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Leutaschklamm



Leutaschklamm

Leutaschklamm - Wanderroute im Wettersteingebirge im Grenzbereich zwischen Mittenwald und Leutasch mit zwei Gesichtern: zunächst der spektakuläre Aufstieg durch die enge Gebirgsklamm, dann der beschauliche Weg über einen bewaldeten Bergrücken hinauf zur Ederkanzel. Im Bild: Höllbrücke über die Klamm mit der 30 m tieferen Leutascher Ache (Erstwanderung: Mai 2015; aktualisiert: April 2020)

Abstract
Tal, Schlucht, Klamm - das sind die Abtrennungen zwischen Bergen. Dabei steht die Klamm für einen sehr engen Abstand, meist eingegrenzt von hohen Felswänden mit einem durchfließenden Bach oder Fluss. Die Klammsohle vertieft sich laufend weiter. Die Schlucht ist etwas breiter, das Tal sehr weit. Eng stehende und verwinkelte Felswände sind natürlich immer eine besondere touristische Attraktion. Sehr oft sind solche Formationen für Wanderungen aufbereitet, beizeiten aber auch wegen technischer Probleme gesperrt.
Eine solche Formation - die Leutaschklamm - findet sich im Grenzbereich zwischen Mittenwald und Leutasch. Der dort durchfließende Fluss ist die Leutascher Ache, die nahe Mittenwald in die Isar mündet. Die Schlucht wurde vor einiger Zeit mit hohem Aufwand erschlossen und mit vielerlei Attraktionen versehen. Da die Strecken über weite Teile als Brücken und als Stege entlang der senkrechten Felswände verlaufen, ist das Durchwandern besonders spektakulär. Schwindelfreit sollte man unbedingt haben, Höhenangst darf nicht aufkommen.
Natürlich gehören Einkehrmöglichkeiten dazu. Am oberen Eingang in die Klamm steht das Klammstüberl, am unteren Ausgang ein Kiosk. Etwas entfernt davon wartet dann das Gasthaus Gletscherschliff. Falls man daraus eine Runde macht, kommt man auch noch zum Gasthof Ederkanzel.
Schwierigkeit:28.0mittel (27.5-40)
Tracklänge:11,0 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:450 mmittelgroß (400-800 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Römerweg Mittenwald 930
Eingang Klamm (Kiosk)944 0:18
Gasthaus Gletscherschliff1020 0:12
Eingang Klamm (Kiosk)944 0:10
Ende Wasserfallweg (Kiosk)944 0:16
Panoramabrücke1031 0:24
Höllbrücke1043 0:20
Rückkehr Höllkapelle (Höllbrücke)1043 0:10
Klammstüberl Leutasch1050 0:23
Einmü. Grünkopfkamm1162 0:29
Ederkanzel1210 0:20
Parkplatz Römerweg Mittenwald 930 0:58
Gebirge, Lage, Karte
Wettersteingebirge, Leutaschgruppe; liegt im Nahbereich von Mittenwald, Rundwanderung nach Süden und Westen. Karten: AV Digital 2016 (USB Edition) 3D, Wetterstein Ost, bzw. GPS Garmin Oregon 600, TransAlpin V4 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
18.05.2015; Renate hat mich auf dieser Runde begleitet. Außer uns waren noch etliche Wanderer unterwegs, vornehmlich in der Leutaschklamm. Aber auch am Aufstieg zum Grünkopfkamm trafen wir einige Wanderer. Die Wirtin der Ederkanzel hat sich allerdings gefragt: "wo bleiben denn heute die Wanderer"? Es herrschte frühsommliches Wetter mit blauem Himmel und leichten Dunststreifen. In freien Abschnitten war es sogar heiß, ansonsten angenehm kühl. Gegen Abend kamen Gewitter auf, es hat uns aber keines getroffen. Die Fernsicht war prima und man hatte dazu an mehreren Stellen gute Gelegenheit, insbesondere auf der Ederkanzel in Richtung Leutascher Berge und am Gasthof Gletscherschliff ins Karwendelgebirge.
Erreichte Gipfel
Auf dieser Tour wird kein Gipfel erreicht, das war auch nicht vorgesehen. Der höchste Punkt ist die Ederkanzel mit 1210 m.
Alm(en), Hütt(en):
Gletscherschliff , Klammstüberl Leutasch , Ederkanzel, Außer den Hütten, in die wir einkehrten, sind noch der Klammkiosk am Eingang zum Wasserfallsteig (u.a. Eintrittskasse), die Höllkapelle und die Eustachiuskapelle oberhalb Mittenwald zu erwähnen (beide liegen unweit der Straße von Mittenwald nach Leutasch).
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkgelegenheiten nahe Römerweg im Süden von Mittenwald; Adresse: Römerweg 5, 82481 Mittenwald. Koordinaten: N = 47.435281, E = 11.258473; Geographische Daten: N = 47°26'07.0'', E = 11°15'30.5''; UTM-Daten: Z = 32T, E = 670299, N = 5256010. Gauß-Krüger: R-E = 4444168.820, H-N = 5255464.018. Die Tour kann aber auch jederzeit am oberen Ende der Klamm gestartet werde, also auf Tiroler Seite. Dort gibt es einen großen, gebührenpflichtigen Parkplatz. Der Ausgangsort in Mittenwald ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Benutzung von Rollstühlen durch die Klamm ist nicht möglich, ebenso der Aufstieg zur Ederkanzel nicht.
Vom Parkplatz nahe dem Römerweg die Innsbrucker Straße nach Süden gehen bis zur Isarbrücke. Vor der Brücke rechts abbiegen (Wegweiser) und entlang des Waldes bis zum Eingang in die Schlucht weiterwandern. Dort erst einmal geradeaus weiter und Aufstieg zum Gasthaus Gletscherschliff. Wieder zurück bis zum Eingang in die Schlucht. Hin- und Rückweg in die Schlucht bis zum Ende des Steiges (Wasserfall). Anschließend neben dem Kiosk den Aufstieg zur Panoramabrücke wählen (es gibt ein Gletschertagebuch in Form etlicher Tafeln am Weg). Ab der Brücke wäre der Rückweg auf der Südseite der Klamm zum Gasthaus Gletscherschliff möglich. Wir aber stiegen weiter auf dem Steig hoch, wählten den kurzen Abstecher zur Höllbrücke und gehen nach dem Überqueren der Höllbrücke den Steig bis zu seinem Ende; aus Tiroler Sicht ist der jedoch der Anfang. Zum Eingang Klammstüberl ist es nur noch ein kurzer Weg durch den Wald. Vom Klammstüberl geht es ein kurzes Stück auf der Straße in Richtung Mittenwald, ehe der Aufstieg zum Grünkopfkamm und weiter zur Ederkanzel links abzweigt. Ab der Ederkanzel den Steig Richtung Mittenwald wählen, an der Eustachiuskapelle vorbei, zweimal die Straße überqueren, ehe man zum Ausgangspunkt zurückkommt.
Anmerkungen:
Die Leutascher Klamm weist im Grunde drei Steige auf, die alle reich beschildert mit Informationstafeln sind: zunächst gibt es den "Wasserfallsteig", der nur etwa 200 m tief von unten in die Schlucht führt und am Wasserfall endet. Dieser Steig kostet Eintritt, alle anderen Strecken sind gebührenfrei. Der zweite Weg ist der "Koboldpfad", der am Kiosk beginnt, nördlich der Klamm durch den Wald bis zur Panoramabrücke führt, dort die Schlucht in luftiger Höhe überquert und in großem Bogen über das Gasthaus Gletscherschliff zum Kiosk zurückführt. Zuletzt gibt es den "Klammgeistweg" der nahe dem Klammstüberl beginnt, ein Stück im Wald talwärts dahinführt und dann abzweigt. Dort geht er die gesamte Schlucht als eiserner Steg in luftiger Höhe an der Wand entlang, überquert zunächst die Höllbrücke, dann die Panoramabrücke und führt südlich der Schlucht im großen Bogen nach rechts wieder zurück. Der Rest ist einfach geschildert: der beschauliche Waldweg geht hoch zur Ederkanzel, an der man herrliche Fernblicke in alle Richtungen hat. Für Kinder ist auf dieser wenig anstrengenden Tour viel zu sehen und zu erleben, aber Achtung: Schwindelfreiheit ist Voraussetzung und Höhenangst darf ebenfalls nicht aufkommen.

Benachbarte Wanderungen

Ganghoferweg
Ganghoferweg

Ganghofer, wer kennt den Heimatdichter nicht. Er hatte ein kleines Schloss im südlichen Wetterstein, westlich der Leutasch, ein wirklich schöner Platz. Dorthin lud er immer wieder seine vielen Freunde zu rauschenden Festen ein und alle kamen gerne. In Erinnerung an ihn kann man den "Ganghoferweg" gehen. Es ist eine recht gemütliche Rundtour, die auch die Oma schafft. Selbstverständlich liegen etliche Einkehrhütten auf der Strecke.

Schönberg Wetterstein
Schönberg Wetterstein

Berge mit dem Namen "Schönberg" gibt es mehrere. Gemeint ist derjenige, der südlich des Wettersteinhauptkammes liegt, also in Tirol. Eigentlich hat er keine Spitze, es ist nur eine Kuppe. Mit seinem Namen sind die Rotmoosalm und die Hämmermoosalm unweigerlich verbunden, die kennt fast jeder. Erstere liegt oben knapp unter dem Gipfel, die andere an seinem Fuß. In einer Rundtour sind Berg und Almen recht gut zu erreichen, allerdings etwas anstrengend.

Rauthhütte-Tour
Rauthhütte-Tour

Die Rauth-Hütte ist ein recht bekannter und beliebter Berggasthof am östlichen Fuß der Hohen Munde, gut 400 Meter über dem Tal. Von ihr aus starten sehr oft die Besteigungen dieses Berges, dem bekanntesten Gipfel der Mieminger Nordkette. Nachdem ein früherer Lift nicht mehr existiert, ist man gezwungen, zu Fuß aufzusteigen. Für viele ist das eine reguläre Tour, ein weiteres Ziel war ohnehin nicht ins Auge gefasst. Oben gibt es dann eine ordentliche Einkehr und nach der Rückkehr zum Parkplatz wartet der "Mundestadl" mit Kaffee und Kuchen. Was will man mehr.

Kranzberg
Kranzberg

Der Kranzberg ist der Mittenwalder Hausberg schlechthin, was die westliche Seite angeht, muss man hinzufügen. Mit einer Seilbahn gut erschlossen, bildet er auch für weniger konditionsstarke Personen vielerlei Wandermöglichkeiten. Hinzu kommt, dass er an allen Seiten mit Almen und Einkehrhütten gut bestückt ist. Zu einer Favoritentour zählt bestimmt der Aufstieg (oder die Bahnfahrt) ab Mittenwald hinauf zum Gipfel und der Rückweg nach Süden hinunter zum Ferchensee und Lautersee.

Brunschkopf
Brunschkopf

Der Brunschkopf ist die südöstlichste Ecke des Wettersteingebirges. Mit etwas mehr als 1500 Metern ist er nur etwa halb so hoch wie die benachbarte "Hohe Munde". Aber es zieht sich ein gutes Netz an Wanderwegen in Form ausgewiesener Trails über diesen "Buckel", eingerahmt von der Möserer Seestube und der Wildmoosalm. Vielleicht wird der eine oder andere auch noch auf den "Lottensee" und den Wildmoossee" aufmerksam. Sie sind sogenannte "periodische Seen", d.h. im Abstand von mehreren Jahren führen sie Wasser und trocknen dann aus, ehe das wieder von vorne beginnt.

Grünkopf
Grünkopf

Der Grünkopf nahe Mittenwald zählt zu den östlichen Spitzen des Wettersteingebirges. Mit seinen knapp 1600 m Höhe ist er aber deutlich niedriger als die Wettersteinspitze. Dadurch eignet er sich auch für Wanderungen im üblichen Rahmen. Dem kommt entgegen, dass auf halbem Wege mit der Ederkanzel eine willkommene Einkehrhütte steht. Sofern man das möchte, könnte man auch auf der Westseite des Berges zum Ferchensee oder auf der Südseite über den Franzosenweg in die Leutasch absteigen.

Bilder zur Wanderung

Zwei Brücken überqueren die Klamm. Neben der weiter oben liegenden Höllbrücke (siehe Titelfoto) gibt es noch die Panoramabrücke, von der aus man Fernsicht ins Isartal und zu dem gegenüber liegenden Karwendelgebirge hat.

Auf einer Strecke von mehr als 1000 m führt ein eiserner Steg etwa 30 – 40 m hoch über dem Grund durch die Schlucht. Wer diese Strecke durchwandern will, sollte unbedingt schwindelfrei sein.

Am Eingang in den Wasserfallsteig verlässt man Bayern und befindet sich in Tirol; die gesamte Schlucht ist tirolerisch. Ein altes Schild weist auf diesen Umstand hin.

Ein kurzes Stück in der Schlucht befindet sich der Wasserfall; dort stürzt das Wasser ca. 15 m hoch über die Felsen und schäumt und tost gewaltig.

An solch bedrohlichen Orten findet man immer wieder religiöse Symbole, z.B. eine sehr gepflegte Madonna.

Am Ausgang der Schlucht beruhigt sich das Wasser überraschend schnell und auch der Kiosk trägt zur Ruhe und Freundlichkeit bei.

Gletscherschliff nahe des gleichnamigen Gasthauses. Gletscher sind keine statischen Eismassen, sondern eher ein "Brei" der sich durch ein Tal wälzt. Dabei kommt es zum Abschliff des Gesteins an den Rändern und auf dem Grund. An den Karwendelbergen sind solche Abschliffe bis auf eine Höhe von 2000 m zu beobachten.

Ruhiger Waldpfad am Aufstieg zur Ederkanzel – das krasse Gegenstück zur tosenden Schlucht, das den zweiten Teil dieser Tour kennzeichnet.

Mit dazu gehören auch Grenzsteine mit der Jahreszahl 1844, den Buchstaben "B" (Bayern) und "T" (Tirol), sowie einer fortlaufenden Nummer. Die Grenzsteine sind oft neu lackiert, die Waldschneisen sind zwar noch sichtbar, aber nicht mehr so deutlich zu erkennen.

Ederkanzel, der Bergasthof, der sich aus einer Jagdkanzel zu einem beliebten Gasthof entwickelt hat. Er steht an einem strategisch sehr günstigen Platz auf einer Bergkuppe.

Blick von der Ederkanzel ins Leutaschtal. Im Hintergrund ist die Hohe Munde zu sehen, die bereits am Südrand des Wettersteingebirges zu den Innbergen zählt. Rechts davon stehen Gehrenspitze und Öfelekopf, dahinter sind die Dreitorspitzen zu erkennen.

Blick ins Isartal zwischen Mittenwald und Scharnitz. Typisch für diese Landschaft sind die vielen hölzernen Heuschober, in denen das Winterfutter für die Tiere lagert. Im Hintergrund und links ist das Karwendelgebirge zu sehen.

Höllkapelle – eine vergleichsweise große, privat gestiftete Kapelle mit Altar. Aktuell ist das Dach wohl undicht geworden und wird sicher bald repariert.

Eustachiuskapelle nahe Mittenwald. Auch sie ist sehr gepflegt. Eustachius ist einer der vierzehn Nothelfer und Schutzpatron der Schützen.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 21.10.2020