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Buckelwiesen



Buckelwiesen

Buckelwiesen Mittenwald - eine gemütliche Wanderung durch ein malerisches, leicht welliges Gelände nördlich von Mittenwald. Kleine Wälder, zwei Seen und viele Wiesen mit Gehöften und den bekannten Heuschobern kennzeichnen die Strecke. Wichtigste Wanderziele sind neben dem Campingplatz Tennsee, dem Aussichtspunkt "Tonihof" und der Kapelle Maria Rast auch die Einkehr auf der Goas-Alm. Im Bild: Blick auf einen etwas steileren Geländeabschnitt, an dem man die vielen kleinen, unregelmäßigen "Buckel" sehen kann. Für eine Nutzung mit üblichen landwirtschaftlichen Maschinen ist so eine Fläche nicht geeignet. Das geht nur mit kleinen Motormähern oder der Bearbeitung von Hand (Erstwanderung: Juli 2021)

Abstract
Wer Ski fährt, weiß was eine "Buckelpiste" ist. Es ist ein Hang, an dem nach Neuschnee die ersten Skifahrer tiefe Furchen gepflügt und den Schnee zu ein bis zwei Meter hohen Haufen zusammengeschoben haben. Nachfolgende Fahrer vergrößern und verfestigen diese Haufen noch.
Ähnlich ist es mit einer "Buckelwiese". Die dortigen kleinen, unregelmäßig erscheinenden Hügel stammen jedoch nicht von Menschen, sondern aus der Grundmoräne der letzten Eiszeit. Es sind quasi recht kleine Drumlinhügel. Ein solches Gelände ist - abgesehen von Wald - nur als Weide zu nutzen, ev. auch von Hand zu mähen. In der Vergangenheit gab es daher immer wieder Aktionen, diese Hügel einzuebnen, um das Gelände auch anderweitig zu nutzen. Etliche soche Gebiete sind auf diese Weise verschwunden.
Das Musterbeispiel einer noch bestehenden Buckelwiese schlechthin ist das Gebiet zwischen Mittenwald, Klais und Krün in Niederwerdenfelser Land. Es liegt auf 800 - 1000 Meter Höhe und ist von vielen Wander- und Radwegen durchzogen. Auch dort bestand die Absicht, das Gelände einzuebnen, um es für eine Ansiedlung zu nutzen. Dazu kam es dann gottlob nicht. Es ist ein malerisches Wandergebiet, in dem es vieles zu erkunden gibt. Ausgangspunkte für Touren finden sich rund herum in Form öffentlicher Wanderparkplätze. Aber auch direkt aus den genannten Orten heraus kann eine Tour beginnen. Ziemlich zentral liegt die Goas-Alm, an der man ohne Einkehr nicht vorbei gehen darf.
Schwierigkeit:20.9leicht (<27.5)
Tracklänge:10,5 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:15 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:194 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
PP am Barmseehang892
Südrand Tennsee921 0:271,65
Bahnübergang West949 0:170,89
Bahnübergang Süd968 0:291,49
Bahnunterführung Ost953 0:180,90
Hotel Tonihof1006 0:221,26
Goas-Alm986 0:130,47
Kapelle Maria Rast918 0:432,42
Brücke Kranzbach/B2895 0:170,82
PP am Barmseehang892 0:090,61
Gebirge, Lage, Karte
Wettersteingebirge Ost; Niederwerdenfelser Land. Das Wandergebiet liegt nördlich von Mittenwald, südlich von Krün. Karten: ATK25, R-10 "Wallgau - Mittenwald, Eschenlohe, Walchensee, Estergebirge, Krün, Soierngruppe"; bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, "Karwendelgebirge, Soierngruppe", bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro oder TOPO Deutschland V7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
21.07.2021; Renate, Gitti, Sepp und ich sind diese Tour zusammen gegangen. Einige andere Wanderer sind uns natürlich auch noch begegnet. Deutlich in der Überzahl waren aber die Radfahrer, zu 90 % mit E-Bikes. Kein Wunder, die guten und nicht allzu steilen Wege sind dafür prädestiniert. Es war ein schöner Tag nach den heftigen, unwetterartigen Regenfällen der letzten Tage. Allerdings befand sich noch viel Feuchtigkeit in der Luft, die eine trübe Sicht zur Folge hatte. In der zweiten Tageshälfte kam ein stärkerer Nordwind auf, jedoch recht warm und damit nicht unangenehm. Eine Gefahr von Niederschlägen bestand nicht.
Erreichte Gipfel
Als klassischen Gipfel könnte man bestenfalls die Anhöhe auf dem Tonihof mit der dortigen St. Antoniuskapelle und dem Wasserspeicher bezeichnen. Er ist 1006 Meter hoch. Insgesamt erstreckt sich die Wanderung auf einer Höhe zwischen 890 und etwas über 1000 Metern.
Alm(en), Hütt(en):
Goas-Alm, Das Wandergebiet ist gekennzeichnet durch etliche Bauernhöfe mit sehr schönen Häusern. Deutlich mehr fallen aber noch die vielen kleinen Heuschober auf. Fast alle sind in gutem Zustand und ganz offensichtlich im ursprünglichen Sinne genutzt. Der Erwähnung ist aber auch das Camping-Resort wert, das sich rund um den Tennsee befindet. Unser Weg führte uns zudem durch die Anwesen am Nordrand des Schmalensees. Auffallend war auch der Tonihof, ein ehemaliges Hotel am höchsten Punkt der Buckelwiesen. Zwei schöne Kapellen, beide noch sehr jung, kann man besichtigen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz "Am Barmseehang" unweit der B2 nordöstlich von Klais, Ausfahrt: Campingresort "Tennsee" (Gebühr: 5 Euro). Adresse: Am Tennsee, D-82494 Krün. Koordinaten: N = 47.494457, E = 11.253258; Geographische Daten: N = 47°29'40.1'', E = 11°15'11.7''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 669714, N = 5262574; Gauß-Krüger: R-E = 4443838.613, H-N = 5262046.892. Haltestellen des ÖPNV finden sich mehrfach rund um die Strecke, schlimmstenfalls in den drei genannten Orten. Sämtliche von uns gegangenen Wege und Straßen sind auch mit Rollstühlen und Kinderwägen zu benutzen.
Die Wanderstrecke beginnt mit einen Gang nach Süden, der Unterführung durch die B 2 und einem kleinen Anstieg zum Campingresort. Das Areal durchqueren wir auf der Hauptachse nach Osten und befinden uns dann an der Ostseite des Tennsees, resp. was davon noch nicht verlandet ist. Nach der Umrundung und einem kleinen Anstieg geht es noch einmal nach links. Dann führt unser Weg geradeaus bis an den Bahnübergang. Wir gehen aber 20 Meter vorher nach links und kurz darauf wieder nach rechts eine Anhöhe hinauf. Dann folgt ein kurzes Stück bergab an deren Ende wir nunmehr die Bahn überqueren und an der Straße zwischen Klais und Mittenwald stehen. Wir bleiben links und gehen bergab bis an den Schmalensee. Am Nordufer ein kurzes Stück entlang, bis kurz darauf die Bahnunterführung auftaucht. Jetzt kommt ein längeres Stück bergauf, der Wegweiser "Goas-Alm" begleitet uns schon eine Weile. Auf der Kuppe gehen wir noch einmal nach links hinauf zum Tonihof, resp. zur dortigen Bergkuppe mit dem Wasserspeicher und der St. Antonius-Kapelle. Wieder zurück ist die Goas-Alm nur noch wenige Meter entfernt. Anschließend bleiben wir ein längeres Stück geradeaus nach Norden bis wir linkerhand die Maria-Rast-Kapelle erreichen. Wir gehen um die Kapelle herum, ein kurzes, steiles Stück bergab und unten links. Der Weg führt uns nun am Kranzbach entlang bis zur ersten Möglichkeit, ihn zu überqueren und auch die B 2 zu kreuzen (aufpassen es geht direkt über die Straße!). Noch einmal biegen wir nach links ab, gehen die Barmseestraße entlang bis wir linkerhand unseren langgezogenen Parkplatz vor uns haben.
Anmerkungen:
"Buckelwiese", das ist eine besondere Geländeform mit vielen kleinen Hügeln. In diesem Falle ist es aber auch eine Ortszeichnung, nämlich eine Siedlung mit Hausnummern als Teil der Stadt Mittenwald. Im Grunde sind es zwei sanfte, von Nord nach Süd sich erstreckende Bergrücken. Da sie aber in der Eiszeit entstanden, gibt es keine klaren Linien und Kanten. Das wiederum macht den Reiz dieser Landschaft aus: etliche kleine Hügel und viele gut verstreute Buckel. An den etwas flacheren Stellen sind sie eingeebnet, damit die Nutzung mit regulären landwirtschaftlichen Maschinen möglich ist. Dort wo sie noch vorhanden sind, bleibt nur die Bearbeitung mit kleinen Motormähern oder mit der Sense. Am Wandertag hatten viele Betriebe damit begonnen, das Gras zu mähen und zu Heu zu trocknen. Gelagert wird es in einem der vielen kleinen Heuschober, um es im Winter dann zu holen und zu verfüttern. Es ist eine Besonderheit des Werdenfelser Landes, dass kaum Kühe auf den Weiden stehen. Bestenfalls entdeckt man Pferde, Schafe und Ziegen. Aber auch ohne die Kühe ist dort das Wandern recht reizvoll. Die sanften Bergkuppen ermöglichen recht gute Fernblicke in die umgebenden Gebirge: Wetterstein mit Zugspitze und den anderen Bergen, Karwendel mit der Soierngruppe und auch in das Estergebirge.

Benachbarte Wanderungen

Finzbachtal
Finzbachtal

Die Wanderung ab Krün in das Estergebirge hinein ist eine recht entspannte Tour. Vielleicht wird sie etwas aufregender, wenn die Klamm wieder begehbar ist. Aber macht nichts, die neu erbaute Finzalm lohnt diese Tour allemal. Dort kann man ein sehr gutes Beispiel von traditioneller Bauweise in den Bergen sehen. Wenn man diese Tour mit dem Bus verbindet, der dort den Sommer über immer wieder hochfährt (nicht ganz zur Hütte), dann ist das auch etwas für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Grünkopf
Grünkopf

Der Grünkopf nahe Mittenwald zählt zu den östlichen Spitzen des Wettersteingebirges. Mit seinen knapp 1600 m Höhe ist er aber deutlich niedriger als die Wettersteinspitze. Dadurch eignet er sich auch für Wanderungen im üblichen Rahmen. Dem kommt entgegen, dass auf halbem Wege mit der Ederkanzel eine willkommene Einkehrhütte steht. Sofern man das möchte, könnte man auch auf der Westseite des Berges zum Ferchensee oder auf der Südseite über den Franzosenweg in die Leutasch absteigen.

Isarrunde Wallgau
Isarrunde Wallgau

Die Isarrunde Wallgau ist eine einfache Rundtour mit zwei Wanderzielen: zunächst der Gang direkt an der Isar entlang, dann der Aufstieg zum Katwassergraben mit der dortigen Brücke und der Rückweg zur Auhütte. Spannend ist der gewaltige, permanente Transport von Gesteinsmaterial in dem an sich sehr harmlosen Graben. Nach heftigen Regenfällen mag dort aber die Hölle los sein. Es ist eben das Karwendelgebirge mit seinem bekannt weichen, bröckelnden Fels. Die Tour ist eine Übung für jemand der vorhat, zur Fischbachalm oder gar zum Soiernhaus aufzusteigen.

Kranzberg
Kranzberg

Der Kranzberg ist der Mittenwalder Hausberg schlechthin, was die westliche Seite angeht, muss man hinzufügen. Mit einer Seilbahn gut erschlossen, bildet er auch für weniger konditionsstarke Personen vielerlei Wandermöglichkeiten. Hinzu kommt, dass er an allen Seiten mit Almen und Einkehrhütten gut bestückt ist. Zu einer Favoritentour zählt bestimmt der Aufstieg (oder die Bahnfahrt) ab Mittenwald hinauf zum Gipfel und der Rückweg nach Süden hinunter zum Ferchensee und Lautersee.

Seinsbach-Runde
Seinsbach-Runde

Der Seinsbach ist ein rechter Nebenfluss der Isar, nördlich von Mittenwald. Mit seiner Klamm trennt er die Soierngruppe vom übrigen Karwendelgebirge ab. Südlich und nördlich der Klamm verlaufen Wanderwege, die man zu einer Rundwanderung nutzen kann: nördlich ist es die Versorgungsstraße zur Vereineralm und zur Kriner-Kofler-Hütte, südlich ist es der Jagersteig. Am östlichen Teil dieser Runde ist das Karwendelgebirge mit seinen typischen Bergformen deutlich spürbar.

Bilder zur Wanderung

Im Höhenprofil sind die beiden Bergkuppen zu sehen, über die die Strecke führte: nachdem der Bahnübergang das erste Mal erreicht war, geht es hinauf und anschließend runter zum Schmalensee. Dann folgt der etwas größere Anstieg zum Tonihof und der sanfte Abstieg zur Maria-Rastkapelle. Nachdem es von dort erst noch kurz und steil runter geht, kommt nur noch der fast ebene Rückweg zum Parkplatz.

Im steileren Gelände sind die Buckel noch weitgehend erhalten geblieben, auf der Kuppe oben sind sie eingeebnet. Dort ist der Einsatz von regulären Erntemaschinen möglich.

Beides kann aber auch direkt nebeneinander liegen. Vermutlich war es vorgesehen, den ganzen Hang einzuebnen, was aber aus irgendeinem Grund dann nicht erfolgte.

Diese Buckel sind nur mit viel Handarbeit zu nutzen, was auch tatsächlich noch gemacht wird. Das dort gewonnene Heu kommt in den kleinen Schober in unmittelbarer Nähe.

Los geht es aber erst einmal mit dem Gang zum Zentrum des Campingplatzes. Im Bild ist die Registrierung zu sehen, ein schönes großes Gebäude, das auch noch das Restaurant beherbergt.

Blick auf den Tennsee, resp. das was die Verlandung noch nicht geschluckt hat. Es ist der natürliche geologische Verlauf, dass aus solchen Seen irgendwann ein Moor wird. Es bleibt nur die Frage, wie stark der Mensch das beschleunigt oder bremst.

An dem kleinen, sich nördlich anschließenden Hügel beginnen die Stellplätze für die Fahrzeuge. Umgeben von schönem Grün, besser kann sich das keiner wünschen.

Es sind herrliche Wege, die das Gelände durchziehen. Darauf können auch Personen gehen, die sich keine großen Anstrengungen zumuten wollen oder können. Es finden sich aber auch sehr viele Radfahrer auf diesen Wegen. Die meisten davon brausen mit "fremder Kraft" ordentlich dahin; nicht immer sind die Begegnungen mit den Fußgängern konfliktfrei.

Werfen wir lieber einen Blick auf die Flur mit den sanften Hügeln, den grünen Wiesen und den dort aufgestellten Heuschobern. Gelegentlich ist auch ein Bauernhof dazwischen.

Schmalensee. Er liegt im südlichen Teil unserer Strecke. Er ist ein Mehrfaches größer als der Tennsee und auch die Verlandung ist noch nicht so weit fortgeschritten.

Tonihof. Ein recht nobles Hotel, ehemals, muss man sagen, denn es ist seit vielen Jahren geschlossen. Aktuell wartet es auf einen neuen Besitzer, der es wieder zu alter Blüte bringen soll. Mehrfache Versuche eines Verkaufes sind bislang gescheitert.

Uns interessiert aber die dortige Anhöhe als Aussichtspunkt. Spuren von Besuchern an diesem Ort sind nur wenige zu sehen. Dabei ist die Fernsicht dort sehr gut.

St. Antonius Kapelle auf dem Tonihof. Sie wurde 1957 von einer Familie Wurmer aufgrund eines Gelöbnisses erbaut. Sie ist bestuhlt und durchaus für Gottesdienste zu nutzen.

Haupteingang zur Goas-Alm. Es ist ein Bauernhof, der Ziegen hält und die Milch zu verschiedenen Käsesorten verarbeitet. Diese und andere Produkte sind auf der Einkehralm zu bekommen (siehe Link). Im Bild sind der Eingang in den Hofladen und der überdachte Teil des Biergartens zu sehen.

Etwa 60 Ziegen stehen auf dem Hof. Im Bild ist die Herde der jungen Tiere auf der Wiese direkt neben dem Hauptgebäude zu sehen.

Fernblicke sind immer wieder möglich, z.B. über den Schmalensee hinweg nach Süden. Links ist die westliche Karwendelspitze zu erkennen.

Die Soiernberge bilden den nördlichen Abschluss des Karwendelgebirges. Auch dort gibt es schöne Wanderrouten, aber natürlich nicht zu vergleichen mit den Buckelwiesen.

Unweit des Weges zur Maria-Rast-Kapelle steht eine Holzplastik in der Wiese. Sie ist aus einem stehenden Baum gefertigt worden. Die Bezeichnung und den Künstler konnten wir nicht erkunden.

Zum Abschluss noch eine weitere Kapelle: "Maria-Rast" heißt sie. Sie ist noch jünger als die Antoniuskapelle, erbaut 1998 von Bürgern aus Krün weitgehend in Eigenleistung. "Zur Ruah kemma" ist ihr Motto. Es soll den Wanderer dazu anhalten, ein wenig zu verweilen. Ob das wohl ein Platz für eine kleine, intime Hochzeit wäre?

 

 

 

 

 

 

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