Logo Bergwandern

Almen und Berge

Impressionen aus den Bergen

Wanderungen

Drachenfels



Drachenfels

Drachenfels - das ist ein kurzer Felsriegel mit einem westlichen und einem südlichen Aussichtspunkt im Staatsforst westlich von Bad Dürkheim. Ausgangs- und Endpunkt der Rundwanderung ist der Wanderparkplatz nahe der Gaststätte Saupferch. Zusätzlich führt der Weg auch noch über die bekannte Hütte am Lambertskreuz. Im Bild: Der Gipfelbereich des Südfels mit den großen Steinplatten wird als Kultstätte gepflegt und beansprucht. Ehemals stand da ein Gipfelkreuz; die Halterung ist noch zu sehen. Warum das Kreuz nicht mehr dort steht, ist nicht bekannt. Zur Vermeidung einer Verwechslung: nahe Busenberg gibt es einen weiteren Drachenfels, ebenso in Königswinter am Rhein.

Abstract
In der nördlichen Hälfte des Naturparks Pfälzer Wald führen zwei Bundestraßen aus der Rheinebene nach Westen: die B 37 ab Bad Dürkheim über Frankenstein nach Kaiserslautern. Die B 39 beginnt südlich davon in Bad Neustadt und mündet in Frankenstein in die B 37 ein. Im westlichen Teil des dadurch entstandenen Dreiecks steht der bekannte Drachenfels. Es ist ein nicht ganz kurzer Felsriegel, der im Westen und Süden je einen Aussichtspunkt aufweist: den Westfels und den Südfels.
Mit Wanderrouten ist dieses Ziel von zwei Ausgangspunkten zu erreichen. Aus Norden ab dem Parkplatz Saupferch, aus Süden ab Neidenfels oder Lambrecht. Die hier beschriebene Route beginnt mit der Fahrt auf der B 37 durch das Tal der Isenach (vorbei an der Alten Schmelz) und biegt dann nach links in das Stütertal ein. Es folgt der Aufstieg zum Westfels, geht dann weiter über den Südfels und die "7-Wege-Kreuzung" zum bekannten "Lambrechtskreuz" (mit der genau bekannten Hütte). Der Rückweg führt dann steil bergab und durch das Dreibrunnental zurück zum Saupferch.
Zweimal besteht die Möglichkeit zur Einkehr: zentral gelegen erreichen wir die Lambrechtskreuz-Hütte (nachdem der größte Teil der Anstrengungen bereits hinter uns ist) und nahe am Ausgangspunkt steht dann noch das Gasthaus "Saupferch". Und das ist auch gut so. Mit einer Strecke von fast 14 km, einer Höhensumme von knapp 400 Metern und einer reinen Gehzeit von 4:00 Stunden ist das für die Verhältnisse im Pfälzer Wald keine kleine Wanderung. Verpflegung in dieser Form ist sehr willkommen (man denke nur an Bratwürste oder Saumagen).
Schwierigkeit:29.5mittel (27.5-40)
Tracklänge:13,6 kmmittellang (8-15 km)
Wanderzeit:4:00 h*mittellang (3-5 h)
Höhensumme:396 mgering (0-400 m)
 
(*) In der Wanderzeit sind auch kleine Pausen zum Schauen und Fotografieren enthalten. Längere Pausen auf Gipfeln oder in der Hütte sind nicht enthalten.

Markante Punkte Höhe (m) ü NN Gehzeit (h:min) *) Entfernung
Parkplatz Saupferch237
Gasthof Saupferch244 0:050,30
Westfelshütte 410 0:251,60
Westfels (Gipfel)550 0:250,80
Südfels (Gipfel)571 0:180,80
7-Wege-Kreuzung439 0:342,30
Südkehre492 0:252,70
Lambertskreuzhütte464 0:100,60
Erster Weg335 0:201,70
Rettungspunkt 6514-686317 0:383,00
Waldgaststätte Saupferch244 0:403,80
Parkplatz Saupferch237 0:050,30
Gebirge, Lage, Karte
Pfälzer Wald, Staatsforst Bad Dürkheim. Das Wandergebiet liegt im westlichen Teil des Straßendreiecks von B37 und B39 im Herzen des Pfälzer Waldes. Karte: Topografische Karte (1:25000), Blatt 4, "Mittel- und Unterhaardt mit Bad Dürkheim und Leinigerland", bzw. GPS Garmin Oregon 600, TOPO Deutschland V 7 Pro.
Datum, Begleiter, Wetter
05.09.2012; Diese Tour ging ich alleine und das trifft auf den größten Teil der Strecke wortwörtlich zu. Lediglich von der 7-Wege-Kreuzung bis zum Lambertskreuz ging ein Ehepaar aus Bad Dürkheim mit mir zusammen. Die PWV-Hütte Lambertskreuz war aber trotzdem propevoll. Offenbar kamen die vielen Wanderer alle über den "Rentner-Rennweg" vom Rotsteig. Am Gasthof Saupferch war große Flaute, kein Wunder, der Wirt betrieb an diesen Tagen einen Stand auf dem Bad Dürkheimer Wurstmarkt. Es herrschte spätsommerliches Wanderwetter. Morgens strahlte noch der Himmel in kräftigem Blau, später zogen Schleierwolken auf und es kam zu Eintrübungen. Es blieb den ganzen Tag trocken, mit angenehmen Temperaturen. Die Fernsicht war gut, aber nicht überragend.
Erreichte Gipfel
Zwei Gipfel hat diese Wanderung: den Westfels mit 550 m Höhe und den etwa 800 Meter entfernten Südgipfel mit 571 m Höhe. Direkt unter diesem Gipfel befindet sich die Drachenfelshöhle.
Alm(en), Hütt(en):
Lambertskreuz, Saupferch, Außer den beiden Einkehrhütten ist sonst nur noch die Westfelshütte zu nennen, eine Schutzhütte auf 410 m Höhe. Da sie fernab von jedem sonstigen Weg steht, wird sie wohl nur in dringenden Fällen in Anspruch genommen.
Ausgangspunkt, Koordinaten, Route
Waldparkplatz "Saupferch". Zufahrt von der B37 Bad Dürkheim-Kaiserslautern; nach der Abzweigung geht es etwa 2 km auf schmaler Straße zum Parkplatz. Adresse: Waldgaststätte Saupferch, Jägertal, D-67098 Bad Dürkheim. Koordinaten: N = 49.439480, E = 8.051469; Geographische Daten: N = 49°26'22.1'', E = 8°03'05.3''; UTM-Daten: Z = 32U, E = 431235, N = 5476745; Gauß-Krüger: R-E = 3431283.755, H-N = 5478497.323. Der Ausgangspunkt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen. Ebenso ist es nicht möglich, auf der Strecke Rollstühle oder Kinderwägen zu nutzen.
Vom Parkplatz gehen wir geradeaus weiter, am Gasthaus Saupferch vorbei und halten uns etwas später rechts auf die blaue Markierung. Sie führt zur Westfelshütte und dann nach einem Knick in der Richtung steil bergauf weiter zum Westfels. Auf dem Kamm gehen wir nach Südosten bis zum Südfels bzw. zur Drachenhöhle. Dann folgt der Abstieg auf der blauen Markierung bis zur 7-Wege-Kreuzung. Nachdem wir uns gründlich umgesehen haben, wählen wir die rote Markierung und kommen dann im großen Bogen (mit einer engen Kehre) zum Lambertskreuz. An der Hütte vorbei geht es auf der blau/roten Markierung den Pfad bergab (1-€-Jobber-Weg). Zunächst bleiben wir rechts des Baches. Später - am Rettungspunkt 6514-686 überqueren wir den Bach und gehen dann auf der linken Seite weiter bis zum Saupferch. Dort müssen wir noch ein paar Meter zum Gebäude aufsteigen, ehe es zum Parkplatz zurückgeht.
Anmerkungen:
Der Drachenfels ist ein beliebtes Wanderziel, das man entweder aus Süden (Lambrecht, Neidenfelds) oder aus Norden (Saupferch) gleichermaßen gut erreichen kann. Meist wird die Anreise jedoch nach Lambrecht gewählt werden, da sie kürzer und einfacher ist. Der Aufstieg von der anderen Seite ab dem "versteckten" Saupferch verspricht dann Stille und Ruhe auf der wenig begangenen Route. Genauso war es auch und man kommt sogar zuerst zu dem weniger bekannten und weniger besuchten Westfels. Der Gipfelbereich umfasst eine Felsenkette mit einem Gebiet von 13 ha, ausgewiesen als Naturschutzgebiet. An zwei Punkten (Westfels und Südfels) ist eine recht gute Fernsicht nach Süden möglich. Durch die Drachenhöhle bzw. die Durchblickkammer erfährt der Felsstock eine zusätzliche Aufwertung. Etwas rätselhaft war mir zunächst, warum an diesem Tag niemand dort oben anzutreffen war. Einzige Erklärung war, dass gleichzeitig der Bad Dürkheimer Wurstmarkt stattfand und in dieser Zeit gehen weder die Einheimischen noch die Urlauber in die Berge. Die wenigen Wanderer die trotzdem losgegangen sind, blieben offenbar alle an der PWV-Hütte Lambertskreuz und dem dort immer mittwochs stattfindenden Schlachtessen hängen. Fallende Eicheln und ein plätschernder Bach waren auf weiten Teilen der Strecke die einzigen Geräusche, die ich hören konnte - mir war das recht.

Benachbarte Wanderungen

Hahnackerkopf
Hahnackerkopf

Hahnackerkopf - ein schöner, kegelförmiger Berg ist es, der westlich von Bad Dürkheim steht und aus dem Isenachtal eine Wanderrunde ermöglicht. Sein Gipfel ist allerdings nicht zugänglich, so dass man im großen Bogen drum herum muss. Aus allen Himmelsrichtungen lässt er sich sehen, aber nicht besteigen. An zwei gegenüber liegenden Ecken warten Wirtshäuser auf die Wanderer: im Südwesten der "Saupferch", im Nordosten die "Alte Schmelz". Letztere hat eine recht bewegte Vergangenheit als Eisenhütte, Raststation für Fuhrwerke und jetzt ist es ein richtiges Juwel in Sachen Gastronomie.

Dreispitz
Dreispitz

Dreispitz - es ist eine Rundwanderung in den Bergen westlich von Bad Dürkheim. Selbst der Start liegt schon auf einem großen freien Platz tief im Pfälzer Wald. Mit ÖPNV kommt man da nicht hin. Der Dreispitz ist eine kleine Berggruppe, die tatsächlich aus drei Gipfeln besteht. Von Bedeutung ist das ehemalige Jagdschlösschen mit dem kuriosen Namen "Murrmirnichtviel". Die Grundmauern und auch der Turm sind in Umrissen noch erkennbar. Dann geht es noch zu der mächtigen Burg Hardenberg (mit der Lindenklause) und durch das Eppental (auch da kann man einkehren) zurück.

Lambertskreuz
Lambertskreuz

Lambertskreuz - dieser Platz bzw. diese Tour hat für Wanderungen im Pfälzer Wald zweifelsohne eine zentrale Bedeutung. Viele Wanderwege führen dorthin bzw. kreuzen sich dort. Und genau an diesem Punkt steht die bekannte PWV-Wanderhütte Lambertskreuz. Für den Anfang gehen wir die klassische Tour vom südlich liegenden Lambrecht aus. Es ist sogar möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen; los geht es am Bahnhof. Wenn wir dann gemütlich an der Hütte sitzen überlegen wir, aus welcher Richtung wir das nächste Mal aufsteigen.

Ebersberg Wachenheim
Ebersberg Wachenheim

Wandern im Weinberg, mal auf Versorgungswegen, mal auf engen und steilen Pfaden. Der Ebersberg Wachenheim ist dafür ein gutes Beispiel. Es muss nicht immer nur im Herbst sein, im Frühling sieht man sogar noch besser, wenn auch überwiegend braun. Zwei Türme bietet diese Tour, von denen aus beste Sicht in die Gegend besteht. Es geht aber auch durch den Wald, Abwechslung ist somit durchaus angesagt. Und an einem ganzjährig geöffneten Wirtshaus geht es auch noch vorbei.

Eckkopf
Eckkopf

Eckkopf - ein Berg im Bad Dürkheimer Staatsforst, ein Aussichtsturm und ein Brotzeitstüberl im Turm. Wenn das mal kein Grund für eine Wanderung im Pfälzer Wald ist. Aus verschiedenen Richtungen führen Wege dorthin. Es geht entweder ab Deidesheim über die Heidenlöcher oder aus Westen ab dem Kurpfalzpark auf diesen Kopf. Mehrere Vereine bewirtschaften im wöchentlichen Wechsel das dortige Stüberl ehrenamtlich und versorgen die Wanderer mit typischen Pfälzer Spezialitäten.

Stoppelkopf, htr.
Stoppelkopf, htr.

Stoppelkopf - viele ältere Herrschaften versuchen möglichst schnell vom Kurpfalzpark zum Lambrechtskreuz zu kommen. Aus diesem Grund hat die Strecke auch den Namen "Rentner-Rennweg". Wenn sie sich gestärkt haben, versuchen sie genauso schnell wieder zurück zu kommen. Den kleinen Abstecher hinauf zum hinteren Stoppelkopf werden wohl nur wenige machen. Der würde sich aber lohnen. Dieser Berggipfel hat nämlich ein reguläres Gipfelkreuz, wie man es von den Alpen kennt, im Pfälzer Wald aber selten findet. Als Lohn für die Runde wartet dann am Ausgangspunkt das Forsthaus Silbertal mit seiner besonderen gastronomischen Leistung.

Bilder zur Wanderung

Das Höhenprofil zeigt den steilen Anstieg zum Westgipfel im ersten Fünftel der Strecke. Dann geht es fast nur noch bergab, abgesehen von einem weiteren kleinen Anstieg vor der Lambertskreuz-Hütte.

Der Westfels ist auf der gewählten Route der erste Aussichtspunkt. Er hat einen gut gesicherten Aussichtsstein und garantiert fast immer wenig Störung durch andere Personen. Es ist fast nur Wald zu sehen, das aber sehr weit nach Süden.

Der Südfels ist der weitläufige Hauptgipfel und er wird über die Südroute zuerst angesteuert. Etliche große Steinplatten machen den Gipfel aus. Es ist noch die Halterung für ein Gipfelkreuz zu sehen, das dort einmal stand. Es ist irgendwann auf unrühmliche Weise abhanden gekommen. Das Foto zeigt eine Wandergruppe aus Bühl, mit der ich 2003 auf dieser Route unterwegs war.

Zwischen den beiden Gipfeln sind Wegweiser an einem Baum angebracht und weisen in beide Richtungen. Auffallend ist, dass zweimal das gleiche Ziel genannt wird. Ich hoffe nicht, dass die Verantwortlichen der Meinung waren, das wäre nötig, damit zwei Wanderer gleichzeitig sehen könnten, wo es hingeht.

Die Drachenhöhle unter dem Südfels ist etwa 20 m breit und 15 m tief und etwas schwer zugänglich. Man kann sich gut vorstellen, dass jahrhunderte lang Kinder an die Anwesenheit von Drachen geglaubt haben.

Gleich am Anfang der Strecke steht das Waldgasthaus Saupferch. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen, wenn man hungrig und durstig zurückkommt. Am Wandertag nutzte das aber nichts, denn es hatte geschlossen.

Die Westfelshütte ist eine reine Schutzhütte auf halbem Wege am Nordaufstieg. Da sie mitten im finsteren Wald steht, wird sie wohl nur jemand aufsuchen, der tatsächlich Schutz braucht.

Fernblicke sind natürlich auch möglich. Am Westfels erkennen wir den südlich liegenden "Hohe Kopf". Ganz in der Nähe liegt die Pottaschhütte, allerdings nur eine Selbstversorgerhütte.

Nach dem Abstieg vom Südfels kommt eine der berühmtesten Kreuzungen von Wanderwegen: die 7-Wege-Kreuzung, so heißt sie offiziell. Und tatsächlich stoßen dort sieben Wege bzw. Pfade aufeinander.

Eine Kreuzung, sieben Wege, eine Wanderkarte, acht Orientierungsexperten und ein Fotoapparat. Ich konnte es mir nicht verkneifen, dieses Bild zu machen. Es entstand, als ich 2003 mit der Wandergruppe aus Bühl unterwegs war.

Lambertskreuz - vermutlich ein altes, römisches Wegkreuz. Seit 1280 weiß man davon, aber erst 1906 wurde es nach langer Verschollenheit wieder gefunden und dort aufgestellt, wo es hingehört. Fahrzeuge kommen keine mehr vorbei, wohl aber viele Wanderer und sie kehren dort ein, wo vermutlich immer schon eine Versorgungsstation war.

 

 

 

 

 

 

[Impressum] [Webmaster], Letzte Änderung am 18.09.2021