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Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Heuberg



Heuberg

Heuberg, auch Grasberg genannt - der schüchterne Gipfel zwischen den beiden schroffen Bergspitzen Wasserwand und Kitzstein. Aber es ist der Treffpunkt vieler Wanderer, fast das ganze Jahr über. Die meisten sehen vom Gipfel aus denjenigen ganz ehrfürchtig zu, die sich am Kletterfelsen der Wasserwand abmühen. Im Bild: der Heuberg hat einen ganz gleichmäßigen, kegelförmigen Gipfel mit einem schönen Gipfelkreuz. Über diese Spitze führt ein Pfad (Blickrichtung aus Süden gesehen). Rechts ist im Anschnitt die Wasserwand zu erkennen (Erstwanderung: Mai 2012; Zweitwanderung: April 2018; aktueller Stand: Mai 2020)

Abstract
Der Heuberg bildet mit dem Kitzstein und der Wasserwand ein Dreigestirn nördlich des bekannten Kranzhorns. Er zählt somit zu den Innbergen, als Teil der Chiemgauer Alpen. Während Kitzstein und Wasserwand arg sperrig sind, stellt der Heuberg einen recht sanften Hügel dar.
Sehr bekannt und beliebt macht ihn aber die an seiner Ostseite liegende Daffnerwaldalm mit den beiden Brotzeithütten Laglerhütte und Deindlhütte und etlichen weiteren Almen. Zudem blüht in diesem Almkessel alljährlich im Frühjahr flächendeckend der Krokus. Das lockt natürlich viele Besucher auf den Berg, wobei man den richtigen Zeitpunkt erwischen muss.
Der Aufstieg ab Schweibern über die Ostseite geht recht einfach. Eine deutlich anstrengendere Tour wäre es über die Westseite direkt aus dem Inntal. Die Lage am Inn macht ihn - wie andere Berge auch - zu einem klassischen Aussichtsberg, u.a. nach Westen in das Massiv um den Wendelstein und nach Osten zu etlichen anderen Chiemgauer Bergen.
Schwierigkeit:29.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:10,1 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:35 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:601 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Wanderparkplatz Schweibern780
Mailach, Einmündung in Fahrstraße980 0:352.08
Deindlhütte1050 0:120.61
Gipfel Heuberg1338 1:021.54
Laglerhütte/Deindlhütte1050 0:361.52
Kreuzung Waldrsnd916 0:301.68
Duftbräu805 0:201.33
Wanderparkplatz Schweibern780 0:201.34
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Untergruppe Hochriesgebiet; Samerberg. Der Heuberg zählt zu den Innbergen. Karte: DAV BY 17 (Chiemgauer Alpen West); bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
21.04.2018; Beide Male ging ich allein. Eigentlich war es das aber bei weitem nicht. Bereits am Parkplatz herrschte Gedränge. In dem riesigen Gebiet verlieren sich vor allem die Biker dann relativ rasch. Den Aufstieg zum Heuberggipfel nehmen vor allem Familien mit Kindern und Einheimische in Angriff. Dabei kommt es nicht selten zu richtigen Prozessionen. Auf dem nicht markierten Rückweg zum Duftbräu habe ich kaum jemand getroffen, obgleich man an den Spuren erkennen konnte, dass auch dort trotzdem häufig gegangen wird. An beiden Wandertagen herrschte strahlender Sommertag mit blauem Himmel und angenehmen Temperaturen. An sonnigen Passagen empfand man das durchaus als hochsommerlich. Ein leichter Wind sorgte aber für etwas Abkühlung. Die Sicht war beide Male leicht diesig; von den Spitzen höherer Berge leuchte jeweils noch der Schnee.
Erreichte Gipfel
Der höchste Punkt der Tour lag am Gipfel des Heubergs mit 1338 m. Die beiden noch etwas höheren Gipfel südlich und nördlich streben nur ganz wenige Personen an. Der niedrigste Punkt wird auf dem Rückweg kurz vor dem Parkplatz erreicht, zu dem man noch ein paar Meter bergauf gehen muss.
Alm(en), Hütt(en):
Deindlhütte , Duftbräu, Laglerhütte, Auf der Daffnerwaldalm stehen insgesamt sechs Hütten, davon zwei ganzjährig bewirtschaftet. Bei der Anfahrt zum Parkplatz kommt man an vielen Einzelhöfen und kleineren Ortschaften vorbei.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Schweibern (Waldrand); Adresse: Scheibern1, D-83122 Samerberg. Koordinaten: N = 47.738554, E = 12.204267; Geographische Daten: N = 47°44'18.8'', E = 12°12'15.4''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 290407, N = 5291028; Gauß-Krüger: R-E = 4515426.688, H-N = 5288936.082. Eine Anbindung mit ÖPNV gibt es nicht. Ebenso ist die Strecke mit Rollstühlen und Kinderwägen nicht zu bewältigen.
Vom Parkplatz führt unsere Tour gerade aus auf einem Waldweg weiter bis zur Einmündung in die Versorgungsstraße, die aus Nußdorf kommt. Wir gehen nach links weiter und bleiben das kurze Stück bis zur Deindlalm. Nach der Hütte führen etliche Steige bergauf über die Wiese. Auf einem ausgetretenen Pfad versuchen wir in Richtung Wasserwand zu kommen. Später wird der Pfad holpriger und führt zu einem kleinen Sattel zwischen Wasserwand und Heuberg. Nach links sind es nur mehr ein paar Meter zum Gipfel. Geradeaus weiter würde ein Pfad zum Kitzstein führen. Der Rückweg führt uns zunächst zu den Hütten auf der Daffnerwaldalm. Es ist Zeit für eine Einkehr. An der Siglhütte überqueren wir die Wiese ostwärts und gehen durch den Wald bergab, Markierung oder Wegweiser gibt es nicht. An einer Wegkreuzung halten wir geradeaus weiter bis zur Einmündung auf den "Bierlehrpfad", der nach links führt und nur noch ein kurzes Stück vom Duftbräu entfernt ist. Nach der Einkehr gehen wir auf der Straße zurück zum Parkplatz.
Anmerkungen:
Diese Tour bin ich bereits zwei Mal gegangen. Dafür gab es mehrere Gründe. Als erstes wollte ich die Krokusblüte auf der Daffnerwaldalm sehen, war dafür aber zu früh im Jahr. Es sprießten nur die ersten Spitzen durch. Als Zweites wollte ich neue Schuhe ausprobieren. Dafür schien mir diese Strecke gerade richtig zu sein, ich war am Ende des Tages zufrieden damit. Auf der Daffnerwaldalm wird klar, was eine Hütte und was eine Alm ist: auf einer Alm steht eine oder mehrere Hütten; in diesem Falle sechs Hütten. Auf der Daffnerwaldalm weidet im Sommer vor allem das Jungvieh und einige Milchkühe von drei Bauern. Die Wanderung ist insgesamt recht einfach. Wer die Voraussetzungen erfüllt, kann sich auch an die Wasserwand wagen. Der Felsen ist nicht allzu hoch, aber eben ein pure Kletterei. Am Wandertage hangelten sich viele Personen an dem Seil entlang hoch; es entstand geradezu ein Stau. Noch mehr aber sahen ihnen vom nahen Gipfel des Heubergs aus zu. Die Sicht ist nach Süden und Westen möglich, nach Osten sieht man auf halbem Wege nach oben die Berge des Hochriesgebietes sehr gut, namentlich das Feichteck.

Benachbarte Wanderungen

Pastaukopf
Pastaukopf

Pastaukopf - schon mal gehört? Es ist wirklich ein völlig unbekannter Berg im den westlichen Chiemgauer Alpen, also ein Geheimtipp. Er steht im Dreieck aus Kranzhorn, Heuberg und Spitzstein. Orientierungssinn und gutes Spurenlesen sind unbedingt erforderlich. Dafür wird man mit absoluter Ruhe belohnt, aus der Kraft zu schöpfen ist. Zwei Hütten kann man aber trotzdem aufsuchen: die Schwarzrieshütte und die Hintermoar Alm.

Euzenauer Tal
Euzenauer Tal

Die Euzenau ist ein Hochtal südlich der Hochriesgruppe mit Feichteck und den andern Bergen. Es liegt mit etlichen Almen (ohne Bewirtung) noch in Bayern, ein Grenzübertritt nach Tirol ist aber nicht ausgeschlossen. Der erfolgt im zweiten Teil der einfach zu gehenden Runde mit dem Besuch auf der Schwarzrieshütte. Dann geht es über die Wagneralm wieder zurück zum Ausgangspunkt, dem Waldparkplatz Gammernwald.

Dandlberg (Samerberg)
Dandlberg (Samerberg)

Der Dandlberg auf dem Samerberg ist mit seinen weniger als 1000 Metern nun wirklich ein Vorberggipfel. Das aber ist kein Grund, ihm aus dem Weg zu gehen und ihm nicht die Aufmerksamkeit mit einer kurzen leichten Wanderung zu schenken. Seine großen Vorteile sind nämlich eine gute Fernsicht nach Norden und Süden, sowie die Einkehr in der Dandlbergalm an seiner Südseite. Hinzu kommt die kurze Anreise von der Autobahn aus.

Karkopf
Karkopf

Der Karkopf , das ist die mittlere Spitze im Dreigestirn aus Hochries, Karkopf und Feichteck. Seine Attraktivität ist deutlich geringer als die seiner Nachbarn. Das mag auch an seiner etwas versteckten Lage liegen. Zu erreichen ist er nur mit einem längeren Aufstieg aus Nordwesten über die Seitenalm. Der Vorteil ist, dass einen dort oben kaum jemand stört. Wenn man dann auf dem Rückweg an der Doaglalm sitzt, ist ein zufriedener Blick hinauf auf die Spitze möglich, von der man gerade kommt.

Feichteck
Feichteck

Das Feichteck ist das westliche Ende der Hochriesgruppe mit der Hochries und dem Karkopf. Zweifellos ist die Hochries mit der Seilbahn der Chef dieser Gruppe und auch für "Fußlahme" zu erreichen. Dafür ist das Feichteck der "ernsthaftere" Berg, denn es ist ein ordentlicher Aufstieg nötig, um zu seinem Gipfel zu kommen. Üblicherweise geht das über die Wagneralm, auf dem Rückweg kann man dann auch noch die Feichteckalm besuchen.

Kranzhorn
Kranzhorn

Das Kranzhorn ist wegen seiner einmaligen Gipfelform ein unverwechselbarer Grenzberg im Inntal. Blickt man nach Süden, so ist seine gebogene Nase auf der Ostseite des Tales nicht zu übersehen. Oft genug findet man den Berg deshalb in Anschnitten zu Filmen und Fernsehberichten. Auch für Wanderungen ist er ein recht respektabler Berg mit seinen fast 1000 Höhenmetern aus dem Inntal. Glücklicherweise liegt im oberen Teil die Tiroler Kranzhornhütte, an der man sogar zweimal einkehrt; am weiteren Aufstieg und am Abstieg.

Bilder zur Wanderung

Wie das Höhenprofil des zweiten Wandertermins zeigt, verläuft der Aufstieg bis zu den Almen recht moderat. Dann kommt - nach einer kleinen Geländestufe - der steile Endanstieg zum Gipfel. Nach dem Rückweg wird an der Siglalm die untere Ebene der Daffnerwaldalm erreicht. Dem folgt ein kleiner Anstieg zum Wald, ehe es erneut steil bergab geht, später etwas abflachend bis zum Duftbräu. Der finale Rückweg hat dann nochmal eine kleine Senke, es wieder etwas bergauf geht.

Der Heuberg in seiner Gesamtansicht. Der namensgebende Gipfel ist auf diesem Foto in der Mitte gar nicht zu sehen. Dafür stehen links der Kitzstein und rechts die Wasserwand umso deutlicher im Bild. Entscheidend ist aber der riesige Kessel, genannt Daffnerwaldalm mit etlichen Hütten.

Natürlich hat der Heuberg ein schönes Gipfelkreuz an dem dafür passenden Ort auf der engen, steilen Spitze. An manchen Wandertagen muss man mit der Sitzpause ein wenig ausweichen, wozu natürlich durchaus Platz ist.

Aufstieg von den Almen zum Gipfel des Heubergs. An typischen Wandertagen bewegen sich dort richtige Prozessionen und auch am Gipfel herrscht manchmal Gedränge.

Blick von oben auf die Daffnerwaldalm. Es ist eine große Almfläche an der östlichen Flanke des Heubergs, auf der es sechs Hütten gibt; zwei davon sind Brotzeitalmen: Laglerhütte (rechts), Deindlhütte (links), die anderen sind klassische Weidealmen.

Wasserwand eine schroffe Felswand, seilgesichert, allerdings nicht allzu hoch. Es ist ein typischer Kletterfelsen. Wegen der geringen Höhe ist sie auch als Übungsfelsen anzusehen, für diejenigen, die sich dem Klettern vertraut machen wollen. Wer das nicht vorhat, sollte besser unten bleiben, insbesondere, wenn es nass ist.

Die Siglalm ist eine der Hütten des "Almdorfes" auf der Daffnerwaldalm. An ihr vorbei führt die nicht bezeichnete Route des Rückweges in Richtung Duftbräu.

Ein besonderes Markenzeichen des Heubergs ist die flächendeckende Krokusblüte Ende April/Anfang Mai. Ich war etwas zu früh dran und sah nur einzelne Blüten sprießen. Aber es war zu erahnen, wie grandios das in der Vollblüte aussehen würde.

Auf dieser Tour gibt es natürlich auch gute Möglichkeiten zur Fernsicht. Es beginnt mit dem Blick zurück nach Norden zum Dandlberg mit der wunderschönen Kirche von Steinkirchen.

Wasserwand (links) und Kindlwand, die beiden Felsnadeln, wenn man sie aus Norden betrachtet. Aus Osten ist aber zu sehen, dass es tatsächlich langgezogene Kämme sind. Unten: Zufahrt zum Parkplatz.

Pastaukopf - im Osten steht ein wunderschöner, aber fast unbeachteter Gipfel im Dreieck zwischen Kranzhorn, Feichteck und Spitzstein (siehe beachbarte Wanderungen).

Spitzstein und Feichteck (links) mit den freien Flächen der bekannten Wagneralm. Beides sind prägende Berge des westlichen Teils der Chiemgauer Alpen.

Frisch renovierte Kapelle direkt am Duftbräu. Sie hat ein Kirchengestühl und kann wohl betreten werden. Zumindest war am Wandertag offen.

Entlang des Fluderbaches verläuft eine Wanderstrecke, die ich auf der ersten Wanderung beim Abstieg zum Duftbräu ein ganzes Stück entlang gelaufen bin. Dort gibt es mehrere, recht attraktive Wasserfälle. Das ist eher ein Ort, den man mit der Oma als kurzen Spaziergang vom Duftbräu aus recht gut besuchen kann.

Die Kühe in der Nähe des Duftbräu haben sich gemütlich niedergelassen und genießen jetzt ihre "Fernsehstunde". Auf der Straße gibt es immer etwas zu sehen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 08.07.2020