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Wanderungen

Kalmit



Kalmit

Kalmit - das ist der höchste Berg der Vorderpfalz mit seinem weithin sichtbaren Funk-Sendemast (merke: "die" Kalmit, der Berg ist weiblich!). Der höchste Berg in der gesamten Pfalz ist das aber nicht; das ist der Donnersberg, der weit im Norden liegt. Deshalb ist das auch der erste Gipfel in den Pfälzer Bergen den ich besuchte, als ich begann, Aufzeichnungen zur Wanderung zu machen. Die Streckendaten sind deswegen etwas spärlich. Gewandert sind wir dort vorher auch schon. Es war nicht das einzige Mal, dass wir die Kalmit besuchten. Im Bild: Blick von Norden auf die Kalmit. Der Berg ist - wie viele andere der Pfälzer Berge auch - vollständig bewaldet. Lediglich nach Osten hat er eine freie Stelle, die den Blick in die Rheinebene erlaubt. (Erstwanderung: Oktober 2010; aktualisiert: Dezember 2020)

Abstract
Die Kalmit ist der höchste Berg der Vorderpfalz. Fast 500 Meter ragt sie recht imposant aus der Rheinebene in der Mitte der dort liegenden Bergkette empor. Zusammen mit dem etwas nördlicheren Weinbiet ist sie der Stolz der Pfälzer. Entsprechend gefragt ist dieser Berg bei Wanderern, auch und gerade bei solchen, die als Urlauber von weit her nicht oft in den Genuss eines Bergerlebnisses kommen.
Mit den Aufstiegen von Westen - ab den Parkplätzen an den dortigen Landstraßen L 515 und L 514 - ist der Gipfel in etwas mehr als einer Stunde Gehzeit zu erreichen. Natürlich gibt es auch andere Aufstiegsrouten aus Süden und Osten, die etwas länger dauern, weil sie auf einer geringeren Höhe beginnen. In jedem Falle wird das mit einer herrlichen Fernsicht vom freien Gipfel nach Osten über die Rheinebene hinweg vom Odenwald bis zum Schwarzwald belohnt.
Die meisten Gebäude auf dem Gipfel sind für die Wanderer ohne Bedeutung. Nicht aber das Kalmithaus, eigentlich "Ludwigshafener Hütte". Die Ganzjahreshütte wird von einem großen PWV-Verein geführt und hat deshalb auch ein sehr großes Angebot an Speisen und Getränken. In einer leistungsfähigen Gastronomie. Allerdings sollte man die Ruhetage beachten: Montag und Dienstag, im Winter auch Donnerstag. Ansonsten ist von 11:00 bis 17:00 geöffnet.
Schwierigkeit:16.0leicht (<27.5)
Tracklänge:8,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:2:05 h*kurz (0-3 h)
Höhensumme:224 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Hüttenhohl 490
Hüttenberghütte591 0:47
Kalmit (Kalmithaus)673 0:34
Hahnenschritt561 0:22
Parkplatz Hüttenhohl490 0:22
Gebirge, Lage, Karte
Naturpark Pfälzer Wald, Oberhaardt; westlich von St. Martin resp. Maikammer. Der übliche Zugang erfolgt von Westen ab der L 515 und L 514. Aber auch aus Osten und Süden gibt es Routen zu diesem Berg. Karten: Topografische Karte (1: 25000), Blatt 6 "Oberhaardt von Neustadt an der Weinstraße bis zum Queichtal". bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
11.10.2010; Tassilo hat mich beim ersten Mal begleitet. Aufgrund des guten Wetters konnte man etliche Wanderer unterwegs antreffen, obwohl das Kalmithaus einen Ruhetag hatte. Das zweite Mal ging Renate mit mir im Juni 2011. An diesem Tag herrschte reger Betrieb, nicht überraschend. Falls auf der Kalmit kein Betrieb wäre, würde etwas nicht stimmen. Beide Male herrschte sehr gutes Wanderwetter; für eine gute Fernsicht in die Rheinebene allerdings war es zu diesig. Trotzdem konnte man sich recht gut orientieren, welcher Ort wo liegt und was noch zu sehen ist.
Erreichte Gipfel
Der höchste Punkt der Tour ist natürlich der Gipfel der Kalmit mit 673 Metern. Am Aufstieg aus Westen überquert man den Hüttenberg (620 m), den man als Wanderer gar nicht wahrnimmt. Geologisch wird er aber als eigenständiger Berg geführt.
Alm(en), Hütt(en):
Kalmithaus, Das einzig nennenswerte Gebäude mit Ausnahme der Bebauung auf dem Gipfel ist die Hüttenberghütte auf 591 Meter. Sie ist sehr gepflegt und lädt dazu ein, die mitgebrachten Speisen zu verzehren. Allerdings liegt sie nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt und da dürfte der Hunger und Durst eigentlich noch nicht sehr groß sein.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Hüttenhohl; an der Abzweigung L 515 - L 514 westlich von St. Martin; Adresse: Totenkopfstraße, D-67487 Maikammer. Koordinaten: N = 49.317493, E = 8.066597; Geographische Daten: N = 49°19'02,9'', E = 8°03'59.7''; UTM-Daten: Z = 32U, E = 432164, N = 5463170; Gauß-Krüger: R-E = 3432213.125, H-N = 5464916.919. Ein Ausweichplatz wäre der "Hahnenschritt" ein Stück weiter nördlich. Daten des Parkplatzes am "Hahnenschritt": Koordinaten: N = 49.323860, E = 8.081649; Geographische Daten: N = 49°19'25,9'', E = 8°04'53,9''; UTM-Daten: Z = 32U, E = 433266, N = 5463864; Gauß-Krüger: R-E = 3433316.072, H-N = 5465611.603. Und es gäbe sogar noch einen dritten Parkplatz unweit des Gipfels der Kalmit. Der Parkplatz am Hüttenhohl ist mit ÖPNV erreichbar. Trotz weitgehend guter Wanderwege ist die Nutzung von Rollstühlen nicht möglich. Damit kommt man nur von dem Parkplatz nahe dem Gipfel zu den Einrichtungen an der Spitze des Berges.
Ursprünglich wollten wir beim ersten Besuch vom Parkplatz Hüttenhohl den direkten Aufstieg nehmen, fanden aber den Einstieg nicht. So gingen wir auf dem Wirtschaftsweg guter Dinge fast höhengleich ein ordentliches Stück nach Süden und Osten in der Erwartung, recht bald bergauf abzweigen zu können. dafür mussten wir lange gehen. An einer Spitzkehre konnten wir im spitzen Winkel in Hauptrichtung wieder zurück, nunmehr aber auf einem Wanderpfad etwas steiler bergauf und kamen dann zur Hüttenberghütte - vom Ausgangspunkt waren wir nur wenig weit entfernt. Dort war dann der weitere Aufstieg klar zu erkennen. Ohne Probleme geht es weiter durch das Felsenmeer, ein kleines Plateau entlang einer Abbruchkante. Als nächstes erreicht man dann einen weiteren Parkplatz, von dem aus es zum Gipfel nicht mehr weit ist. Allerdings bleiben wir nicht auf der Straße, sondern gehen rechts davon auf einem Pfad zum Gipfel. Der Abstieg beginnt am nördlichen Eck der Freifläche über die Nordflanke der Kalmit auf einem teilweise sogar steilen Pfad. Dort treffen wir auf die L 514. Direkt gegenüber liegt dann der recht große, zentrale Parkplatz "Hahnenschritt", von dem aus Touren ins Kaltenbrunner Tal, zur "Hohe Loog" und der Abstieg ins Klausental beginnen. Wir gehen aber auf dem Wanderpfad auf der westlichen Seite der Straße annähernd parallel dazu zurück zum Parkplatz Hüttenhohl. Der zweite Besuch auf der Kalmit führte uns auch noch zur Hohe Loog und zur Totenkopfhütte.
Anmerkungen:
Der Schwerpunkt beim "Bergwandern in den Pfälzer Bergen" liegt auf Wandern - so könnte man etwas spöttisch sagen. Natürlich sind die Höhenmeter die man zu bewältigen hat, nicht mit Touren in den Alpen zu vergleichen. Auch im Schwarzwald sind die Berge steiler und höher. Obwohl die Kalmit mit 673 m ü. N.N. die höchste Erhebung der Pfälzer Berge ist, ragt sie kaum 500 m über die Rheinebene hinaus. Noch dazu beginnt der übliche Anstieg auf der Westroute erst bei knapp 500 Metern und hat damit keine 200 Höhenmeter. Der höchste Berg der Vorderpfalz ist also recht einfach zu erreichen, auch von Personen, deren Kondition nicht die beste ist. Die Wanderstrecken sind auf den Hinweistafeln in Entfernungen angegeben, die in diesem Gebiet auch sinnvoll sind. Für die zwei Stunden dauernde Rundwanderung mussten wir lediglich 224 Höhenmeter überwinden und legten dabei etwa 8 km zurück. Die Wege sind durchweg gut präpariert und ohne Schwierigkeiten zu begehen, fast ausnahmslos im Wald. Es gibt auf den Routen im Pfälzer Wald viele Hütten, sowohl reine Schutzhütten, als auch bewirtschaftete Häuser. Letztere sind allerdings oft nur im Ehrenamt von den Vereinsmitgliedern an den Wochenenden geöffnet, das ist auf der Kalmit nicht anders. Diese Hütte hat allerdings auch unter Woche geöffnet mit zwei, resp. drei Ruhetagen. Trotzdem sind die Pfälzer Berge nicht umsonst ein sehr beliebtes Wandergebiet. Und allen voran zählt dazu völlig berechtigt die Kalmit. Aufgrund der geringen Höhendifferenz und der kurzen Gehzeit lässt sich diese Tour als "leicht" einstufen. Damit ist sie auch für nicht so konditionsstarke Personen geeignet.

Benachbarte Wanderungen

Hochberg (Edenkoben)
Hochberg (Edenkoben)

Hochberg - wie der Name sagt, einer der höheren Berge des Pfälzer Waldes. In direkter Nachbarschaft zur Kalmit steht er, etwas südlicher. Aber er zeigt sich ganz anders. Sein Gipfel ist vollständig bewaldet und nur ein von Hand aufgetürmter Steinhaufen zeigt an, wo die höchste Stelle ist. Der Aufstieg erfolgt üblicherweise ab dem Wetzbrunnen. Er ist aber nur ein Zwischenziel einer etwas längeren Runde nach Westen über die Edenkobener Hütte (Hüttenbrunnen) und die Lolosruhe zum Hüttenhohl. An mehreren Stellen dieser Runde finden sich Parkplätze, man kann auch von dort losgehen.

Hohe Loog
Hohe Loog

Die Hohe Loog - sie zählt mit der Kalmit und dem Weinbiet zu den "großen Dreien" zwischen Neustadt und Edenkoben. Es ist aber ein etwas anderer Berg. Kein ausgeprägter Gipfel, sondern eher ein sanfter Rücken ziert ihn. Eine Einkehrhütte hat er aber sehr wohl und die ist auch immer gut besucht. Zu erreichen ist er mit einem Aufstieg ab dem Klausental über das Hambacher Schloss oder eher als Querverbindung ab den Parkplätzen Hüttenhohl (Totenkopfstraße L 515) und Hahnenschritt (L 514).

Platte (Pfalz)
Platte (Pfalz)

Platte - eigentlich kein Berg, sondern eher eine Hochfläche. Sie liegt schon ein gutes Stück westlich der glanzvollen Berge an der östlichen Kante des Pfälzer Waldes. Aber sie hat auch so ihre Besonderheiten. Los geht erst einmal im Heidenbrunnertal. Von dort führt ein Waldweg hinauf zur "Kleine Ebene". Das ist aber noch nicht die höchste Stelle, die liegt weiter südlich. Dann geht es bergab über das Hellerplatzhaus zur Kaltenbrunner Hütte. Über die Kleine Ebene schließt sich die Runde.

Taubenkopf
Taubenkopf

Taubenkopf - der fast unbekannte Berg ist eher der Bauer zwischen den beiden Herrschern Kalmit und Hohe Loog. Kaum ein Wegweiser führt zu ihm hinauf. Dorthin kommt man nicht per Zufall, man muss diesen Kopf gezielt ansteuern. Die beiden Nachbarn meidet man tunlichst und über zwei kleinere Täler (Alstertal am Aufstieg und Klausental am Abstieg) sucht man sich seinen Weg. Einkehren kann man im Schützenhaus Alsterweiler, in der bekannten Klausentalhütte - oder mit einem kurzen Abstecher - im Zeter Berghaus.

Nollenkopf
Nollenkopf

Nollenkopf - das ist der Berg "hinter" dem Hambacher Schloss. Von Süden führt der breite "Kanonenweg" auf seinen Gipfel, hoch und steil über Neustadt a.d. Weinstraße. Französische Truppen brachten im Pfälzer Erbfolgekrieg dort ihre Kanonen in Stellung und attackierten die Stadt unter ihnen. Die Wanderroute führt erst zum Hambacher Schloss, dann im Dreick zur Hohe Loog, zum Nollenkopf und wieder zurück ins Klausental, vorbei an Aussichtspunkten und einem Sühnekreuz. Dreimal, resp. viermal gibt es die Möglichkeit zur Einkehr.

Ueberzwerchberg
Ueberzwerchberg

Überzwerchberg - er liegt ebenfalls wie die Platte ein gutes Stück in den Bergen drin. Man könnte ihn als die deutlich erweiterte Runde über die Platte ansehen. Das beginnt zwar am gleichen Ausgangspunkt (Heidenbrunnertal), geht aber zunächst noch ein Stück weiter nach Westen. Am Rückweg folgt ein Abstecher über den recht spannenden Königsberg nach Osten. Hellerplatzhaus, Kaltenbrunner Hütte und Heidenbrunnertal sind die gleichen Einkehrmöglichkeiten.

Werderberg (Friedensdenkmal)
Werderberg (Friedensdenkmal)

Werderberg - damit ist eher das bekannte Friedensdenkmal oberhalb Edenkoben gemeint, denn ein Berg. Der Weg dorthin beginnt am Wetzstein und führt an etlichen Naturdenkmälern vorbei. Einkehren kann man direkt am Denkmal oder an der etwas nördlicher liegenden Kropsburg. Dann aber wird es ernst, es folgt der Aufstieg über den recht steilen Kreuzweg zum Hochberg. Weiter geht dann bergab nach Westen über die St. Martins-Hütte zu dem "Haus an den Fichten". Zum Ausgangspunkt ist es nicht mehr weit.

Bilder zur Wanderung

Oben angekommen erwarten uns einige Tische und Bänke und wir genießen erst einmal die Aussicht in die Rheinebene. Dann wenden wir uns dem Kalmithaus zu. "Ludwigshafener Hütte" steht dort und verkündet uns, welche Ortsgruppe des PWV dort Regie führt. Leider ist sie an diesem Tag geschlossen; wir haben - ohne uns danach zu erkundigen -einen Ruhetag erwischt. Aber beim zweiten Besuchstermin klappte es dann.

Direkt neben dem Eingang in die Hütte steht der Aussichtsturm. Das gilt aber nicht für Wanderer, für die ist er tabu. Dort sind die Einrichtungen untergebracht, die im Grunde den Sendemast betreiben: eine Relaisstation für den Funk, eine Fernsicht-Mess-Station und sogar eine Wetterstation. Fürwahr, das sind herrliche, gut ausgestattete Arbeitsplätze - seit jeher gewesen in der langen Geschichte dieses Turmes. Ganz verschämt schaut er links über das Hütte herüber.

Die Kalmit ist als höchster Berg des Pfälzer Waldes natürlich der ideale Standort für einen Funksender, den man aus der Rheinebene schon von weitem sehen kann. Steht man oben, sieht man ihn kaum. Der etwas zurück gesetzte Mast steht gut versteckt hinter Bäumen.

Einfache, gut gepflegte Schutzhütten findet man auf den Wanderwegen in den Pfälzer Bergen sehr oft. Obwohl die Hüttenberghütte nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt ist, hat Tassilo schon sein Getränk ausgepackt. Allerdings mussten wir bis dahin aufgrund eigenen Unvermögens doch ein gutes Stück gehen.

Kurz nach der Hüttenberghütte beginnt das Felsenmeer. Es ist ein längeres Kammstück um, über und zwischen beeindruckenden Granitfelsen, die nach Süden eine beachtliche Kante bilden. Also Vorsicht beim Blick in die Tiefe.

An einigen Stellen türmen sich sogar übermannshohe Felsen auf, die dann nur noch schmale Durchgänge erlauben. Mit Kinderwägen geht dort gar nichts mehr.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.10.2020