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Almen und Berge

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Wanderungen

Schliersee West



Schliersee West

Schliersee West - eine abwechslungsreiche Wanderung auf überwiegend guten Wegen in den Bergen westlich des Schliersees. Im Vergleich zu den Wandertouren im Süden und Osten des Sees ist sie auf den ersten Blick unscheinbar. Trotzdem ist die Route durchaus alpin, hat etliche Stellen mit guter Fernsicht und es liegen mehrere Einkehrhütten auf der Strecke, für die man auch "Kondition" braucht. Der Mittelteil der Strecke verläuft auf dem Prinzenweg, der Verbindung zwischen Tegernsee und Schliersee (Maximiliansweg). Im Bild: Blick vom gegenüberliegenden Schliersberg (Aufnahme von einem anderen Tag) über das Breitenbachtal mit dem Hennerer zum Gindelalmschneid und den südlich angrenzenden Bergen. Gindelalmschneid, Kreuzbergköpfl, Baumgartenschneid und Lahnenkopf bilden fast eine Bergkette, dahinter kommen dann der bekannte Bodenschneid und der Rinnerspitz. Es ist das Revier des Girgl Jennerwein (Erstwanderung: August 2014; aktualisiert; Oktober 2022)

Abstract
Der Schliersee und seine Himmelsrichtungen! Sagt man "Schliersee Ost", denkt man unweigerlich an das Freilichtmuseum von Markus Wasmeier. Im Weiteren geht es dann dort vorbei ins Leitzachtal mit Fischbachau, Bayrischzell und - natürlich - dem Wendelstein. Sagt man "Schiersee Süd", ist damit unweigerlich der Brecherspitz mit seiner Ankelalm verbunden. Außerdem geht es hinauf zum Spitzingsee mit den dortigen bekannten Orten und Einrichtungen vom Taubenstein bis zur Sutten und Valepp, nicht zu vergessen die Rotwand und die beiden Firstalmen.
Heute aber geht es nach "Schliersee West", auf den ersten Blick deutlich weniger spektakulär. Damit verbunden ist "nur" der Aufstieg über die Gindelalmen (deren drei direkt nebeneinander) bis zum Gindelalmschneid, dem Bergkamm hinüber zur Neureuth. Los geht es beim Hennerer, ein ebenfalls sehr bekannter Ort mit dem Wanderparkplatz, dem großen Anwesen, den vielen bergbäuerlichen Einrichtungen (Hofladen, Bauerncafe, Kräuterzentrum). Der Name kommt nicht von ungefähr, Hennen prägen das Bild nicht unwesentlich.
Erst einmal steht ein knackiger Aufstieg an zu den Gindelalmen und ein Stück weiter zum Gipfel mit der grandiosen Aussicht. Dann aber wechseln auf dem Rundkurs die Bergauf/Bergab-Passagen mehrfach, Gesamttendenz: abfallend. Eine Weile gehen wir noch nach Süden ins "Revier" des Wildschütz Jennerwein, ehe wir nach der unteren Krainsberger Alm ganz gemütlich am Bach entlang durch das Tufttal wieder zurück zum Hennerer kommen. Wem die Runde zu lange ist, der kann sie recht gut abkürzen und ab der Mitte der Strecke über den "Prinzenweg" direkt zurück zum Hennerer gehen. Eine Anreise mit dem ÖPNV ist nicht ganz möglich, zweieinhalb Kilometer beträgt der Anmarsch vom Bahnhof in Schliersee zum Ausgangspunkt der Wanderung.
Übrigens, hungern und dursten muss niemand. Die drei Gindelalmen, die Kreuzbergalm und die Krainsbergeralm bieten alle die Möglichkeit zur Einkehr. Und auch am Hennerer kann noch etwas Essbares erworben werden.
Schwierigkeit:35.5mittel (27.5-40)
Tracklänge:14,6 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:40 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:660 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) üNN Gehzeit (h:min)* Entfernung (km)
WPP Hennerer860
Abzw. nördl. Hennerer864 0:070,26
Steig Ende Forststraße1074 0:351,94
Gindelalm 31244 0:301,10
Gipfel Gindelalmschneid1323 0:150,80
Kreuzbergalm1219 0:361,70
Abzw. nach links1150 0:100,90
Einmü. Stadltal1056 0:171,00
Abzw. nach rechts972 0:100,70
Waldkuppe1048 0:181,90
Krainsberger Alm utr.1030 0:131,30
Einmü. Arzgraben904 0:282,30
WPP Hennerer860 0:110,70

(*) Die Zuordnung von Gehzeit und Wegstrecke erscheint manchmal nicht plausibel. Das liegt zum einen daran, dass man auf guten, ebenen Wegen rascher vorankommt, als auf holprigen Pfaden im Steilgelände und zum anderen daran, dass manchmal kleinere Pausen dabei sind, manchmal nicht.

Gebirge, Lage, Karte
Bayerische Voralpen, Schlierseer Berge (Mangfallgebirge); Westseite des Schliersees mit Gindelalmschneid, Kreuzbergköpfl, Lahnenkopf. Der Zugang zum Start erfolgt durch das Breitenbachtal. Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 8, "Tegernsee Schliersee Wendelstein" bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, "Tegernsee Schliersee Mangfallgebirge", bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
18.08.2014; Es war eine Tour, zu der sich die Familie Schweiger (Paul, Renate, Tassilo, Benno) aufgemacht hatte. Ansonsten waren auch noch viele andere Wanderer unterwegs, meist Familien mit kleinen Kindern, aber auch Einzelpersonen und etliche Mountainbiker. Letztere haben sich auf dem ausgewiesenen "Prinzenweg" befunden, der zwischen Schliersee und Tegernsee eingerichtet ist. Ein Teil dieser Strecke war auch unser Weg. Es herrschte an diesem Tag "passendes" Wanderwetter: der Himmel war überwiegend bewölkt mit einigen sonnigen Abschnitten, die Temperatur angenehm kühl für die Jahreszeit, insgesamt trocken. Die Fernsicht hätten wir uns etwas besser gewünscht; sie war lediglich am Nachmittag recht gut.
Erreichte Gipfel
Der höchste Punkt der Wanderung ist der Gipfel des Gindelalmschneid mit 1323 Metern. Der nächst höhere Berg (Dominanz) ist der 2.5 km südlichere Baumgartenschneid mit 1444 Metern. Die Schartenhöhe beträgt 184 Meter und liegt südlich der Kreuzbergalm am Sattel zum Kreuzbergköpfl.
Alm(en), Hütt(en):
Krainsbergeralm utr. , Kreuzbergalm , Gindelalm 3 , Abgesehen von den Gebäuden im Breitenbachtal mit dem Hennerer und den dortigen, sonstigen Einrichtungen ist nur noch die Bergwachthütte (1150 m) am Südaufstieg zum Gindelalmschneid zu erwähnen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz beim Hennerer, westlich von Schliersee; Adresse: Hennerer Parkplatz, 83727 Schliersee. Koordinaten: N = 47.722094, E = 11.830234; Geographische Daten: N = 47°43'19.53'', E = 11°49'48.85''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 712246, N = 5289293; Gauß-Krüger: R-E = 4487369.706, H-N = 5287099.731. Dieser Ort bildet ein richtiges Wanderkreuz: von dort geht es nach Norden hinauf zu den Gindelalmen, nach Westen erreicht man durch das Stadeltal den Baumgartenschneid und nach Süden kommt man durch das Tufttal über die Krainsbergeralm zur Raineralm, bzw. zur Kühzaglalm und letztlich zum Bodenschneid.
VVom Parkplatz gehen wir rechts am Hennererhof vorbei und biegen dann sofort danach links ab. Wir befinden uns auf dem Maximiliansweg (E4), der übrigens direkt aus Schliersee kommt. Wir befinden uns jetzt auf dem neu präparierten Aufstiegsweg zu den Gindelalmen. Lediglich im letzten Drittel haben wir den Weg nach links auf einen wenig begangenen Steig verlassen, der dann fast weglos wieder kurz vor den Almen auf den eigentlichen Aufstiegsweg einmündete (muss man nicht machen). Nach den Almen geht es direkt bergauf zum Gipfelkreuz des Gindelalmschneides. Von dort erfolgt der Abstieg auf dem Prinzenweg nach Süden mit einem kurzen Gegenanstieg zur Kreuzbergalm. Ab der Alm gehen wir nach einem kurzer Abstecher zum Almkreuz bergab zum Sattel nördlich des Kreuzbergköpfels. Dann geht der Weg - nunmehr erneut als Prinzenweg - östlich am Kreuzbergköpfel vorbei und weiter bergab ins Stadeltal nach Osten in Richtung Hennerer. An der zweiten Abzweigung führt uns der Weg nach rechts wieder ein Stück bergauf und nach Süden, letztlich direkt zur unteren Krainsbergeralm. Der Rückweg erfolgt dann recht entspannt auf dem Versorgungsweg zurück zum Parkplatz entlang des Tuftbaches mit etlichen recht kurzweiligen Überquerungen des Baches.
Anmerkungen:
Eines der Hauptziele dieser Wanderung war der Besuch der Unteren Krainsbergeralm, von der ich - bzw. von der dortigen Almerin, der Marianne - schon mehrfach gehört hatte. Also suchte ich eine gemütliche Tour aus mit dem Aufstieg zu den Gindelalmen - die man jederzeit mehrfach besuchen kann - und über die Kreuzbergalm zur Krainsbergeralm. Der Rückweg durch das Tufttal ist recht abwechslungsreich, weil die Straße dort mehrere Male den Bach kreuzt und das ist immer spannend. Kurzum, es ist eine Tour, auf der zwar mit dem Gindelalmschneid nur ein nennenswerter Gipfel erreicht wird. Das steile Kreuzbergköpfl hat keine Wanderpfade. Auf dem Gindelalmschneid hat man beste Fernsicht ins Alpenvorland bis München. Man kann die Tour jederzeit sogar noch kürzer gestalten. Der einfachste Teil wäre dann ein "Spazierweg" vom Hennerer zur Unteren Krainsbergeralm und zurück oder - unter Auslassung des südlichen Teils direkt zurück Hennerer. Die vielen Familien mit kleinen Kindern die wir trafen, sind wohl der beste Beleg für eine recht beliebte Tour. Ob die Marianne jetzt auch noch - acht Jahre später - die Alm und die Wanderer betreut, weiß ich nicht.

Benachbarte Wanderungen

Schliersberg
Schliersberg

Der Schliersberg heißt eigentlich Rohnberg. Das ist der größere Teil des Berges östlich des Schliersees mit einem Gipfelkreuz. Der Schliersberg selbst ist nur ein kleinerer Teil, der sich nördlich anschließt. Aber es gibt dort oben einen Berggasthof, namens Schliersbergalm. Jedenfalls lässt sich dort eine einfache Rundwanderung machen, gerade recht für einen Anfänger oder zum Eingewöhnen nach längerer Pause. Und einkehren kann man auch noch, samt herrlichem Blick über den See und zu den südlichen Bergen.

Baumgartenschneid
Baumgartenschneid

Baumgartenschneid, der Berg zwischen Tegernsee und Schliersee zählt zum Revier des Girgl Jennerwein. Es ist eine mittelschwere Tour auf das Dach der dortigen Berge; Ausgangspunkt ist Tegernsee Ost. Außerdem kommt man auch noch an der Kapelle auf dem Riederstein und am Gasthof Galaun vorbei. Der Baumgartenschneid bietet sehr gute Blicke in das Gebiet beider Seen und natürlich zu den vielen, ringsum stehenden Bergen.

Brecherspitz Nordgrat
Brecherspitz Nordgrat

Den Brecherspitz erreicht man vom Spitzingsattel aus relativ einfach. Wesentlich spannender ist es aber, über den steilen Nordgrat aufzusteigen und dann über den Westgrat und Dürnbachgrat eine große Kesselrunde daraus zu machen. Nach dem Anmarsch zur Ankelalm kann man sich noch einmal entscheiden, ob man weitergeht oder diese Anstrengung auf irgendwann später verschiebt. Die neu erbaute Ankelalm wird im Zweifelsfall die Entscheidung zu ihren Gunsten beeinflussen.

Ostiner Berg
Ostiner Berg

Der Ostiner Berg ist der Bergrücken auf dem der bekannte Berggasthof Neureuth steht. Aufsteigen kann man sowohl über die bekannte Südseite ab Tegernsee oder auch über die etwas weniger bekannte Nordseite ab Ostin nahe Gmünd. Ich hielt es beim zweiten Besuch für besser, abseits der viel begangenen Südroute zu dem Berggasthof Neureuth von Norden her aufzusteigen, auch wenn die Strecke etwas länger ist und paar Höhenmeter mehr hat.

Leeberghöhenweg
Leeberghöhenweg

Der "Leeberghöhenweg" am Tegernsee verläuft ab dem Leeberghof nach Osten fast höhengleich bis zum Süßbach, der die beiden Aufstiege zum Riederstein trennt. Er ist in voller Länge in den "Tegernseer Höhenweg" integriert, der sich weitaus länger am Ostufer des Sees dahinschlängelt. In Wanderbeschreibungen wird er mit diesem oft gleichgesetzt. Der kurze Weg ist der Namensgeber für eine Wanderung, die zusätzlich noch den Aufstieg über den kleinen Tegernseer Berg und das Riedersteinhaus (Galaun) zum Riederstein mit der dortigen Kapelle beinhaltet. Auf den Wegweisern im Gelände findet man diesen Ausdruck nicht, es ist ja auch nur ein kleiner Teil (ca. 1,6 km) der gesamten Strecke.

Wasserspitz
Wasserspitz

Der Wasserspitz reiht sich in die Kette mit Bodenschneid und Rinnerspitz ein, Tegernsee und Schliersee sind davon etwa gleich weit entfernt. Das ist die Heimat des Jennerwein Girgl. Der einfachste Aufstieg beginnt an der Raineralm und setzt sich als Überschreitung zum Rinnerspitz fort. Wie nicht anders zu erwarten, ist das Wandern in diesem Gelände kein Spaziergang, zumindest am Aufstieg zum Gipfel. Einkehren kann man auch, nämlich auf der Kühzaglalm und auf der Raineralm.

Gindelalmschneid
Gindelalmschneid

Der Gindelalmschneid ist die Fortsetzung des Bergkammes von der Neureuth (Ostiner Berg) nach Osten. Es ist somit eine Einladung zu einer entspannten Kammwanderung, bei der man immer wieder gute Fernsicht nach Norden in das Alpenvorlang hat. Bemerkenswert ist aber auch die dortige Gastronomie. Nicht eine, und auch nicht zwei, sondern fünf Almhütten in unmittelbarer Nachbarschaft haben zur Versorgung der Wanderer geöffnet. Das erfordert aber einen Rundweg, der mit fast 15 km nicht ganz kurz ist. Kondition braucht man also sowohl für die Hütten, als auch für die Strecke.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil zeigt, dass es gleich am Anfang mit einem geschlossenen Anstieg ordentlich zur Sache geht. Ab dem Gipfel des Gindelalmschneids finden sich dann kurze Aufstiege nur noch hinauf zur Kreuzbergalm und nach der Abzweigung vom Prinzenweg hinüber zur Krainsbergeralm.

Gipfelkreuz am Gindelalmschneid. Obwohl der Berg nicht allzu hoch ist, hat man sehr gute Fernsicht ins Alpenvorland und kann diese Stelle auch recht gus Norden sehen, z.B. vom Fentberg aus. Vom Gipfelkreuz führt ein Kammweg recht bequem zur Neureut, der wohl bekanntesten Berggaststätte vom Tegernsee.

Da stehen sie einträchtig nebeneinander, die drei Gindelalmen, bezeichnet mit "1", "2" und "3" (von links). Sie liegen am Sattel zwischen Auerberg (hinten, oben) und Gindelalmschneid. Direkt am Waldrand stehen zwei weitere Hütten. Rechts ist der Aufstieg vom Hennerer zu erkennen. Alle drei Almen haben eine in etwa vergleichbare, gastronomische Leistung. Eine Webseite ist aber nur für die Alm Nr. 3 zu finden.

Almkreuz nahe der Kreuzbergalm. Im Hintergrund sieht man die Almhütte auf der Kuppe. Vielfach sind diese Kreuze als Kruzifix gestaltet.

Almkreuz auf der Unteren Krainsbergeralm, bewacht von einer argwöhnisch blickenden Kalbin. Vielleicht war sie auch nur neugierig.

Familie Schweiger gemeinsam auf Tour - hier am Gipfelkreuz des Gindelalmschneids. Menschen schaffen es, das Tor des Schutzzaunes zu öffnen, die Tiere schaffen das nicht. Was besser ist, wird manchmal nicht klar. Wir haben keine Schäden hinterlassen, konnten aber auch nicht darauf verzichten, uns mit dem Zaun zu zeigen.

Untere Krainsbergeralm. Das Gebäude ist neueren Baudatums, ebenfalls sehr gepflegt und von der Marianne, der bekanntesten Schlierseer Almerin, bestens gehütet. 1990 ist das alte Gebäude abgebrannt und wurde dann wieder aufgebaut.

Etwas abseits am Waldrand steht am Südaufstieg zum Gindelalmschneid eine Hütte der Bergwacht. Die dort Dienst leistenden Personen werden wohl die meiste Zeit nicht im Bergeinsatz sein, hoffentlich! Dann ist es wenigstens ein schönes Platzerl, Arbeit gibt es trotzdem genug.

 

 

 

 

 

 

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