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Hohe Loog



Hohe Loog

Hohe Loog - der sanfte Höhenrücken auf dessen Scheitel das Hohe-Loog-Haus steht. Die "Loog" ist ein Synonym für eine Grenze. Einen Berg und zwei Hütten gibt es im Pfälzer Wald mit diesem Namen. Es ist eine leichte Rundwanderung mittlerer Länge mit dem Besuch dreier PWV-Hütten: Hohe-Loog-Haus, Kalmit-Haus und Totenkopf-Hütte. Im Bild: Blick vom südlich liegenden Taubenkopf auf den flachen Höhenzug "Hohe-Loog". Der Berg ist fast ganz bewaldet. Lediglich an der höchsten Stelle hat er eine Lichtung, auf der die PWV-Hütte steht. Der eigentliche Gipfel ist nur wenige Meter höher als das Haus und völlig unscheinbar (Erstwanderung: Juni 2011; aktualisiert: Januar 2021)

Abstract
Die "Hohe Loog" ist einer der drei Großen des Pfälzer Waldes in der ersten Reihe, zusammen mit Kalmit und Weinbiet. Sie steht in direkter Nachbarschaft zur Kalmit, hat aber einen völlig anderen Charakter. Ein klassischer Berggipfel ist es nicht, eher ein langgezogener Bergkamm. Einen "Gipfel" hat sie zwar auch, der ist aber recht unscheinbar und als Wanderziel nicht attraktiv. Von der offenen Südlage am Kamm sagen die Pfälzer, dass dort die höchstgelegenen Reben der Pfalz stünden. An der Südwand des Hohe-Loog-Hauses stehen nämlich einige Spaliere dieser Pflanze, die recht gut wachsen.
Der von West nach Ost verlaufende Kamm ist völlig bewaldet. Nur nahe der höchsten Stelle gibt es eine Lichtung nach Süden, auf der das "Hohe Loog Haus" steht. Es ist altes Grenzgebiet in dem sich Kirche und Adel ständig abwechselten, wie so viele Berge und manchmal auch Täler in der Pfalz. Nicht selten ist das von kriegerischen Auseinandersetzungen begleitet gewesen. Daher auch der Name "Loog" - er bedeutet Grenze.
Die Hohe Loog kann mittels Wanderrouten aus vielen Richtungen angesteuert werden. Die einfachste Strecke beginnt sicher auf dem Parkplatz Hahnenschritt, vom dem wir auch losgingen. Andere Routen führen über das Hambacher Schloss oder kommen aus dem Kaltenbrunnertal. Für sich alleine ist die Tour sehr leicht und kurz. Es bietet sich an das mit einem weiteren Gipfel zu verbinden, sei es die Kalmit, der Taubenkopf oder der Nollenkopf (siehe Nachbartouren).
Schwierigkeit:26.0leicht (<27.5)
Tracklänge:11,8 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:3:45 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:376 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Hüttenhohl L514/L515490
Parkplatz Hahnenschritt558 0:25
Bildbaum567 0:25
Hohe Loog Hütte619 0:10
Parkplatz Hahnenschritt558 0:25
Kalmit mit Kalmithaus673 0:30
Parkplatz Hüttenhohl490 1:00
Totenkopfhütte513 0:25
Parkplatz Hüttenhohl490 0:25
Gebirge, Lage, Karte
Naturpark Pfälzer Wald, Oberhaardt; die Hohe Loog steht westlich von Maikammer. Unsere Tour führte von Westen auf den Kamm und anschließend auf die südlichere Kalmit. Beide Berge sind jedoch eigenständig und jeder für sich ist einen Besuch wert. Karten: Topografische Karte (1: 25000), Blatt 6 "Oberhaardt von Neustadt an der Weinstraße bis zum Queichtal". bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
04.06.2011; Renate hat mich begleitet. Außer uns waren an allen Streckenteilen zahlreiche Wanderer und Mountainbiker unterwegs. Es ist halt eine Gegend, die für leichte Wanderungen geradezu prädestiniert ist. Die beiden Wanderparkplätze westlich der Kalmit tragen dem zu allen Zeiten zu erwartenden Ansturm Rechnung. Am Himmel zeigten sich leichte Schleierwolken, trotzdem war es durchgehend sonnig. In späteren Verlauf der Tour kam leichte Schwüle auf, aber es blieb trocken. Für die Jahreszeit war es daher relativ warm, daran konnte ein leichter Wind nichts ändern.
Erreichte Gipfel
Diese Wanderung führt über zwei der wichtigsten Gipfel des Pfälzer Waldes, nämlich Hohe Loog mit 619 Meter Höhe und Kalmit mit 673 Meter. Trotzdem liegt die Höhensumme unter 400 Metern, da der Ausgangspunkt schon auf fast 500 Metern liegt.
Alm(en), Hütt(en):
Hohe-Loog-Haus, Kalmithaus, Totenkopfhütte, Die einzige Schutzhütte auf man trifft, ist die Hüttenberghütte auf 591 Meter am Westaufstieg zur Kalmit.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Parkplatz Hüttenhohl; an der Abzweigung L 515 - L 514 westlich von St. Martin; Adresse: Totenkopfstraße, D-67487 Maikammer. Koordinaten: N = 49.317493, E = 8.066597; Geographische Daten: N = 49°19'02,9'', E = 8°03'59.7''; UTM-Daten: Z = 32U, E = 432164, N = 5463170; Gauß-Krüger: R-E = 3432213.125, H-N = 5464916.919. Ein weiterer Parkplatz wäre der Hahnenschritt an dem die Strecke ohnehin vorbei geht. Koordinaten dieses Platzes: N = 49.323860, E = 8.081649; Geographische Daten: N = 49°19'25,9'', E = 8°04'53,9''; UTM-Daten: Z = 32U, E = 433266, N = 5463864; Gauß-Krüger: R-E = 3433316.072, H-N = 5465611.603. Der Parkplatz Hüttenhohl ist mit öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen; dort befindet sich eine Haltestelle für den Bus. Die Nutzung von Rollstühlen und Kinderwägen ist auf Teilen der Strecke möglich, insgesamt aber nicht zu empfehlen.
Vom Parkplatz Hüttenhohl die L 515 überqueren und in nordöstlicher Richtung parallel zur Straße leicht bergauf zum Parkplatz Hahnenschritt gehen. Diesen nach Norden überqueren und anschließend der Markierung (roter Punkt) folgen. Sie führt ohne weitere unklar Stellen über den Bildbaum zur Hohe Loog. Der Rückweg erfolgt zunächst bis zum Parkplatz Hahnenschritt. Dann beginnt der Aufstieg zur Kalmit auf deren Nordseite. Erst einmal bleiben wir etwa 100 m nach links auf der Straße und biegen dann rechts ab auf den mittelschweren Steig, der bergauf direkt zur Kalmit verläuft. Der Abstieg beginnt in Richtung oberer Parkplatz, aber nicht auf der Straße, sondern auf dem parallelen Steig. Dort geht es nach links auf den Kamm und durch das Felsenmeer (weiß/grüne Markierung) über die Hüttenberghütte zum Parkplatz. Nun folgt der dritte Teil der Wanderung mit dem Gang zur Totenkopfhütte. Dazu verläuft südlich der Straße ein gut zu gehender Waldweg. Erst an der Hütte muss man dann die Straße wieder überqueren. Der Rückweg zum Parkplatz verläuft wie der Hinweg.
Anmerkungen:
Bevor wir diese Route gingen, hatte ich die Kalmit besucht. Ich empfand das als recht einfach und wollte eine etwas größere Tour daraus machen. Hinzu kam, dass mir der Besuch von Einkehrhütten immer schon am Herzen liegt und sie jeweils ein wichtiges Kriterium in der Planung waren (und immer noch sind). Diese Strecke bietet die Möglichkeit deren drei auf einmal zu besuchen: Hohe Loog-Haus, Kalmit-Haus und Totenkopfhütte. Am Kalmit-Haus und am Hohe-Loog-Haus war ich zwar früher schon einmal, die Totenkopfhütte hatte ich aber noch nicht gesehen. PWV-Hütten kann man im Pfälzer Wald eigentlich nur in den Ferien oder an Wochenenden geöffnet vorfinden. Nur wenige weisen eine so gute Lage auf, dass es sich für einen Pächter lohnt, sie im Hauptberuf zu betreiben. Sie werden überwiegend von den Vereinsmitgliedern im Ehrenamt bewirtschaftet und können deshalb nicht permanent zur Verfügung stehen. Die Strecke die wir uns aussuchten, ist ohne technische Schwierigkeiten zu gehen, für Anfänger vielleicht ein wenig lang. Aber es besteht die Möglichkeit, Teile davon wegzulassen, namentlich den Gang zur Totenkopfhütte. Insgesamt zählt sie aber immer noch zu den "leichten" Touren. Und es ist ein schönes Gefühl gleich zwei der drei "Großen" auf einmal besucht zu haben.

Benachbarte Wanderungen

Hochberg (Edenkoben)
Hochberg (Edenkoben)

Hochberg - wie der Name sagt, einer der höheren Berge des Pfälzer Waldes. In direkter Nachbarschaft zur Kalmit steht er, etwas südlicher. Aber er zeigt sich ganz anders. Sein Gipfel ist vollständig bewaldet und nur ein von Hand aufgetürmter Steinhaufen zeigt an, wo die höchste Stelle ist. Der Aufstieg erfolgt üblicherweise ab dem Wetzbrunnen. Er ist aber nur ein Zwischenziel einer etwas längeren Runde nach Westen über die Edenkobener Hütte (Hüttenbrunnen) und die Lolosruhe zum Hüttenhohl. An mehreren Stellen dieser Runde finden sich Parkplätze, man kann auch von dort losgehen.

Kalmit
Kalmit

Kalmit - mit 673 Metern der höchste Berg und damit der Stolz der Vorderpfalz, sollte bei allen Wanderfreuden ganz oben auf der Liste stehen. Er bietet leichte Aufstiegsrouten und hat trotzdem einiges zu bieten. Allem voran ist die Fernsicht in die Rheinebene mit den vielen Rebanlagen und den dazwischen verstreuten Orten zu nennen. Und das sind ja wohl wesentliche Teile des dortigen Wanderparadieses. Außerdem steht mit dem Kalmithaus eine PWV-Hütte dort oben, die für Speis und Trank in Form von Pfälzer Spezialitäten sorgt, allerdings nicht immer geöffnet ist.

Platte (Pfalz)
Platte (Pfalz)

Platte - eigentlich kein Berg, sondern eher eine Hochfläche. Sie liegt schon ein gutes Stück westlich der glanzvollen Berge an der östlichen Kante des Pfälzer Waldes. Aber sie hat auch so ihre Besonderheiten. Los geht erst einmal im Heidenbrunnertal. Von dort führt ein Waldweg hinauf zur "Kleine Ebene". Das ist aber noch nicht die höchste Stelle, die liegt weiter südlich. Dann geht es bergab über das Hellerplatzhaus zur Kaltenbrunner Hütte. Über die Kleine Ebene schließt sich die Runde.

Taubenkopf
Taubenkopf

Taubenkopf - der fast unbekannte Berg ist eher der Bauer zwischen den beiden Herrschern Kalmit und Hohe Loog. Kaum ein Wegweiser führt zu ihm hinauf. Dorthin kommt man nicht per Zufall, man muss diesen Kopf gezielt ansteuern. Die beiden Nachbarn meidet man tunlichst und über zwei kleinere Täler (Alstertal am Aufstieg und Klausenthal am Abstieg) sucht man sich seinen Weg. Einkehren kann man im Schützenhaus Alsterweiler, in der bekannten Klausentalhütte - oder mit einem Abstecher - im Zeter Berghaus.

Nollenkopf
Nollenkopf

Nollenkopf - das ist der Berg "hinter" dem Hambacher Schloss. Von Süden führt der breite "Kanonenweg" auf seinen Gipfel, hoch und steil über Neustadt a.d. Weinstraße. Französische Truppen brachten im Pfälzer Erbfolgekrieg dort ihre Kanonen in Stellung und attackierten die Stadt unter ihnen. Die Wanderroute führt erst zum Hambacher Schloss, dann im Dreick zur Hohe Loog, zum Nollenkopf und wieder zurück ins Klausental, vorbei an Aussichtspunkten und einem Sühnekreuz. Dreimal, resp. viermal gibt es die Möglichkeit zur Einkehr.

Ueberzwerchberg
Ueberzwerchberg

Überzwerchberg - er liegt ebenfalls wie die Platte ein gutes Stück in den Bergen drin. Man könnte ihn als die deutlich erweiterte Runde über die Platte ansehen. Das beginnt zwar am gleichen Ausgangspunkt (Heidenbrunnertal), geht aber zunächst noch ein Stück weiter nach Westen. Am Rückweg folgt ein Abstecher über den recht spannenden Königsberg nach Osten. Hellerplatzhaus, Kaltenbrunner Hütte und Heidenbrunnertal sind die gleichen Einkehrmöglichkeiten.

Wolfsberg (Neustadt)
Wolfsberg (Neustadt)

Wolfsberg bei Neustadt - etwas abwertend könnte man sagen, das ist nur eine Schulter des Weinbiets. Aus dem Meisental geht es erst nach links zur Ruine Wolfsberg und dann auf der Südroute hoch zum Weinbiet. Und auch der Rückweg verläuft nicht auf der Hauptroute, sondern westlich davon zum Bismarckstein und zur Gaststätte Ludwigsbrunnen. Erwähnenswert ist neben der Ruine Wolfsburg mit der dortigen Burgschänke auch der "Steinerne Hirsch", eine recht sonderbare Eingravierung in einer Steinplatte.

Bilder zur Wanderung

Die Gegend westlich der Kalmit ist wandertechnisch sehr gut ausgerüstet. Zwei Parkplätze bieten vielen Wanderern die Möglichkeit, von dort zu starten. Einer dieser Plätze weist eine Haltestelle eines öffentlichen Buses auf. Im Bild: der Parkplatz Hahnenschritt ist von der Straße (L 515) ein paar Meter zurück gesetzt und bieten dann genügend Platz. Links am Bildrand ist der Eingang auf den Pfad zu finden, der zum anderen Parkplatz führt.

Der Parkplatz Hahnenschritt ist ein besonderer Treffpunkt zahlreicher Routen. Man muss die Wegweiser schon genau studieren, um den richtigen Weg zu finden. Manche der Strecken gehen deutlich sichtbar los, andere sind ein wenige hinter Bäumen versteckt.

Wanderungen in den Pfälzer Bergen bedeuten vor allem eines: viele bewaldete Berge, die auf dieser Tour reichlich zu sehen sind. Scheinbar ungeordnet stehen sie in der Landschaft. Selbst für einen guten Experten dürfte es schwer werden, sie alle auf Anhieb zu mit dem Namen zu nennen.

Ankunft am Hohe-Loog-Haus. Eigentümer ist die PWV-Ortsgruppe Hambach. Es ist ein sehr schönes, zweigeschossiges Gebäude mit einer leistungsfähigen Gastronomie. Durch die vielen Möglichkeiten der Zustiege kommen bestimmt zu allen Zeiten Wanderer an, die alle Hunger und Durst haben. Übernachtungen sind nicht möglich.

Nur wenige Meter östlich des Hauses befindet sich der "Gipfel" der Hohe Loog. Er ist locker bewaldet und wird eigentlich nur als Spielplatz für die Kinder benutzt. Ich bin sicher, vielen Gästen fällt er gar nicht auf.

Totenkopfhütte, eine weitere Einkehrmöglichkeit auf dieser Wanderung, Sie ist diejenige, die mit dem Auto zu erreichen ist. Ganz in der Nähe gibt es sogar einen Campingplatz. Sie hat eine recht traurige Geschichte: in der Silvesternacht 1959/60 fand ein Überfall mit Brandstiftung statt durch eine Bande, die zuvor den Wirt der benachbarten Hellerhütte ermordete.

Aber auch das ist zu sehen: auf einem lockeren Waldstück stehen am Wegrand allerlei Pflanzenarten, darunter auch der Rote Fingerhut.

Natur und Kultur gehören zusammen. An einem Baum ist eine überdachte Tafel mit einem Bild der Madonna angebracht. In der Regel finden solche Kulturdenkmäler wenig Beachtung. Da der Baum aber an einer Kreuzung etlicher Wanderwege steht, kann er eigentlich von keinem übersehen werden.

Am Abstieg vom Kalmithaus zum Parkplatz Hüttenhohl kommt man durch das Felsenmeer. Am dortigen Bergkamm türmen sich hohe Felssteine auf, über die der Pfad drüber, vorbei oder hindurch führt.

Das erste Mal besuchte ich das Hohe Loog Haus im Jahre 2003 mit einer Gruppe von Wanderfreunden aus Bühl. Obwohl es erst März war, wärmte die Sonne ordentlich auf. Man sieht den Personen die Freude über diesen schönen Tag auf der Bank vor dem Haus so richtig an. Das mögen die Wanderfreunde.

 

 

 

 

 

 

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