Logo Bergwandern

Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Staudinger Kreuz



Staudinger Kreuz

Staudinger Kreuz, auch Ehrenstrasser Kreuz genannt, ist ein fast unbekannter Aussichtsberg im Kaiserwinkl. Einerseits kein Wunder: er ist in keiner Karte eingezeichnet und keine Wegweiser führen dorthin. Andererseits: es ist einer der besten Aussichtpunkte in viele Himmelsrichtungen, namentlich nach Kufstein und das anschließende Inntal. Im Bild: Gipfelhang mit dem oben stehenden Kreuz. Vielfach geht es auf undeutlichen Spuren über Wiesen zum Ziel (Erstwanderung: Juni 2018; aktualisiert: Februar 2020)

Abstract
Das Staudinger Kreuz ist eine recht unbekannte Bergkuppe im westlichen Kaiserwinkl, nahe der Staudinger Alm. Von ihr haben Kuppe und Gipfelkreuz den Namen. Eine weitere Bezeichnung ist "Ehrenstrasser-Kreuz" in Erinnerung an den Bekannten Bergfreund aus Kufstein. Eine offizielle Route zu diesem Berg habe ich nicht gefunden. Ebenso gibt es nur vereinzelt Wegweiser, die aber andere Zwischenziele nennen. Der Weg dorthin verlangt also Orientierungssinn und aufmerksames Suchen nach Wegspuren. Besondere Gefahrenstellen gibt es nicht.
So gesehen ist diese Tour ein Geheimtipp. Der besondere Vorteil ist die unvergleichliche Fernsicht in den nordwestlichen Kaiserwinkl, hinüber zum Erlerberg und hinaus nach Kufstein mit dem anschließenden Inntal. Nicht umsonst hat man den Bergfreund Georg Ehrenstrasser dort oben mit einem Denkmal geehrt.
Der Rundweg geht nach dem Aufstieg entspannt weiter bis zu einem weiteren Gipfelkreuz, dem Karkopf. Das ist der höchste Punkt der Tour. Im Weiteren geht es dann bergab, erst ein Stück durch den Wald dann nach der Wildbichlalm auf der Versorgungssraße hinab in den Ritzgraben. Zwei Einkehrmöglichkeiten liegen gut verteilt am Weg: die "Schöne Aussicht" am Aufstieg und die Wildbichalm am Abstieg.
Schwierigkeit:27.0leicht (<27.5)
Tracklänge:10,2 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:20 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:538 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Ritzgraben725
Drehkreuz Waldrand812 0:200,97
Drehkreuz Kuppe895 0:130,46
Schöne Aussicht1020 0:301,20
Abzw. Wiesenpfad1042 0:170,67
Weg zur Staudinger Alm1125 0:120,36
Staudinger Kreuz1232 0:130,32
Gipfel Karspitze1239 0:191,06
Einmü. Straße1181 0:140,64
Wildbichlalm1031 0:221,44
Parkplatz Ritzgraben725 0:403,08
Gebirge, Lage, Karte
Chiemgauer Alpen, Teilbereich südliche Chiemgauer Berge, Kaiserwinkl, Ritzgraben Feistenau, nördlich von Niederndorf/Tirol (Walchseegebiet). Karten: Kompass Wanderkarte Nr. 10, Chiemsee (1:50000); bzw. AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Chiemgauer Alpen West, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
06.06.2018; Alleingang. Auf der gesamten Tour habe ich nur wenige Personen getroffen, davon drei auf dem Staudinger Kreuz und zwei, die zur Wildbichalm wollten, aber in die völlig falsche Richtung gingen. Die anderen traf ich nahe der Wildbichlalm, die aber wegen einer Reparatur für ein paar Tage geschlossen hatte. Ich hatte das auf einem Schild an der Schönen Aussicht gelesen und musste mich mit eigenem Proviant darauf einstellen. Dafür habe ich dann am Rückweg die "Müllner Alm" nahe Sachrang besucht. Einer der einheimischen Gäste sagte mir, dass dieses Cafe zum Hof des legendären "Müllner Peter" gehört, auf dem es noch direkte Nachfahren gäbe. Es herrschte recht unsicheres Wetter, das sich aber bis zum Schluss "gut benommen" hat. Viele Wolken bedeckten den Himmel, die sich kaum bewegten. In der schwülwarmen Luft entwickelten sich dann am Abend kräftige Gewitter. Mich haben sie nicht erreicht: ich war bereits wieder zu Hause, als es losging. Die Sicht war trotzdem recht gut, vor allem noch am frühen Vormittag. Die großen Schatten verdarben mir aber so manches Foto.
Erreichte Gipfel
Staudinger Kreuz (1222 m), Karspitze (1239 m). Der höchste Punkt der Tour liegt nicht am Staudinger Kreuz, sondern westlich davon auf der Karspitze.
Alm(en), Hütt(en):
Schöne Aussicht, Wildbichlalm, In der Gegend trifft man auf viele, schöne Bauernhöfe und andere Anwesen bzw. man geht in geringer Entfernung daran vorbei. Namentlich genannt seien: die Staudingeralm am Fuße des Staudinger Kreuzes, der Gabnhof am Ausstieg zur Wildbichlam, die neu renovierte Karalm und der Mannerstätter Hof, an dessen Haustüre die Aufstiegsroute vorbeigeht. Die frühere Grafenkoralm nahe des Karkopfs gibt es nicht mehr.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Wanderparkplatz Ritzgraben. Adresse: Ritzgraben 7, A-6342 Rettenschöß. Koordinaten: N = 47.671694, E = 12.260526; Geographische Daten: N = 47°40'18.1'', E = 12°15'37.9''; UTM-Daten: Z = 33T, E = 294362, N = 5283447; Gauß-Krüger: R-E = 4519671.188, H-N = 5281514.983. Der Ausgangspunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erreichbar. Dazu wäre ein etwas längerer Anmarsch von der Straße zwischen Sachrang und Niederndorf nötig, wo es Haltestellen einer öffentlichen Buslinie gibt. Mit Rollstühlen ist die Tour ebenfalls nicht zu machen. Die "Schöne Aussicht" ist aber vom nahen Parkplatz aus recht gut erreichbar.
Vom Parkplatz geht es in der Anfahrtrichtung auf der Straße weiter und am zweiten Hof um diesen links herum auf einen Wiesenweg, der sich zunächst noch gut sichtbar nach oben schlängelt. Wegweiser oder Markierungen gibt es keine. Nach dem Überstieg über einen Weidezaun (wenn der Zaun zu ist) geht man am ersten Drehkreuz vorbei, geht durch das zweite durch und kommt dann in den Wald. Dort beginnt eine rot-weiß-rote Markierung. Später gibt es auch Wegweiser, man folgt nun den Hinweisen "Schöne Aussicht". Die Strecke führt mehrfach an Zäunen und am Waldrand vorbei (auch über einen geschlossenen Elektrozaun), kommt auf einen Feldweg und im weiteren über den Parkplatz "Feistenau" zum Gasthaus. Unmittelbar danach beginnt der Aufstieg nach links, macht mehrere Kehren, ehe dann eine Abzweigung nach rechts über die Wiese führt. Ab da verläuft der Weg immer auf der Wiese schnurgerade zum Staudinger Kreuz. Oben geht es in gleicher Richtung weiter, dann leicht nach links zur Karspitze. Nunmehr habe ich nicht den Rückweg zur Versorgungsstraße gewählt, sondern mich nach links gehalten und bin auf einer Abkürzung durch den Wald gegangen. Später kam ich zurück auf den Versorgungsweg. An diesem blieb ich dann im Weiteren, ehe es - vorbei an der Wildbichlam - in vielen Kehren talwärts geht und man zurück zum Parkplatz kommt.
Anmerkungen:
Zwei Plätze im Kaiserwinkl wollte ich schön länger besuchen: den Gasthof Schöne Aussicht und den Bereich Ritzgraben mit seiner Verbindung vom Walchtal nach Sachrang. So habe ich mir eine entsprechende Route hinauf zur Karspitze gesucht und kam auf das Staudinger Kreuz. Ursprünglich wollte ich auch noch die Harlander Alm besuchen, erfuhr dann aber, dass die wohl dauerhaft geschlossen bleiben wird. So kam diese wunderschöne Route heraus. Das wirklich Einmalige ist die phantastische Fernsicht die man vom Kreuz aus hat, aber auch vielen anderen Stellen aus. Ein wenig Orientierungssinn ist schon gefragt, man muss sich mangels Wegweiser andere Hilfsziele vornehmen. Der Endanstieg zum Kreuz ist dann recht hinterhältig: man sieht es schon von weitem, aber der Hang wird immer steiler, je weiter man hinaufkommt. Gut - der Abstieg von der Wildbichlalm ins Tal ist arg langweilig, aber das mindert die Freude über diese wirklich abwechslungsreiche und schöne Tour nicht.

Benachbarte Wanderungen

Rudersburg
Rudersburg

Der Rudersburg ist der südlichste Berg einer Kette westlich der Tiroler Achen. Ganz typisch für ihn ist die gewaltige Gipfelkuppe, die von allen Seiten aus gleich aussieht. Es ist ein Grenzberg vom Geigelsteingebiet zum Kaiserwinkl. Lediglich von Nordwesten ist der Gipfel auf einem Pfad zugänglich, der im Gipfelbereich mit "schwarz" eingestuft ist. Nach Süden schließt sich die riesige, freie Almfläche der Naringalm an. Wer bergsicher ist, der kann sich auf diesen Berg freuen, wer ängstlich ist, sollte sich den Aufstieg zum Gipfel sparen.

Schmugglerweg
Schmugglerweg

Schmugglerweg - spannend ist es schon, auf einem Weg zu gehen, den ehemals viele Schmuggler genutzt haben. Man kann sich vorstellen, was sie wohl alles erlebt haben. Hart und gefährlich - vielleicht sogar tödlich - war es bestimmt, die Tücken des Weges musste dagegen niemand fürchten. Ob sie sich an die heute noch ausgewiesenen Öffnungszeiten an der Grenze gehalten haben?

Breitenstein Chiemgau
Breitenstein Chiemgau

Der Breitenstein im Chiemgau ist der südliche Nachbar des berühmten Geigelstein. Er steht damit unzweifelhaft in dessen Schatten. Vom Aussehen und auch von den Wandersteigen her, ist er etwas ruppig. Da er niedriger ist als sein Nachbar, zieht er all diejenigen Wanderer aus Ettenhausen kommend an, die nicht so ganz konditionsstark sind. Als Grenzberg zu Tirol bietet er eine sehr gute Fernsicht. Einkehren kann man auf der Wuhrsteinalm und auf der "Wirtsalm am Geigelstein" - auch diesen Namen gibt es zweimal.

Brennkopf
Brennkopf

Der Brennkopf ist ein recht sanfter Hügel mitten im "Koasawinkl", nördlich vom Walchsee. Er ist aber immerhin so hoch, dass man eine gute Fernsicht von seinem Gipfel in die Gegend ringsum hat mit ihren vielen Almen und Waldstücken. Der Aufstieg beginnt wohl am besten am Sportplatz Winkl. Würde man ihn von Norden her anstreben, wäre das deutlich länger. Auf keinen Fall darf man am Abstieg an der Hitscheralm vorbeigehen. Nein, natürlich dorthin gehen, aber auch einkehren!

Harauer Spitze
Harauer Spitze

Die Harauer Spitze ist die nordöstliche Spitze eines langgezogenen Bergkammes nördlich des Walchsees. Auf diesem Kamm ist ein längere Wanderung möglich, beginnend mit dem Aufstieg vom Sportplatz Winkl und endend mit dem steilen Abstieg zur Haraualm oder zur Ottenalm. An der Nordseite geht es dann wieder über die Riederalm zurück. Neben en drei Almen ist es der bekannte Klettersteig an der Nordseite ein besonderes Merkmal dieses Kammes, den man aber als Wanderer nur zur Kenntnis nimmt.

Geigelstein
Geigelstein

Der Geigelstein ist unzweifelhaft der König der westlichen Chiemgauer Berge. Geradezu wohlwollend blickt er über die Grenze nach Süden in den Kaiserwinkl. Obwohl er knapp über 1800 m hoch ist, kann man ihn einfach erreichen, allerdings mit keinen kurzen Wegen. Aus dem Priental geht es ab Sachrang oder Innerwald los, aus dem Tiroler Achental ab Ettenhausen. Außerdem gibt es noch den Fernwanderweg, der von der Kampenwand kommt. Und etliche Hütten liegen auf diesen Routen auch am Wege.

Wandberg
Wandberg

Der Wandberg ist der obere Rand des ausgedehnten Wandergebietes in nördlichen Kaiserwinkl, also im Grenzbereich zu Bayern. Er ist einfach zu gehen, aber nur auf längeren Strecken zu erreichen. Von seinem Gipfel aus ist der Kaiserwinkl so gut zu überschauen, wie kaum von einem andern Platz aus. Außerdem gibt es in seiner Nähe mit der Burgeralm und der Wandberghütte zwei recht leistungsfähige Einkehrmöglichkeiten.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil beginnt mit einem kurzen, ebenen Anmarsch zum Mannerstädter Hof. Dann geht es über Wiesen und Wald bergauf bis kurz vor dem Parkplatz Feistenau. Nach der "Schönen Aussicht" geht es weiter bergauf mit einer kurzen Querpassage ehe das Gipfelkreuz erreicht ist. Anschließend kommt ein mehr oder weniger ebenes Wegstück, das am Gipfelkreuz des Karkopfs endet. Der folgende weiterweg geht durch den Wald bergab, zuletzt bis zur Wildbichlam. Dort beginnt dann der gleichmäßig steile Rückweg ins Tal mit dem Einbiegen auf den Parkplatz Ritzgraben.

Das Staudinger Gipfelkreuz steht an der Kante eines Hanges, mitten in der Wiese und weist weit hinein ins Inntal und zu den umliegenden Bergen. Es erinnert an Georg Ehrenstrasser, einen Bergfreund auf Kufstein und trägt zusätzlich auch seinen Namen. Die Holzbank davor ist leider schon arg morsch, vielleicht wird sie bald erneuert, der Ort hätte es verdient.

Der Ritzgraben ist der Ausgangspunkt der Tour mit dem Mannerstätter Hof. Über diese Wiese geht es bergauf. Im Hintergrund ist der Erlerberg mit seinen vielen Höfen zu erkennen.

Blick zurück nach Mittertrain an der Straße zwischen dem Walchtal und Sachrang. Dort zweigt der enge Weg zum Parkplatz ab, bzw. es geht hinauf zur Wildbichlalm und zur Burgeralm.

Und immer wieder der Blick ins Inntal mit Kufstein, dem Pendling (rechts) und der Alpenhauptkette im Hintergrund.

Aber auch nach Osten geht der Blick: hinüber zum Walchsee mit dem Ebersberg und zum Zahmen Kaiser. Weiter links (nicht mehr auf dem Bild) sieht man dann die Hitscheralm und den Brennkopf.

Und noch ein weiteres Gipfelkreuz steht am Weg: die Karspitze. Auch von dort ist die Sicht nach Süden bestens.

Immer wieder Almen und Bauernhöfe, das Markenzeichen des Kaiserwinkls. Am Fuße des Staudinger Kreuzes steht die Staudinger Alm, ein Bauernhof, der wohl noch im Haupterwerb bewirtschaftet wird.

Ebenfalls ein Bauernhof in sehr gutem, baulichen Zustand, die Karalm. Es gibt noch den Stall mit den Tieren, der Wohnbereich ist aber an Feriengäste vermietet.

Als ich vor etlichen Jahren die Karspitze schon einmal besuchte, stand an dieser Stelle noch die Grafenkoralm – es gibt sie nicht mehr. Es erinnert nur noch der Laufbrunnen daran, dass sie dort einmal stand.

Gabnhof an der Auffahrt zur Wildbichlam. Der wunderschöne Hof macht einen arg leidenden Eindruck. Am Balkon blühen noch Blumen und auch sonst sind noch Spuren der Nutzung zu sehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses herrliche Gebäude nicht verfällt.

Und immer wieder faszinieren die guten Fernblicke. Einer davon geht hinüber nach Nordwesten auf das Dach des Erlerbergs mit dem Spitzstein, über den die Grenze verläuft.

Ein anderer Blick geht in die entgegengesetzte Richtung hinüber zum Brennkopf (siehe Nachbarwenderungen) und zur Hitscheralm.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 01.07.2020