es zweimal.

Brennkopf
Brennkopf

Der Brennkopf ist ein recht sanfter Hügel mitten im "Koasawinkl", nördlich vom Walchsee. Er ist aber immerhin so hoch, dass man eine gute Fernsicht von seinem Gipfel in die Gegend ringsum hat mit ihren vielen Almen und Waldstücken. Der Aufstieg beginnt wohl am besten am Sportplatz Winkl. Würde man ihn von Norden her anstreben, wäre das deutlich länger. Auf keinen Fall darf man am Abstieg an der Hitscheralm vorbeigehen. Nein, natürlich dorthin gehen, aber auch einkehren!

Harauer Spitze
Harauer Spitze

Die Harauer Spitze ist die nordöstliche Spitze eines langgezogenen Bergkammes nördlich des Walchsees. Auf diesem Kamm ist ein längere Wanderung möglich, beginnend mit dem Aufstieg vom Sportplatz Winkl und endend mit dem steilen Abstieg zur Haraualm oder zur Ottenalm. An der Nordseite geht es dann wieder über die Riederalm zurück. Neben en drei Almen ist es der bekannte Klettersteig an der Nordseite ein besonderes Merkmal dieses Kammes, den man aber als Wanderer nur zur Kenntnis nimmt.

Almentour Kössen
Almentour Kössen

Östlich der Tiroler Achen und nördlich von Kössen liegt ein ausgedehntes Wandergebiet für technisch einfache Touren. Es reicht bis hinauf zum Taubensee. Tirol macht dort ein richtiges Eck hinein nach Bayern. Viele Almen und Hütten, sowohl mit Einkehr (Mühlbergalm, Taubenseehütte, Frankenalm, Rinderbrachalm), als auch ohne, liegen verstreut in der abwechslungsreichen Landschaft. Man muss sich trauen, auch mal ein Stück auf einem unscheinbaren Weg zu gehen, der nicht mit neuen Wegweisern ausgewiesen ist.

Wandberg
Wandberg

Der Wandberg ist der obere Rand des ausgedehnten Wandergebietes in nördlichen Kaiserwinkl, also im Grenzbereich zu Bayern. Er ist einfach zu gehen, aber nur auf längeren Strecken zu erreichen. Von seinem Gipfel aus ist der Kaiserwinkl so gut zu überschauen, wie kaum von einem andern Platz aus. Außerdem gibt es in seiner Nähe mit der Burgeralm und der Wandberghütte zwei recht leistungsfähige Einkehrmöglichkeiten.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil beginnt mit einem steilen Aufstieg zur Hinhageralm, unterbrochen nur durch ganz kleine Geländestufen. Der weitere Weg über die Naringalm ist dann etwas weniger steil, ja sogar mit einer ebenen Strecke bis zum Endanstieg auf den Gipfel. Dort geht es dann arg steil weiter und natürlich genauso wieder zurück. Vor dem großen Abstieg kommt ein leichter Gegenanstieg zur Oberen Notheggeralm. Eigentlich wollte ich eine etwas andere Route gehen, ließ das aber bleiben und ging wieder zurück. Zur Edernalm muss man noch ein paar Meter bergauf, bevor es endgültig ins Tal zum Parkplatz geht.

Ein hohes, schlankes Kreuz aus Holz ziert den Gipfel des Rudersburgs, nebst einer neuen Stempelstelle. Die kleine Kuppe bietet nur wenig Platz, immerhin lässt es sich aber dort auf der Holzbank gut sitzen, um die Ruhe und die Fernsicht zu genießen.

Egal aus welcher Himmelsrichtung man den Rudersburg ins Visier nimmt, er zeigt immer den ganz gleichmäßigen, steilen Gipfelstock. In diesem Fall ist er aus Osten zu sehen. Rechts daneben liegen die Flächen der Karalm.

Eine lange Kette zieht sich westlich der Tiroler Achen von Nord nach Süd. Darunter sind die bekannten Berge wie der Geigelstein und der Breitenstein. Von diesem zieht sich über den Karkopf und Rudersburg die Grenze zu Tirol dahin, genauer gesagt zum Kaiserwinkl.

Ruhe kann man wohl auch deshalb finden, weil sich nur wenige Wanderer auf den steilen Gipfel wagen. Es handelt sich um eine schwarze Route. Im Bild: Bergsteig in Gipfelnähe. Er ist zwar sehr steil, ausgesetzte Stellen gibt es aber kaum.

Besonders herrlich ist der Blick nach Nordwesten zum Dreigestirn: Karkopf, Breitenstein und Geigelstein. Die sich von dort nach Süden erstreckenden Almflächen zeigen die ganze Pracht des Kaiserwinkls.

Aber auch von vielen anderen Stellen dieser Tour kann man herrliche Fernblicke genießen, z.B. von der Hinhageralm nach Osten über das Achental hinweg zum Rauhe-Nadel-Kopf.

Blick von der Naringalm auf den Harauer Sattel mit Edernalm (links), der Harauer Spitze (Kletterwand) und dem Kaisergebirge im Hintergrund.

Umgekehrt geht der Blick von der Edernalm hinauf zur Naringalm, Rudersburg und Wetterfahne.

Blick von der Edernalm über Kössen hinweg in den östlichen Teil des Kaiserwinkls.

Viele Weidealmen trifft man auf dieser Rundtour. Die Hinhageralm hält Mutterkühe auf ihren Flächen, darunter auch einige Tiere der sehr schönen und liebenswerten Grauviehrasse.

Im westlichen Teil der Route steht die Obere Notheggeralm. Es ist noch ein traditioneller Holzbau, mit den typischen Elementen: kleiner, abgeschlossener Vouhaagl; an der Giebelfront weit überstehendes Dach; Wohnteil, Stall und Scheune unter einem First in Ost/West-Richtung.

Das Pendent dazu, die Untere Notheggeralm dagegen ist eine neuerer, gemauerter Bau. Er ist bestimmt arbeitswirtschaftlich sehr gut gestaltet, strahlt aber nicht mehr die Behaglichkeit der Holzhütten aus.

Welzenalm an der Auffahrt zum Harauer Sattel. Auch sie ist in Steinbauweise errichtet und bestimmt sehr funktionell. Man hat aber fast den Eindruck, Stall und Wohnbereich passen nicht mehr zusammen.

Etwas abseits der Straße und fast schon unten im Tal steht die Grünbacheralm, beherrscht von dem großen, weit übergreifenden Dach und etwas versteckt unter hohen Bäumen. Sämtliche Almen erfüllen nach wie vor die klassische Aufgabe, nämlich eine Bleibe für Mensch und Tier zu sein, wenn die Tiere zur Sommerzeit auf dem Berg sind.

Auch das ist noch zu sehen: fast schon ein kleiner Wasserfall, wo der Staffenbach über etliche Steine stürzt und dann unter der Versorgungsstraße durchfließt.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.10.2020